Moskau - SPORT1 war am Mittwochvormittag beim ersten, offiziellen Training der deutschen Nationalmannschaft dabei und fasst die wichtigsten Beobachtungen zusammen.

von Florian Plettenberg , Jochen Stutzky

Gut gelaunt, mit neuer Frisur (Undercut, oben kurz) und vor allem treffsicher präsentierte sich Ilkay Gündogan beim ersten, offiziellen Training der deutschen Nationalmannschaft am Mittwochvormittag. SPORT1 war live dabei und fasst das Training zusammen.

Wer war dabei?

Gegen 11.35 Uhr standen alle 23 Spieler des Kaders auf dem Trainingsplatz. Trainiert wurde auf einem der zwei Trainingsplätze von ZSKA Moskau in unmittelbarer Nähe des Teamhotels in Vatutinki.

Unter den Trainings-Kiebitzen waren auch die beiden Ex-Nationalspieler Arne Friedrich und Jens Nowotny, die für einen chinesischen TV-Sender während der WM über die deutsche Elf berichten.

Was fiel auf?

Rund um die Trainingsanlage herrschen höchste Sicherheitsvorkehrungen. Den Trainingsplatz betrat am Mittwoch nur, wer eine gültige Akkreditierung oder eine Eintrittskarte besaß. Vor den Trainingsplätzen sorgen dutzende Polizisten für Ruhe und Ordnung. Um auf das Areal zu kommen, muss man zunächst durch einen Metalldetektor laufen, dann werden alle Taschen durchsucht, ehe man final abgetastet wird.

Was wurde trainiert?

Für die Feldspieler, die in drei Gruppen aufgeteilt wurden, standen zunächst Aufwärmübungen an. Vorher aktivierte sich die Mannschaft in einem separaten Fitnesszelt.

Eine Gruppe arbeite mit kurzen Sprints an Hütchen. Die andere wärmte sich beim Kreisspiel auf. Die drei Torhüter trainierten zunächst allein. Der Hauptteil des Trainings war ein Turnier auf engem Spielfeld mit je zwei Torhütern. (SERVICE: Der WM-Spielplan)

Zu Beginn spielten Mario Gomez, Marco Reus, Mesut Özil, Julian Brandt, Sami Khedira, Matthias Ginter und Mats Hummels gegen Ilkay Gündogan, Sebastian Rudy, Jerome Boateng, Joshua Kimmich, Thomas Müller, Leon Goretzka und Marvin Plattenhardt. Gündogan traf um 12.02 Uhr zum 1:0, ehe Reus zum Endstand ausglich. Im zweiten Spiel traf erneut Gündogan zur Führung, ehe Toni Kroos ausglich.

Gündogan traf im Anschluss nochmal den Pfosten. Um 12.09 Uhr gab es für Sorgenkind Gündogan einen anerkennenden Handschlag von Müller. Im dritten Spiel traf Niklas Süle zum 1:0 und Brandt glich aus. Im vierten Spiel traf Plattenhardt und Julian Draxler glich aus.

Auffällig: Mesut Özil pausierte nie, spielte in jedem Spiel und machte einen guten Eindruck. Klares Zeichen vom Trainerteam: Özil soll schnellstens topfit werden.

Wer hatte Schmerzen?

Julian Draxler. Nach einem leichten Zusammenprall mit Torwart Marc-Andre ter Stegen um 12.25 Uhr humpelte der PSG-Profi und fasste sich an den rechten Knöchel. Zwar machte sich Team-Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt an der Seitenlinie bereit. Doch Draxler hielt durch, biss auf die Zähne und traf mit dem lädierten Fuß sogar sehenswert zum 1:1 ins lange Eck.

(Das erste Spiel der deutschen Mannschaft am Sonntag, 17 Uhr gegen Mexiko im LIVETICKER)

Fazit:

 Die deutsche Elf ist nun auch auf dem Platz bei der WM in Russland angekommen. Alle Spieler konnten bei guten Wetterbedingungen voll trainieren, zeigten sich einsatzfreudig und gut gelaunt. Die Sorgenkinder Özil und Gündogan machten ebenfalls einen positiven Eindruck, flachsten zwischendurch auch immer wieder mit den Mitspielern. Spielfreudig zeigte sich auch Brandt. Boateng glänzte auf engem Feld mit guten Diagonalbällen.

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