Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich rät den Bundesligaschiedsrichtern zu mehr Ruhe
Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich rät den Bundesligaschiedsrichtern zu mehr Ruhe © Getty Images

Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich lobt den Umgang der WM-Schiedsrichter mit dem Videobeweis. Die Bundesligaschiris sollen sich daran ein Beispiel nehmen.

Der deutsche Schiedsrichter-Boss Lutz Michael Fröhlich hält seine Schützlinge als Lehre aus der Fußball-WM dazu an, strittige Entscheidungen mithilfe des Videobeweises in aller Ruhe und ohne Zeitdruck zu bewerten.

"Wenn es die Komplexität der Situation erfordert, dann lieber etwas länger und genauer hinschauen und richtig entscheiden, als schnell und falsch", sagte Fröhlich dem Fachmagazin kicker: "Priorität hat die korrekte Entscheidung."

WM-Schiedsrichter nahmen sich genügend Zeit

So hätten sich nach Ansicht des 60-Jährigen die Unparteiischen bei der Endrunde in Russland genügend "Zeit genommen und sich die Bilder an ihrem Monitor genau und gründlich angesehen, bevor sie ihre endgültige Entscheidung getroffen haben. Das ist der richtige Weg", sagte Fröhlich.

Neben dem Einsatz von vier Video-Assistenten pro Spiel, der in der Bundesliga laut Fröhlich "im Moment nicht darstellbar" sei, wurde der Videobeweis für Fröhlich vor allem aufgrund der guten Kommunikation als Erfolg bewertet.

Theatralik soll nicht zum Alltag werden

"Die Schiedsrichter auf dem Feld haben intensiv mit den Spielern kommuniziert und sie überwiegend gut mitgenommen bei den laufenden Checks und Reviews. Das hat die Akzeptanz gesteigert", sagte Fröhlich, der zudem die gute Informationsübertragung via Fernsehen und im Stadion in der Bundesliga implementieren will. "Da sind wir im Gespräch mit der DFL. Von unserer Seite steht dem nichts im Wege", sagte Fröhlich.

Keinesfalls sollen hingegen theatralische Einlagen der Spieler nach vermeintlichen Fouls zum Alltag werden.

Szenen wie beispielsweise vom brasilianischen Superstar Neymar "will natürlich keiner sehen, und das gehört auch nicht zu einem fairen Fußball", sagte Fröhlich: "Eigentlich müssten diese Spieler doch erkennen, dass sie sich durch ein solches Verhalten auch selbst schaden, insbesondere in ihrer Glaubwürdigkeit."