Australia v Peru: Group C - 2018 FIFA World Cup Russia
Paolo Guerrero und Peru schoben sich durch den Sieg noch an Australien vorbei © Getty Images

Sotschi - Peru feiert gegen Australien einen historischen Sieg und zerstört damit die Mini-Hoffnung der Socceroos aufs Achtelfinale. Paolo Guerrero sticht heraus.

Down Under am Boden: Die erschreckend schwachen Socceroos haben den Sprung ins WM-Achtelfinale verpasst und sind krachend in der Vorrunde gescheitert.

Australien meldete sich mit einem enttäuschenden 0:2 (0:1) gegen das bereits ausgeschiedene Peru ohne Sieg als Letzter der Gruppe C aus dem Turnier ab. (LIVETICKER zum Nachlesen

Für den ratlos dreinblickenden Trainer Bert van Marwijk endete das Kurz-Abenteuer mit den Australiern somit freudlos und frühzeitig. "Ich dachte heute eigentlich, dass wir besser gespielt haben als der Gegner. Die haben zweimal auf das Tor geschossen, wir hatten Chancen ohne Ende", sagte der frühere Bundesliga-Coach.

Erst im Januar hatte der ehemalige Bundesliga-Coach aus den Niederlanden die Mannschaft übernommen, nun muss Graham Arnold den Neuanfang starten. (Der WM-Spielplan und alle Ergebnisse im Überblick)

La Blanquirroja indes verabschiedete sich durch die Treffer von Andre Carrillo (18.) und Paolo Guerrero (50.) mehr als ehrenhaft von ihren heißblütigen Fans.

"Es ist ein ganz großer Moment für Peru, ich bedanke mich bei den Spielern, dem Verband und vor allem bei den Fans für die unglaubliche Unterstützung", sagte Trainer Ricardo Gareca. Schon nach dem ersten peruanischen WM-Tor seit über 36 Jahren feierten die Anhänger ausgelassen, am Ende durften sie den ersten Endrunden-Sieg seit 1978 bejubeln. (SERVICE: Die Tabelle der Gruppe C)

Guerrero lässt Worten Taten folgen

Mit der "deutschen" Flügelzange Mathew Leckie (Hertha BSC) und Robbie Kruse (VfL Bochum) suchten die Australier vor 44.073 Zuschauern im Fischt Stadion zunächst ihr Heil in der Offensive. Frühes Pressing brachte auch die erhofften Ballgewinne, doch vorne fehlten zündende Ideen, um die tief stehenden Südamerikaner in Verlegenheit zu bringen.

Die Peruaner, die im Angriff ohne den früheren Schalker Jefferson Farfan (Gehirnerschütterung) auskommen mussten, schauten sich das Treiben zunächst recht interessiert an. Dabei hatte Guerrero doch erklärt: "Wir wollen den Menschen noch ein bisschen Freude geben. Wir wollen nicht ohne Punkte heimkehren."

Doch wie aus dem Nichts explodierte das Olympiastadion förmlich. Mit seinem schönen Volley-Rechtsschuss nach Vorlage von Kapitän Guerrero versetzte Carrillo die feierwütigen Peru-Fans in Ekstase. Exakt 13.153 Tage nach dem bislang letzten WM-Tor am 22. Juni 1982 hatten die stolzen Südamerikaner wieder Grund zum Jubeln.

Australien steckte den Schock gut weg, mit dem Rücken zur Wand drückte der Asienmeister. Die erste echte Torchance durch Tom Rogic vereitelte aber Perus Torhüter Pedro Gallese (27.). Sieben Minuten später kam der heranrauschende Leckie nach Vorlage von Kruse aus kürzester Distanz nicht mehr an den Ball.

Australiens Offensiv-Flaute hält an

Die Offensivprobleme der Socceroos setzten sich fort. Tore hatten die Australier ja zuletzt nur vom Punkt erzielt: Die vergangenen vier Pflichtspieltreffer gingen allesamt auf das Konto des überaus sicheren Elfmeterschützen und Kapitäns Mile Jedinak. 

Nach dem Seitenwechsel offenbarten sich auch noch in Australiens Defensive Lücken, die Peru geschickt zu nutzen wusste. Und dann bewies Guerrero nach Vorarbeit von Christian Cueva seinen unnachahmlichen Instinkt: Abgefälschter Ball, Linksschuss, Tor. Die Peru-Fans auf den Rängen flippten endgültig aus. 

Zwei Chancen, zwei Tore - mit solch einer Effektivität in den ersten beiden Spielen hätten die Peruaner durchaus gute Chancen auf die K.o.-Runde gehabt.