WM 2018: Diego Costa erzielte das entscheidende Tor für Spanien gegen den Iran
WM 2018: Diego Costa erzielte das entscheidende Tor für Spanien gegen den Iran © Getty Images
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Kasan - Spanien feiert im zweiten Gruppenspiel einen verdienten, wenn auch hart umkämpften Sieg gegen den Iran. Wieder rettet Diego Costa die Furia Roja.

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Dank eines Billard-Treffers von Torjäger Diego Costa steht Spanien bei der WM in Russland mit einem Bein im Achtelfinale.

Nach dem mühseligen 1:0 (0:0) gegen ein humorloses iranisches Abwehrbollwerk geht der Weltmeister von 2010 vier Jahre nach seinem Vorrunden-Aus in Brasilien mit vier Punkten in sein letztes Gruppenspiel gegen das bereits gescheiterte Marokko (0 Punkte). (Alle Ergebnisse im Überblick)

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"Ich hatte ein bisschen Glück beim Tor, aber ich bin zufrieden. Wir haben die nötige Geduld und Ruhe bewiesen", sagte Diego Costa, der gegen die lange ultra-defensiven Iraner ein kurioses Siegtor erzielte: Ramin Reazeian schoss bei einem Abwehrversuch das Bein des Torjägers an, der Ball prallte zu dessen drittem Turniertreffer ins Tor (54.).

Iran-Ausgleich aberkannt

Zudem hatten die Rote Furie kurz darauf Glück, dass nach einer Video-Überprüfung der Treffer von Saeid Ezatolahi wegen Abseits nicht anerkannt wurde (62): Schwer zu erkennen, aber zweifelsfrei richtig entschieden. Spanien ist nun seit 22 Spielen ungeschlagen, es ist nach Angaben der FIFA die aktuell längste Serie im internationalen Fußball. (SPIELPLAN der WM im Überblick)  

Auch Irans Team hat noch Chancen auf das Weiterkommen. "Das war unser erster Matchball", sagte Trainer Carlos Queiroz, "den zweiten haben wir gegen Portugal. Wir leben noch - und träumen noch."

Das Spiel vor 42.718 Zuschauern in Kasan war für die Spanier alles andere als ein Vergnügen. Griffen sie an, standen die Iraner nicht selten hinten mit sechs Mann auf einer Linie, davor sicherten dann noch drei Sechser ab.

Das Bemühen, dieses bewegliche Dickicht an Beinen mit Pässen zu durchdringen, glich einem Handballspiel. Die Spanier spielten um den Strafraum herum, warteten auf eine Lücke, doch sie fanden kaum eine.

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Gefahr brachten Standards, bei denen neben dem bulligen Diego Costa, zweifacher Torschütze beim 3:3 gegen Portugal, stets die kopfballstarken Innenverteidiger Sergio Ramos und Gerard Pique in den Strafraum rückten und versuchten, sich dort wenigstens die Lufthoheit zu erobern.

Spanien schwimmt

Pique bestritt als fünfter der noch mitspielenden Weltmeister von 2010 sein 100. Länderspiel. Die anderen: Ramos, Sergio Busquets, Andres Iniesta und David Silva.

Spaniens Interimstrainer Fernando Hierro hatten nach dem Remis gegen Portugal und dessen Dreifach-Torschützen Cristiano Ronaldo zwei Änderungen vorgenommen.

Der wiedergenesene Dani Carvajal besetzte wie gewohnt die rechte Außenbahn, für Koke kam der offensivere Lucas Vasquez - und doch dauerte es bis zur 30. Minute, ehe die Spanier nach einer Kopfballvorlage und einem Drehschuss von Silva die erste Chancen hatten.

"Ich gratuliere meinen Spielern, es war ein wunderbarer Kampf gegen eine Mannschaft, die die WM gewinnen kann. Wir hatten ein besseres Ergebnis verdient. Wir haben viel in diesem Spiel gelernt, das war unser erster Matchball, der zweite ist gegen Portugal, wir leben noch und träumen", sagte Queiroz nach der Partie. 

"Schwer, in den Rhythmus zu kommen"

Spaniens Trainer Fernando Hierro zeigte sich nach den nervenaufreibenden 90 Minuten zufrieden: "Es war das erwartet schwere Spiel. Es gab viele Unterbrechungen. Es war schwer, in den Rhythmus zu kommen. Dann haben wir nach der Pause umgestellt, sind mehr über außen gekommen. Ein 1:0 ist schwer zu verteidigen, wir haben viele Probleme gehabt. Alle hier sind auf einem ähnlichen Niveau. Kein Team macht es dem anderen leicht."

Es blieb in der ersten Halbzeit bei diesem einen Schuss aufs Tor - bei 72 Prozent Ballbesitz für die Spanier. Danach wurde es ein wenig unterhaltsamer, auch zur Freude der etwa 15.000 Iraner im Stadion, die einen Schuss von Karim Ansarifard ans Außennetz bereits im Tor gesehen hatten.

Spanien blieb auch nach seinem Führungstreffer überlegen, offenbarte aber auch einige Schwächen bei iranischen Kontern. So auch in der 82. Minute beim Kopfball von Mehdi Taremi.

Neben den Iranern in Kasan verfolgten auch Tausende im Azadi-Stadion in Teheran die Übertragung aus Kasan - darunter nach einer Kehrtwende der iranischen Behörden erstmals seit der Revolution 1979 auch Frauen.

Das Provinzparlament von Teheran hatten sich dazu nach dem Sieg gegen Marokko (1:0) entschieden. 

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