Glasgow - RB Leipzig hat in der Europa League den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Phase verpasst. Bei Celtic Glasgow wacht die Rangnick-Truppe viel zu spät auf.

von Sportinformationsdienst

RB Leipzig muss nach einem ärgerlichen Rückschlag im Hexenkessel von Glasgow wieder ums Weiterkommen in der Europa League zittern.

Bei den furios kämpfenden Schotten von Celtic Glasgow unterlag die insgesamt zu ungefährliche Mannschaft von Ralf Rangnick 1:2 (0:1). Der farblose Auftritt in Schottland bedeutete für Leipzig nicht nur die erste Niederlage seit elf Pflichtspielen, sondern sorgt in der Gruppe B im Kampf um die Zwischenrunden-Tickets vor den beiden letzten Vorrundenspielen für enorme Spannung. (Service: Die Tabelle der Gruppe B)

"Wir kommen aus der Halbzeit und dominieren klar das Spiel. Nach dem 1:1 fällt 30 Sekunden später das nächste Tor. Das ist sehr ärgerlich. Danach geht von unseren Schüssen keiner rein. Deswegen sind wir sehr unzufrieden", sagte Leipzigs Marcel Sabitzer bei RTL Nitro.

Celtic erwischt RB Leipzig zweimal kalt

Kieran Tierney (11.) und Odsonne Edouard (79.) brachten den legendären Celtic Park durch ihre Treffer zum Kochen - für die Gäste hatte Jean-Kevin Augustin (78.) ausgeglichen. (Service: Der LIVETICKER zum Nachlesen)

Mit einem Sieg hätte RB bereits weiterkommen können, weil Konzernschwester Salzburg Schützenhilfe leistete und bei Rosenborg Trondheim gewann, doch nun sind RB und die Schotten mit je sechs Zählern punktgleich. Zum Vorrundenabschluss reist Leipzig zunächst nach Salzburg (29. November) und empfängt danach Schlusslicht Rosenborg Trondheim (13. Dezember).

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Rangnick sauer: "unterirdisch"

"Ich finde, wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt - mit einer unterirdischen Abwehr bei den Gegentoren. Wir haben bei beiden Gegentoren fahrlässig verteidigt und uns um den Lohn der zweiten Halbzeit gebracht", sagte RB-Trainer Ralf Rangnick bei RTL Nitro: "Es lag am Verhalten bei den Gegentoren."

Von der imponierenden Kulisse im Celtic Park zunächst unbeeindruckt starteten die Leipziger höchst aggressiv in die Partie, verloren aber schnell ihre Linie. Ein Fernschuss von Stefan Ilsanker (8.) aus 25 Metern war die gefährlichste Aktion, bevor Tierney für die Gastgeber traf. Durch die Führung gewann Glasgow an Selbstvertrauen, Leipzig hingegen geriet defensiv einige Male in Schwierigkeiten.

Ein zusätzlicher Wermutstropfen: Linksverteidiger Marcelo Saracchi musste nach 15 Minuten verletzt raus. Ohne den Tempomacher aus Uruguay, für den Marcel Halstenberg ins Spiel kam, wackelte RB. Vorne fehlten den Sachen durch die Ausfälle von Nationalspieler Timo Werner (Zehprellung) und Yussuf Poulsen (Rückenprobleme) sichtlich Offensivkraft. Beide Stürmer hätten aufgrund fehlender Kreativität der Leipziger aber auch keine Möglichkeiten bekommen. (Service: Der Spielplan der Gruppe B)

RB wacht zu spät auf

Auch im zweiten Durchgang erkannten die 2200 mitgereisten Leipziger Fans ihre Mannschaft kaum, echte Chancen blieben aus. Die hatte Celtic durch Scott Sinclair (48.), der den Ball frei  verstolperte. Weitere Konter steckte Leipzig recht gut weg, das Celtic-Tor brachten sie aber nie ernsthaft in Gefahr.

Erst in den letzten 20 Minuten schaffte es RB richtig, an die zuvor starken Leistungen in der  Bundesliga anzuknüpfen. Mit dem Mut der Verzweiflung mehrten sich die Abschlüsse, Celtic nahm sich zurück und beschränkte sich auf schnelle Gegenangriffe. Nachdem Marcel Sabitzer (68.) und Bruma (72.) sich aus der Ferne probierten, vergab auf der Gegenseite Edouard (73.) wiederum nach einem Konter die nächste Großchance.

Bitter für RB, dass sie ausgerechnet in ihrer stärksten Phase und direkt nach ihrem Ausgleich das letztlich entscheidende Tor kassierten. Die rechte Abwehrseite wurde viel zu leicht überrumpelt, Edouard schob in der Mitte völlig frei ein. RB steckte allerdings nicht auf und schnürte Celtic am eigenen Sechzehner ein. Der zur Pause eingewechselte Kevin Kampl scheiterte noch an der Latte (87.).

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