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2017 bekam Ann-Katrin Berger die schockierende Diagnose: Krebs. 2021 bringt sie gegnerische Stürmerinnen zum Verzweifeln und spielt für Deutschland.

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Beim 2:1-Hinspielsieg ihres FC Chelsea schien sie nahezu unüberwindbar. Aus allen möglichen Positionen flogen die Bälle auf das Tor, aber an Ann-Katrin Berger gab es einfach kein Vorbeikommen. Egal ob im Duell gegen die frei auf sie zulaufenden VfL-Angreiferinnen oder mit einer spektakulären Parade nach einem Volleyschuss von Fridolina Rolfö – Berger war ein unglaublicher Rückhalt und hielt den Sieg für Chelsea im Champions-League-Viertelfinale fest.

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Die herausragenden Leistungen von Berger sind auch der deutschen Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg nicht verborgen geblieben. Für die Länderspiele gegen Australien (10. April) und Norwegen (13. April) wurde die Torhüterin wieder in den Kader berufen.

Im Dezember 2020 machte die 30-Jährige ihr erstes und bisher einziges Spiel im Tor der DFB-Elf.

"Ich kann es kaum erwarten", drückte Berger damals vor dem ersten Länderspiel ihre Begeisterung aus. "Ich habe lange dafür gearbeitet und bin vielleicht den schwereren Weg gegangen."

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Tatsächlich musste Berger in der Vergangenheit einen schweren Schicksalsschlag verkraften.

Berger: "Ich wurde behandelt wie ein Atomkraftwerk"

Im Jahr 2017 wurde bei der Torhüterin Schilddrüsenkrebs diagnostiziert. "Es war eine verdammt harte und prägende Zeit für mich. Am Anfang war ich total geschockt, weil du das als Sportlerin nicht erwartest", gab Berger im SPORT1-Interview zu.

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Besonders die Isolation hat ihr dabei zu schaffen gemacht: "Ich musste für drei Tage total isoliert werden. Ich wurde behandelt wie ein Atomkraftwerk. Es war schrecklich. Es gab keinen Sonnenschein, kein Licht von außen und keine frische Luft."

Berger ließ sich von diesem Schicksalsschlag aber nicht entmutigen. Stattdessen unterzog sie sich einer Operation und kämpfte sich Schritt für Schritt wieder zurück.

Vier Monate nach ihrer Operation stand sie wieder auf dem Feld

Natürlich gab es auch immer wieder Rückschläge. Berger musste vieles neu lernen und hatte nach der Operation "das Gefühl, dass mein Kopf kein Teil meines Körpers mehr war, weil die Hälfte von meinem Hals aufgeschnitten wurde."

Familie und Freunde halfen ihr aber dabei, die schwere Zeit zu überwinden. "Sie waren die ganze Zeit für mich da, waren bei jedem Termin dabei, egal, ob meine Torwart-Trainerin für einen zehnminütigen Termin eine Stunde fahren musste. Das vergesse ich nie", erzählte Berger.

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Das zahlte sich aus: Berger kam stärker zurück. Bereits vier Monate nach ihrer Operation stand sie in der englischen Liga wieder zwischen den Pfosten.

Aufgrund ihrer starken Leistungen wechselte sie im Januar 2019 zum Spitzenklub FC Chelsea und eroberte dort postwendend den Stammplatz im Tor.

Ann-Katrin Berger (r.) hat in dieser Saison ligaweit die wenigsten Gegentore kassiert
Ann-Katrin Berger (r.) hat in dieser Saison ligaweit die wenigsten Gegentore kassiert © Imago

Chelsea hat in der Liga am wenigsten Gegentore kassiert

Seitdem ist Berger aus der Startformation der Londoner nicht mehr wegzudenken. Und die Statistiken geben ihr Recht: Mit 47 Punkten führt Chelsea die Tabelle souverän an, in 18 Spielen mussten die Blues erst acht Gegentore hinnehmen – die wenigsten der Liga.

Durch ihre Glanztaten bringt Berger die Gegnerinnen dabei regelmäßig zum Verzweifeln.

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Im Achtelfinal-Hinspiel gegen Atletico Madrid parierte Berger erst kürzlich zwei (!) Elfmeter in einem Spiel. Chelsea-Trainerin Emma Hayes war im Anschluss voll des Lobes über ihre Torhüterin: "Sie ist großartig und bei Elfmetern extrem stark. Zweimal in einem Spiel zu parieren, ist eine famose Leistung."

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Eine famose Leistung zeigte Berger auch im Viertelfinale-Hinspiel gegen den VfL Wolfsburg. Durch den 2:1 Sieg gehen die Blues mit einer guten Ausgangslage in das Rückspiel. Aufgrund des Auswärts-Tores vom VfL gegen Chelsea würde Wolfsburg allerdings ein 1:0 Sieg für ein Weiterkommen reichen.

Wolfsburg-Coach Lerch geht optimistisch ins Rückspiel

Stephan Lerch, Cheftrainer des VfL Wolfsburg, sieht für die Wölfinnen alle Chancen, noch in das Halbfinale der Champions League einzuziehen: "Da wollen wir ansetzen, dass wir diese Leistung noch einmal abrufen mit einer besseren Chancenverwertung. Wenn uns das gelingt, sind wir in der Lage, dieses Ergebnis zu drehen."