DFB-Präsident Reinhard Grindel will vor einer Entscheidung über die Zukunft von Joachim Löw eine genaue Analyse betreiben und ausführliche Gespräche führen.

Über die Zukunft von Bundestrainer Joachim Löw wird nicht Hals über Kopf entschieden werden.

DFB-Präsident Reinhard Grindel kündigte nach dem Scheitern bei der WM in Russland an, dass nach der Rückkehr erst ausführliche Gespräche geführt werden müssten. "Ich erwarte", sagte er nach dem 0:2 (0:0) gegen Südkorea in Kasan, "dass wir eine saubere Analyse bekommen, dann werden wir darüber sprechen und die nötigen Konsequenzen ziehen."

Löw hatte zunächst offengelassen, ob er als Trainer der Nationalmannschaft zurücktreten oder weitermachen wolle. "Das ist zu früh für mich, diese Frage zu beantworten", sagte er nach dem Spiel, stellte aber klar, dass er "natürlich verantwortlich" sei. "Jetzt brauchen wir ein paar Stunden, um klarzusehen. Wie es weiter geht, darüber muss man in Ruhe reden."

Grindel: Bierhoff verantwortlich für Analyse

Verantwortlich für die Analyse der WM, sagte Grindel, sei unter anderem Nationalmannschaftsdirektor Oliver Bierhoff. "Dafür haben wir die sportliche Leitung. Die werden uns das erklären müssen, und dann werden wir Konsequenzen ziehen." Bierhoff selbst sagte unmittelbar nach dem Spiel, er gehe "fest davon aus, dass Jogi weitermacht".

Löw hatte erst kurz vor der WM seinen Vertrag bis 2022 verlängert. "Wir haben vor diesem Turnier sehr genau gewusst, dass es nach der WM unabhängig vom Ausgang einen Umbruch geben wird. Wir haben im Präsidium beraten, wer dafür der geeignetste Kandidat ist. Da war die WM 2014 weniger ausschlaggebend, sondern der Confed Cup", sagte Grindel. Die Entscheidung sei deshalb für Löw gefallen.

Er sei nach wie vor der Meinung, dass die Entscheidung, mit Löw weiterzumachen, richtig gewesen sei, sagte Grindel und betonte: "Ich habe von keinem Präsidiumsmitglied gehört, dass er das jetzt anders sieht."