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Frankfurt am Main - Eintracht Frankfurt fliegt durch die Europa League. Jetzt bietet sich die einmalige Chance, dauerhaft zur Spitzengruppe des deutschen Fußballs aufzuschließen.

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Mentalität schlägt Talent.

Jeder, der irgendwann schon mal Leistungssport betrieben hat, weiß, dass dieser Satz wahr ist.

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Das neueste Beispiel ist der märchenhafte Siegeszug von Eintracht Frankfurt in der Europa League. "Die Mannschaft ist in einem Europa-Tunnel. Wenn abends die Lichter angehen und die Hymne kommt, fühlen sie sich so, als wären sie in den Zaubertrank gefallen", sagte Eintracht-Boss Axel Hellmann am späten Donnerstagabend.

Das gilt in Frankfurt aber nicht nur für die Mannschaft, sondern für das ganze Drumherum. Mit 2:4 hatte die SGE das Viertelfinal-Hinspiel bei Benfica verloren. Aber wirklich jeder in Frankfurt, vom Trambahnfahrer bis zum Spieler, war sich schon vor dem Spiel sicher: "Wir schaffen das."

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So ist auch die Atmosphäre zu erklären, die in der Frankfurter Arena am Donnerstag herrschte. Eine Stimmung wie in diesen 95 Minuten gibt es in einem deutschen Fußballstadion nur ganz, ganz selten. Dieser "Roar", der vom gesamten Stadion kommt, trägt die Mannschaft. Sie fühlt sich tatsächlich fast unverwundbar.

"Wir haben von der ersten Minute daran geglaubt, dass wir weiterkommen", gab Mijat Gacinovic zu. So verrückt es klingt, jetzt wo die übrigen Teilnehmer im Halbfinale FC Chelsea, FC Arsenal und FC Valencia heißen: Für die Eintracht ist alles möglich.

Sie hat sich mit jeder Faser auf diesen Wettbewerb eingelassen, ganz anders als viele andere Bundesligisten in den vergangenen zehn Jahren. Und jetzt wird sie dafür belohnt. Die Hessen haben eine womöglich einmalige Chance in den Händen. Nicht nur in der Europa League, sondern weit darüber hinaus.

Ein Verein, der noch bis vor Kurzem bei vielen als "Randalemeister" abgespeichert war, wird auf einmal "Everybodys Darling" - und das zu Recht. Die Eintracht ist die letzte deutsche Mannschaft im internationalen Wettbewerb. Die Spiele laufen im Free-TV zur Prime Time. Der Image-Gewinn durch Gala-Nächte wie am Donnerstag ist mit Geld kaum zu bezahlen.

Er spielt den Baumeistern der neuen Eintracht in die Hände. Denn was in Frankfurt passiert, ist viel mehr als ein einmaliger Europa-Rausch. Hellmann und Sportvorstand Fredi Bobic bauen sowohl strukturell als auch sportlich an der Zukunft eines Klubs, der das Potenzial hat, sich mit Vereinen wie Schalke und Gladbach um den offenen Platz in den Top 4 Fußballdeutschlands zu streiten.

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Bobic betreibt eine geschickte Transferpolitik, wie sich jetzt wieder im Fall von Luka Jovic zeigt. Selbst wenn der Torjäger schon im Sommer weg sein sollte, spült sein Abgang so viel Geld in die Kasse, dass mit der Perspektive Champions League hochwertiger Ersatz besorgt werden kann.

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Zudem scheut sich der Verein nicht vor unpopulären Entscheidungen. Der Abschied von Fan-Idol Alex Meier wurde im Sommer ebenso kritisiert, wie die Verpflichtung des neuen Trainers Adi Hütter. Den hielten manche schon vor dem ersten Spieltag für eine Fehlbesetzung. Das Gegenteil ist der Fall: Hütters Spielstil begeistert die Fans und die Spieler.

Die Klub-Führung macht zudem nicht den Fehler, nur den kurzfristigen sportlichen Erfolg im Blick zu haben. Gleichzeitig investiert sie Zeit und Geld in die Themen Infrastruktur, Digitalisierung und Internationalisierung.

Wenn die Frankfurter ihre Karten jetzt richtig ausspielen, könnten noch viele magische Nächte vor ihnen liegen.