Brasiliens Trainer Tite will nach der Niederlage gegen Belgien nicht über den Schiedsrichter sprechen. Er wundert sich aber über den Verzicht auf den Videobeweis.

Der Verzicht auf den Videobeweis bei einer besonders kniffligen Strafraum-Szene hat bei Brasiliens Trainer Tite für Verwunderung gesorgt.

"Ich möchte nicht über den Schiedsrichter reden, ich hätte nur gerne einen Videobeweis bei der Szene mit Gabriel Jesus gesehen", sagte Tite nach der 1:2-Niederlage gegen Belgien.

Was war passiert? Gabriel Jesus tunnelte zunächst seinen Gegenspieler Jan Vertonghen, wurde dann aber kurz vor der Grundlinie von Vincent Kompany von den Beinen geholt (57.). In der Wiederholung war klar zu sehen, wie Kompany mit seinem rechten Fuß den Brasilianer knapp oberhalb des Knöchels traf.

Eigentlich ein klarer Elfmeter - vorausgesetzt, der Ball war zum Zeitpunkt des Foulspiels noch im Feld. Wohl weil er Letzteres nicht als gegeben ansah, entschied Schiedsrichter Milorad Masic anders - selbst als sich der Video-Assistent Daniele Orsato via Funk meldete. Zum Team der Video-Schiris in Moskau zählten während der Partie auch die Deutschen Mark Borsch (1. Video-Assistent) und Felix Zwayer (3. Video-Assistent).

Ex-Schiri Meier: "Klarer Elfmeter"

Trotz längerer Rücksprache blieb Masic bei seiner Entscheidung und verzichtete auch darauf, sich die Szene noch in der Review-Area anzuschauen. Ex-Schiedsrichter Urs Meier konnte diesen Verzicht nicht nachvollziehen.

"Es ist ein klarer Elfmeter. Das müssen die Videoschiedsrichter, die noch viel mehr Perspektiven haben, sehen", sagte der frühere FIFA-Schiedsrichter Meier im ZDF. "Was mich überrascht, ist, dass der Schiedsrichter sich das nicht noch mal anschaut. Dann soll er sich doch lieber die eine Minute Zeit nehmen, um eine richtige Entscheidung zu treffen, anstatt eine falsche."