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Köln - Der FC Sevilla gewinnt zum sechsten Mal die Europa League. Luuk de Jong avanciert zum Matchwinner - Romelu Lukaku ist die tragische Figur des Endspiels.

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Der FC Sevilla schreibt seine schier endlose Liebesgeschichte in der Europa League weiter fort. 

Im sechsten Finale holten sich die Andalusier zum sechsten Mal den Titel - und zwar auf spektakuläre Art und Weise. In einem furiosen und hitzigen Endspiel in Köln rang das Team von Trainer Julen Lopetegui Inter Mailand mit 3:2 (2:2) nieder. (LIVETICKER zum Nachlesen)

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"Ich kann es gar nicht in Worte fassen, wie stolz ich bin", sagte Sevillas Kapitän Jesús Navas, der schon beim ersten Triumph der Europa League dabei war, nach dem Abpfiff bei RTL: "Wir sind eine große Familie und die Unterstützung der Fans hat uns so viel gegeben."

Lopetegui vergas in dem kollektiven Freudentaumel auch den Gegner nicht: "Meine Emotionen sind sehr stark, weil wir sehr hart gearbeitet haben und verdienen, gegen so ein fantastisches Team wie Inter zu gewinnen."

Während die Europa League für Sevilla ein Paradies bleibt, dauert Inters Durststrecke weiter an.

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Lukaku wird zur tragischen Figur

Romelu Lukaku hatte Inter zunächst per Foulelfmeter (5.) in Führung gebracht. Der Stürmerstar traf damit in sechs aufeinanderfolgenden Spielen in der Europa League. Das war bislang nur Cristiano Ronaldo in einem großen europäischen Wettbewerb gelungen, der dieses Kunststück zwischen 2012 und 2013 in der Champions League vollbracht hatte. 

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Der ehemalige Gladbacher Luuk de Jong (12., 33.) drehte allerdings früh das Spiel und schnürte für Sevilla einen Doppelpack. Der Niederländer, der während der Saison oftmals nur Reservist war, wurde zum besten Spieler der Partie ausgezeichnet. 

"Es ist unglaublich. Wir hatten so harte Matches im ganzen Turnier, aber wir haben als Team gut gespielt", schwärmte de Jong: "Wir waren wie eine Familie, egal wer reinkam, wir haben füreinander gearbeitet. Zwei Kopfballtore sind grandios für mich."

Noch vor der Pause glich Diego Godin zwar für die Mailänder aus (36.), Diego Carlos beendete mit einem von Lukaku unglücklich abgefälschten Fallrückzieher (74.) aber Inters Traum vom ersten internationalen Triumph seit dem Champions-League-Sieg gegen Bayern München im Jahr 2010.

Die UEFA wertete den Treffer für den Brasilianer in Diensten Sevillas, trotzdem wurde Lukaku dadurch zur tragischen Figur. In der 65. Spielminute war der Belgier alleinstehend an Sevillas Torhüter Yassine Bounou gescheitert. 

Wie schon im Halbfinale gegen Manchester United (2:1) setzten sich der Teamgeist und die Moral der Spanier gegen die höhere individuelle Qualität des Gegners durch - Sevilla rettete damit auch die Europacupsaison der spanischen Teams. (Service: SPIELPLAN der Europa League)

Mailand landete dagegen nach bislang beeindruckenden Leistungen beim Finalturnier in Nordrhein-Westfalen hart auf dem Boden der Tatsachen - angesichts der hohen Ansprüche des einstigen europäischen Schwergewichts eine herbe Enttäuschung. Nachdem zuvor nur Leverkusens Kai Havertz in den letzten sieben Pflichtspielen gegen die Lombarden treffen konnte, offenbarte das Abwehrbollwerk diesmal ungewohnte Lücken.

De Jong trifft zweimal per Kopf

Vor der Partie hatte Inter-Coach Antonio Conte von seinem Team "Leidenschaft, Mut und Enthusiasmus" gefordert, um "den Pott endlich wieder nach Italien zu holen und Geschichte zu schreiben". Da auch Sevilla diese Tugenden an den Tag legte, entwickelte sich von der ersten Sekunde an eine temporeiche, hochintensive Begegnung mit zahlreichen Torraumszenen.

Nach einem Fehler von Keeper Samir Handanovic hatte Sevilla die erste gute Gelegenheit, doch Fernandos Versuch (3.) wurde auf der Linie geblockt. Im direkten Gegenzug war Lukaku nach einem Solo aus der eigenen Hälfte von Diego Carlos nur per Foul zu stoppen. Mit seinem Treffer vom Punkt baute der Belgier seinen Rekord auf elf aufeinanderfolgende Europa-League-Spiele mit mindestens einem Tor aus.

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Doch Sevilla zeigte sich nur kurz geschockt, de Jong drehte die ausgeglichene Partie mit einem sehenswerten Kopfballdoppelpack zugunsten der Elf von Trainer Julen Lopetegui. Die Begegnung wurde nun immer nickliger, Schiedsrichter Danny Makkelie rückte immer wieder in den Blickpunkt. Godin verwertete einen der zahlreichen Freistöße per Kopf zum Pausenstand.

Nach dem Wechsel erspielte sich Sevilla zunächst leichte Feldvorteile, doch offensiv zwingender war der Kontrahent aus Italien. Nach Lukakus vergebener Großchance entschied der Fallrückzieher von Diego Carlos allerdings das Endspiel. 

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mit Sport-Informations-Dienst (SID)