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Die Frauen des VfL Wolfsburg haben das erhoffte Triple verpasst. Im Champions-League-Finale unterlagen die Wölfinnen dem Favoriten Olympique Lyon.

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Was der FC Bayern bei den Männern vor genau einer Woche schaffte, blieb den Frauen des VfL Wolfsburg verwehrt.

Die Wölfinnen kassierten eine 1:3-Niederlage gegen Olympique Lyon und mussten sich einmal mehr der Übermacht der Französinnen beugen. Damit verpassten sie das erhoffte Triple, das die Münchner gegen Paris Saint-Germain geholt hatten. 

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"Wir haben eine tolle Saison gespielt, wir können stolz auf uns sein, und ich kann stolz darauf sein, Teil dieser Mannschaft zu sein", sagte die völlig abgekämpfte Alexandra Popp, die mit ihrem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:2 noch einmal für Hoffnung beim Deutschen Meister gesorgt hatte.

Ex-Wölfin sorgt für Entscheidung 

Verloren hatte der VfL die Partie eigentlich schon nach 45 Minuten, als man bereits 0:2 zurücklag. "In der ersten Halbzeit haben wir es nicht geschafft, unser Spiel zu machen und in den wichtigen Momenten haben wir nicht gut reagiert", gab Popp zu. "Aber in der zweiten Halbzeit waren haben wir uns stark zurückgekämpft."

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Besonders bitter: Den endgültigen K.o. in der 89. Minute besorgte mit Sara Björk Gunnarsdottir eine Spielerin, die vor einigen Wochen selbst noch im VfL-Trikot unterwegs war. Im Gegensatz zu den Männern hatte die UEFA den Einsatz der Spielerinnen im Champions-League-Turnier erlaubt, die Anfang Juli den Klub gewechselt hatten.

Im Showdown um Europas Frauenfußball-Krone war der VfL aber letztlich gegen die "Unbezwingbaren" von Lyon chancenlos. Der defensiv zu anfällige Meister und Pokalsieger unterlag dem Titelverteidiger im Champions-League-Finale in San Sebastian 1:3 (0:2) und scheiterte wie in den Endspielen 2016 und 2018 an der Übermannschaft aus Frankreich.

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"Ich bin unheimlich stolz auf meine Mannschaft. Sie ist nach dem 0:2 noch super zurückgekommen und hat mit viel Herz Fußball gespielt", sagte VfL-Trainer Stephan Lerch: "Aber die Enttäuschung ist sehr groß. Wir hatten viel vor." Lerch konnte nur mit den zweiten 45 Minuten zufrieden sein: 

Lerch: "Musste Risiko in Kauf nehmen"

"In der zweiten Halbzeit ging es besser, wir haben über die Flügel angegriffen, hatten gute Phasen und Kombinationen und dann haben wir das Tor geschossen. Das macht dich für Konter offen, aber wir mussten das Risiko in Kauf nehmen."

Wolfsburgs Pernille Harder, die ihr letztes Spiel für den vfL bestritt und nach SPORT1-Informationen zum FC Chelsea wechselt, legte den Finger in die Wunde: "Wir mussten härter für unsere Chancen arbeiten als Lyon. Insgesamt waren sie das bessere Team. In der zweiten Halbzeit waren wir mutiger und haben mit der ganzen Mannschaft nach vorne gespielt. Das hätten wir von Anfang an tun müssen."

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Eugenie Le Sommer (25.) und Saki Kumagai (44.) rissen die Wolfsburgerinnen schon früh aus allen Träumen vom dritten Triumph nach dem Triple-Jahr 2013 und 2014.

Der Anschlusstreffer von Alexandra Popp (58.) beim Aufbäumen im Estadio Anoeta reichte nicht mehr, denn Ex-Wölfin Sara Björk Gunnarsdottir (88.) machte für die Französinnen alles klar. Lyon regiert also weiter: Das OL-Starensemble um Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan feierte den fünften (!) Titel in Serie, den siebten insgesamt.

Gegen den Rekordsieger, der im Viertelfinale mit viel Mühe den FC Bayern ausgeschaltet hatte (2:1), durften drei erfahrene Triple-Gewinnerinnen von 2013 beginnen: Alexandra Popp im defensiven Mittelfeld, in der Abwehr etwas überraschend Lena Goeßling und Anna Blässe. 

Letztes Spiel für Harder

Als Kapitänin führte die frischgebackene Fußballerin des Jahres Pernille Harder ihr Team ein letztes Mal aufs Feld. Die Dänin wird nach SPORT1-Informationen zum englischen Meister FC Chelsea wechseln - für den VfL und die Bundesliga ein schmerzlicher Verlust.

Die Devise gab Trainer Stephan Lerch nach dem 1:0-Zittersieg im Halbfinale gegen den FC Barcelona aus: "Keine Mannschaft hat es gerne, wenn sie Druck bekommt." So gingen die Wölfinnen auch zu Werke: Mit dem Fokus auf aggressives Pressing.

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Doch Lyon ließ sich nicht beeindrucken. Der französische Serienmeister (14 Titel in Folge!) agierte ballsicher und verschärfte immer wieder das Tempo. Marozsan (17.) und Delphine Cascarino (18.) erspielten die ersten guten Chancen, ehe Le Sommer im Nachsetzen gegen die behäbige VfL-Defensive die verdiente Führung gelang.

Sara Doorsoun verletzt sich

Der nächste Nackenschlag folgte noch vor der Halbzeit: Linksverteidigerin Sara Doorsoun verletzte sich in einem Zweikampf am linken Knie. Für sie kam Neuzugang Kathrin Hendrich (39.) in die Partie.

Anders als bei den Männern durften die Viertelfinalisten bei den Frauen bis zu sechs Sommer-Transfers für die Endrunde im Corona-Modus nominieren. Das führte zum kuriosen Wiedersehen mit Torschützin Gunnarsdottir im Finale, die bis zum Ende der Bundesliga-Saison noch für den VfL gespielt hatte.

Kumagais unbedrängter Schuss zum 2:0 aus 18 Metern kurz vor der Pause führte die Nachlässigkeit der umgestellten Wolfsburger Defensive nochmals vor Augen. Nach dem Seitenwechsel legte der VfL zu, lief höher an - und der Mut zahlte sich aus. Die nun weiter vorne ackernde Popp köpfte nach einem gut herausgespielten Angriff aus kurzer Distanz ein und sorgte für eine hektische wie packende Schlussphase.

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Mit Sport-Informationsdienst (SID)