Robert Lewandowski (r.) hat sich auch mit Hilfe von Pini Zahavi bislang für keinen größeren Klub empfehlen können
Robert Lewandowski (r.) hat sich auch mit Hilfe von Pini Zahavi bislang für keinen größeren Klub empfehlen können © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Picture Alliance

München - Für Robert Lewandowski endet die WM schon nach der Vorrunde und bringt seinen Karriere-Plan in Gefahr. Seinen Frust bekommen die Teamkollegen zu spüren.

von Markus Bosch

Die WM in Russland sollte zur großen Bühne für Bayern-Stürmer und Polens Kapitän Robert Lewandowski  werden.

Gleich nach der Gruppenauslosung, die Lewandowskis Polen unter anderem ein Duell mit dem Münchner Teamkollegen James Rodriguez und Kolumbien bescherte, richtete er eine Kampfansage an den WM-Torschützenkönig von 2014: "Hallo mein Bruder, ich erinnere mich an deine großartigen Tore während der letzten WM. Ich hoffe, Du wirst dich an meine aus Russland erinnern."

Im Februar folgte mit dem Beraterwechsel zum gewieften Pini Zahavi, der schon Neymars 222-Millionen-Transfer zu Paris Saint-Germain einfädelte, der nächste Schritt, um nach einer starken WM zu einem, aus seiner Sicht, noch größeren Klub wie Real Madrid wechseln zu können.

Doch nach 180 Minuten ist für den polnischen Superstar und sein Team die WM bereits beendet – auch wegen eines allenfalls blassen Lewandowski.

Lewandowski mit Schelte für Teamkollegen

Allerdings muss man dem Angreifer zu Gute halten, dass das komplette polnische Team den Erwartungen nicht gerecht wurde. Dies merkte ein enttäuschter Lewandowski nach dem Aus auch mit deutlichen Worten an.

"Viele Dinge sind nicht so gelaufen, wie sie hätten laufen sollen bei dieser WM. Ich war allein, wir haben gekämpft, ich habe gekämpft, ich habe alles getan, was ich tun kann. Aber kämpfen reicht nicht aus, um WM-Spiele zu gewinnen. Man braucht auch Qualität und wir hatten zu wenig davon", sagte der Stürmer-Star.

Und wurde sogar noch deutlicher: "Aus nichts kann ich nichts machen. Es gibt keinen Spieler auf der Welt, der den Ball erobert, fünf Gegner und den Torwart ausspielt und dann ein Tor schießt."

Für Selbstkritik sah er keinen Anlass: "Ich wäre wütend auf mich, wenn ich Chancen gehabt und vergeben hätte. Ich bin ein Stürmer, der von Vorlagen lebt."

Zukunft bei Bayern?

Harsche Kritik, die aber nicht überraschend kommt, denn schon nach der Saison 2016/2017 fiel Lewandowski durch Kollegenschelte auf. Damals warf er seinen Bayern-Mitspielern mangelnde Unterstützung im Kampf um die Torjäger-Kanone vor. 

Wie geht es für Lewandowski nach der verkorksten WM und dem Wirbel um einem Wechsel weiter?

Bei den Bayern hat er mit vier Meisterschaften, einem Pokalsieg und dem zweimaligen Gewinn der Torjägerkanone fast das Maximum erreicht. Der Gewinn der Champions League, das große Ziel von Lewandowski, fehlt ihm aber noch. In den vergangen Jahren scheiterte er mit dem deutschen Rekordmeister spätestens im Halbfinale.

Daher wurde sein Name schon seit längerer Zeit mit Champions-League-Sieger Real Madrid in Verbindung gebracht. Auch andere Klubs wie der FC Chelsea, Manchester United oder Paris Saint-Germain wurden als mögliche zukünftige Arbeitgeber für Lewandowski gehandelt, auch wenn dieser noch einen Vertrag bis 2021 bei den Münchnern besitzt.

Bayern-Bosse verbieten Wechsel

Bayern-Präsident Uli Hoeneß und -Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge haben immer betont, dass der Angreifer unverkäuflich und ein Wechsel "kein Thema" sei.

"Robert wird nicht verkauft und spielt nächste Saison bei uns. Dazu ist alles gesagt worden", stellte Hoeneß erst kürzlich erneut klar. Selbst bei einer Ablöse von 200 Millionen Euro werde man nicht schwach.

Auch einen Tausch Lewandowskis mit Real-Stürmer Karim Benzema sollen die Bayern ausgeschlagen haben.

Mithilfe von Zahavi arbeitete Lewandowski dennoch an einem Abschied aus München, was die Bayern-Verantwortlichen aber kalt ließ. Zuletzt sollen sie einen vom Lewandowski-Berater erbetenen Gesprächstermin verweigert haben.

Inzwischen sind auch die Gerüchte um einen Wechsel des 29-Jährigen nahezu verstummt, denn die klare Haltung der Bayern-Bosse einerseits und Lewandowskis zuletzt durchschnittliche Leistungen plus das baldige Erreichen der 30-Jahre-Marke lassen das Interesse an dem Polen spürbar erkalten.

Mit seinen Aussagen nach dem WM-Aus seiner Nationalmannschaft stellt sich Lewandowski zudem selbst als Egoist hin - sein Status als Musterprofi bekommt Kratzer.