Lesedauer: 3 Minuten

München - Romelu Lukaku stellt im Europa-League-Finale Bestmarken von Ronaldo und CR7 ein - am Ende wird der Belgier trotzdem zum tragischen Helden und schwänzt die Siegerehrung.

Anzeige

Als Romelu Lukaku in der 74. Spielminute reflexartig den Fuß in den Ball hielt, konnte er nicht ahnen, dass er die ganze Saison von Inter Mailand auf den Kopf stellen würde.

Der Fallrückzieher von Sevillas Diego Carlos wäre am Tor vorbeigegangen, doch so landete er im Tor der Mailänder – und entschied das Finale der Europa League zu Gunsten der Andalusier, die sich durch das 3:2 ihren sechsten Titel holten.

Anzeige

Als die Spanier ihren Triumph feierten, war Lukaku schon weg. Mit hängendem Kopf war der Belgier nach Schlusspfiff schnurstracks in der Kabine verschwunden und kehrte selbst zur Siegerehrung nicht zurück. Auf die Silbermedaille als Trostpreis hatte er keine Lust.

Es war ein trauriger Abgang für den tragischen Helden, der eine solch grandiose Saison gespielt hatte und dessen Finale von Köln so glanzvoll hätte sein können. (LIVETICKER zum Nachlesen)

Lukaku mit Führung für Inter

Früh hatte Lukaku Inter in Führung gebracht – auf seine unnachahmliche Weise, mit der er in den letzten Monaten hinter Bayerns Robert Lewandowski der wohl dominanteste Stürmer Europas war. (Service: Spielplan und Ergebnisse der Europa League)

Meistgelesene Artikel
  • Fussball / Bundesliga
    1
    Fussball / Bundesliga
    Bayerns heißer Transfermarkt-Tanz
  • Int. Fussball / Premier League
    2
    Int. Fussball / Premier League
    Rätsel um Thiago: Klopp äußert sich
  • Fussball / Transfermarkt
    3
    Fussball / Transfermarkt
    Transferticker: Burgstaller vor Wechsel in 2. Liga
  • Fussball / 2. Bundesliga
    4
    Fussball / 2. Bundesliga
    Erste Trainerentlassung in 2. Liga
  • US-Sport / NFL
    5
    US-Sport / NFL
    Mahomes mit Rekord bei Chiefs-Sieg

Der Belgier legte den Ball an Diego Carlos vorbei und der Brasilianer, der später zum Helden wurde, konnte sich im Strafraum nur noch mit einem Foul behelfen. Lukaku trat selbst an und verwandelte den Elfmeter eiskalt.

DAZN gratis testen und die Champions League, sowie die Europa League live & auf Abruf erleben | ANZEIGE

Auf den Spuren von Ronaldo und Cristiano Ronaldo

Es war der 34. Pflichtspieltreffer des 27-Jährigen in seiner Debüt-Saison für Inter - Vereinsrekord!

Bei 51 Partien eine außerordentliche Quote, die Lukaku bereits ein Kapitel in den Geschichtsbüchern des stolzen Traditionsklubs einbringt. Der letzte Inter-Spieler, der so viele Tore in einer Spielzeit für die Nerazzurri erzielte, war der Brasilianer Ronaldo 1997/98.

Auch mit dem portugiesischen Ronaldo eint Lukaku nun ein Rekord. Der Stürmerstar traf mit seinem Tor im Finale in sechs aufeinanderfolgenden Spielen in der Europa League. 

Das war bislang nur Cristiano Ronaldo in einem großen europäischen Wettbewerb gelungen, der dieses Kunststück zwischen 2012 und 2013 in der Champions League vollbracht hatte.

Wenn du hier klickst, siehst du Twitter-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Twitter dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit, alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
Alle Akzeptieren
Einmal Akzeptieren

Insgesamt baute Lukaku seinen Rekord in der Europa League sogar auf elf aufeinanderfolgende Spiele mit mindestens einem Tor aus. Begonnen hatte er diese Serie noch in der Saison 2014/15 in Diensten des FC Everton (insgesamt acht Tore in neun EL-Spielen).

Krönung bleibt Inter trotz Lukaku-Toren verwehrt

In seiner Super-Spielzeit 2019/20 schoss Lukaku Inter ins Halbfinale des Coppa Italia und zur Vizemeisterschaft in der Serie A. Die Krönung der besten Saison seit mindestens zehn Jahren sollte im Finale der Europa League folgen, doch daraus wurde nichts.

Auch weil Lukaku sein Killerinstinkt in der 65. Spielminute im Stich ließ, als er alleinstehend an Sevillas Torhüter Yassine Bounou scheiterte. Es wäre wohl die Entscheidung zugunsten von Inter gewesen.

Wenn Lukaku zum Doppelpack eingeschoben hätte, dann wäre die Saison seines Lebens womöglich mit einem Titel gekrönt worden - weil er knapp zehn Minuten später den Ball ins eigene Tor abfälschte, endete sie im Drama.