Uruguay feiert einen Last-Minute-Sieg gegen Ägypten
Uruguay feiert einen Last-Minute-Sieg gegen Ägypten © Getty Images
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Luis Suarez und Uruguay holen in letzter Minute doch noch den Sieg gegen Ägypten. Ein Verteidiger erlöst die Südamerikaner spät.

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Ein Last-Minute-Treffer hat Uruguay vor einem Dämpfer beim WM-Auftakt bewahrt.

Gegen Ägypten traf Verteidiger Jose-Marie Gimenez (90.) für die favorisierten Urus mit den Stürmerstars Luis Suarez und Edinson Cavani zum 1:0-Sieg. Uruguay-Trainer Oscar Tabarez jubelte mit seinen Krücken ekstatisch auf der Trainerbank. Der 71-Jährige leidet an einer peripheren Erkrankung des Nervensystems.

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In Abwesenheit des an der Schulter verletzten Mohamed Salah, der an seinem 26. Geburtstag nur auf der Bank Platz genommen hatte, verpassten die Nordafrikaner bei ihrem WM-Comeback nach 28 Jahren einen Punktgewinn.(LIVETICKER zum Nachlesen)

"Ich bin froh für die ganze Mannschaft"

"Das Tor freut mich sehr. Wir haben keine Räume gelassen, haben es gut gemacht. Die Ägypter waren stark, wir haben sie nicht unterschätzt. Aber das Tor wollte lange nicht fallen. Ich bin froh für die ganze Mannschaft. Wir hatten mehr Chancen und haben verdient gewonnen", sagte Gimenez.

"Mo Salah ist ein sehr wichtiger Spieler für uns, aber ob es mit ihm anders gelaufen wäre, kann man nicht mit Bestimmtheit sagen", bilanzierte Ägyptens Trainer Hector Cuper nach der Partie über den Ausfall seines Superstars.

Chancen von Ägypten sinken

Die Chancen der Ägypter auf den Einzug in die K.o.-Runde sind damit stark gesunken. Uruguay dagegen setzte sich in der Gruppe A auf Rang zwei hinter Gastgeber Russland, der am Donnerstag im Eröffnungsspiel der WM ein überfordertes Saudi-Arabien mit 5:0 (2:0) bezwungen hatte. Ägypten, erstmals seit 1990 bei einer WM dabei, trifft am Dienstag in St. Petersburg auf Russland, Uruguay einen Tag später in Rostow am Don auf die Saudis.(Die Tabelle der Gruppe A)

In einem Spiel ohne große Höhepunkte fehlte Salah den Ägyptern als Führungsfigur, Abnehmer von Pässen und Unruhestifter der gegnerischen Abwehr an allen Ecken und Enden. Eine echte Chance hatte die Mannschaft des argentinischen Trainers Hector Cuper nicht, konnte den schwachen Uruguayern, für die Edinson in der 88. Minute per Freistoß den Pfosten traf, aber gut Paroli bieten - bis zu einer Flanke kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als Gimenez den Ball per Kopf ins Netz wuchtete.(Alle Ergebnisse im Überblick)

Uruguay mit Mühe gegen Ägyptens Defensive

Die Schocknachricht vom Fehlen des Hoffnungsträgers hatten Tausende zuvor noch euphorische Ägypter vor und im Stadion rund 100 Minuten vor dem Anpfiff zu verdauen. Als der Verband die Aufstellung twitterte, fehlte der Name Salah. Anstelle des Superstars, des Torschützenkönigs der Premier League, des Königs der Pharaonen, spielte: Amr Warda von Atromitos Athen, kein Länderspieltor.

Der als Mauer-Mannschaft verschriene Außenseiter versteckte sich nicht, stand relativ hoch, Mohamed Elneny vom FC Arsenal gab den Ballverteiler im Mittelfeld. Und: Die Defensive stand gut. Uruguay brachte sein exzellentes Sturmduo Suarez/Cavani nicht so recht in Position.

Suarez vergibt Hochkaräter

Chancen hatten die beiden Angreifer dennoch: In der 24. Minute schoss Suarez aus kurzer Distanz nur ans Außennetz. In der 73. Minute scheiterte er ebenso wie zehn Minuten später Cavani an Torwart Mohamed El Shennawy, der überraschend für den 45 Jahre alten Essam El Hadary spielte. Der Spielaufbau der Uruguayer lief ansonsten zäh, weil Ägypten geschickt das Zentrum verdichtete.  

Erstaunlicherweise war das Stadion in Jekaterinburg nicht sonderlich gut besucht, obwohl es das zweitkleinste der WM ist. Die gigantischen Stahlrohtribünen hinter beiden Toren für je 6000 Zuschauer waren besetzt, aber abseits davon zeigten sich viele Lücken - nur 27.015 Besucher besetzten die etwas mehr als 35.000 Plätze. Die FIFA kündigte deswegten prompt eine Untersuchung an.