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Hanna Glas ist aktuell in berauschender Form und überrascht selbst ihren Trainer. Aber was macht sie so stark? SPORT1 stellt die schwedische Überfliegerin vor.

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In der 56. Minute bekommt Hanna Glas auf der rechten Außenbahn den Ball und setzt zum Dribbling an. Mit einer unglaublichen Dynamik lässt sie mehrere Gegenspielerinnen stehen und setzt an der Strafraumkante zum Schlenzer an. Der Ball schlägt oben rechts im Winkel ein – ein echtes Traumtor.

"Da habe ich sie ein bisschen unterschätzt", gab Bayern-Cheftrainer Jens Scheuer nach dem 2:1 Sieg gegen den FC Chelsea zu und fügte scherzhaft an: "Ich war ganz erstaunt, dass sie auch mit dem linken Fuß so gut schießen kann." 

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Beim Sieg gegen den FC Chelsea bereitete Glas auch das 1:0 durch Sidney Lohmann mit einer mustergültigen Flanke vor, nachdem sie sich außen durchgesetzt hatte. (Ergebnisse und Spielplan der Women's Champions League)

Der Bayern-Trainer war nach dem Spiel voll des Lobes über die Schwedin: "Sie ist mit die beste Außenverteidigerin der Welt. Sie hat Dynamik, Passsicherheit und eine neu-entwickelte Torgefahr."

SPORT1 zeigt das Halbfinal-Rückspiel des FC Bayern am Sonntag, 2. Mai, live ab 13.25 Uhr im Free-TV und im 24/7-Stream auf SPORT1.de. Oliver Forster wird das Spiel kommentieren und Lena Goeßling, Wolfsburg-Spielerin und Champions-League-Siegerin von 2013 und 2014, ist als Expertin im Einsatz.

Hanna Glas spricht über "eine harte Zeit"

Dass die Verteidigerin mittlerweile auch offensiv für Furore sorgt, mag Jens Scheuer überrascht haben – welche Fähigkeiten sie hat, aber sicherlich nicht.

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Nicht ohne Grund hat der FCB die 28-Jährige im vergangenen Sommer von Paris Saint Germain verpflichtet.

"Hanna ist eine international erfahrene Spielerin, die in den letzten Jahren gezeigt hat, dass sie auf höchstem europäischem Niveau spielt. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, sie von unserem Konzept zu überzeugen", sagte Scheuer im vergangenen Jahr nach der Verpflichtung.

Hanna Glas (l.) jubelt nach ihrem Traumtor gegen den FC Chelsea
Hanna Glas (l.) jubelt nach ihrem Traumtor gegen den FC Chelsea © Imago

Ihr Weg zum FCB begann über mehrere Stationen in Skandinavien. Unter anderem lief Glas für die schwedischen Vereine Eskilstuna United und Umea IK auf. Durch gute Leistungen machte sie auf sich aufmerksam und wechselte 2018 schließlich zu Paris Saint Germain.

"Es war eine harte Zeit in Paris. Es ist eine riesige Stadt mit Millionen von Menschen. Es gibt so viel Stress drumherum, wie das eben immer bei so großen Metropolen ist", erklärte Glas nach ihrem Wechsel zum FCB. In Bayern seien dagegen die "Leute freundlicher" und die "Atmosphäre entspannter".

Wie Hanna Glas von ihrer Schulzeit profitieren konnte

Nachdem die schwedische Nationalspielerin im letzten Sommer zu Bayern wechselte, begann sie umgehend damit, Deutsch zu lernen. Dies fiel ihr laut eigener Aussage leichter als Französisch – Deutsch-Stunden aus ihrer Schulzeit halfen ihr dabei.

Glas kam von Beginn an in München gut klar: "Es ging alles sehr schnell, aber ich habe mich hier sehr gut eingelebt. Die Mannschaft hat mich vom ersten Tag an sehr herzlich aufgenommen."

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Wie sie in einem Instagram-Video des FC Bayern verriet, sind Spätzle ihr Lieblingsessen, der Englische Garten und der Olympiapark Orte, an denen sie sich in München am liebsten aufhält.

"Manchmal denke ich, dass ich schon mehrere Jahre hier bin", so Glas.

Rein sportlich brachten ihre Wechsel bisher einige Umstellungen mit sich. Während in Schweden die Taktik im Vordergrund stehe, sei in Frankreich mehr Wert auf individuelle und technische Fähigkeiten gelegt worden.

Glas: "Ich will alle Wettbewerbe gewinnen"

Für Glas war diese Umstellung zu Beginn nicht leicht: "Ich war anfangs ein bisschen verwirrt, weil ich extrem viele Entscheidungen auf dem Platz selber treffen musste. Für meine Entwicklung war es aber eine gute Phase, da ich viel kreativer agiert habe. Mit der Zeit habe ich mich dann auch daran gewöhnt und bin besser reingekommen."

Den deutschen Frauenfußball sieht sie dagegen als "gute Mischung" aus beiden Komponenten. Auch die Gegner haben laut Glas in Deutschland noch einmal ein anderes Niveau: "Generell finde ich die deutschen Mannschaften ein bisschen besser. In Schweden ist die Liga aber ausgeglichener, auch wenn Rosengård und Göteborg vorneweg marschieren."

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Das Top-Niveau des deutschen Frauenfußballs war auch ein Grund, warum Glas sich für einen Wechsel zum FCB entschied. Bereits bei ihrer Vorstellung im vergangenen Jahr äußerte sie ambitionierte Ziele: "Ich will alle Wettbewerbe gewinnen, bei denen wir antreten. Ich will nicht Zweite oder Dritte werden, ich will gewinnen. Ich weiß, das ist ambitioniert, aber der Verein, meine künftigen Teamkolleginnen und auch die Fans teilen hier alle das gleiche Ziel."

Nun ist Hanna Glas mit dem FCB auf dem bestem Weg, ihre Sehnsucht nach Titeln zu stillen.

In der Liga thront der FC Bayern aktuell auf dem ersten Platz vor dem VfL Wolfsburg und hat es in der eigenen Hand, die Meisterschaft zu gewinnen.

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Bayern-Frauen können Geschichte schreiben

Auch im internationalen Wettbewerb sind die Bayern-Frauen auf Erfolgskurs.

Unter anderem der herausragenden Leistung von Hanna Glas ist es zu verdanken, dass die Bayern-Frauen nach dem 2:1 Hinspielsieg eine gute Ausgangsposition für das Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Women’s Champions League gegen den FC Chelsea haben.

Bayern-Coach sieht Parallele zu PSG

Hinspiel-Matchwinnerin Hanna Glas gibt sich vor dem Spiel gewohnt bescheiden: "Es war eine sehr gute Leistung. Trotzdem ist es nur die erste Halbzeit. Wir müssen in London vielleicht eine noch bessere Leistung zeigen und bereit sein."

Am kommenden Sonntag haben die Bayern-Frauen dann die Chance, Geschichte zu schreiben und erstmals ins Finale der Königsklasse einzuziehen.

Und vielleicht überrascht Hanna Glas ihren Trainer ein zweites Mal.