Salzburg - RB Leipzig steht nach einer 0:1-Niederlage beim FC Salzburg vor dem Aus in der Europa League. Die Sachsen müssen jetzt auf Schützenhilfe des "Schwesterklubs" hoffen.

von SPORT1 , Sportinformationsdienst

Ralf Rangnicks erstes Statement nach der womöglich entscheidenden 0:1 (0:0)-Niederlage von RB Leipzig im Schwesternduell beim FC Salzburg macht ein wenig stutzig.

"Wir stehen nicht mit dem Rücken zur Wand. Wenn wir es schaffen, freuen wir uns. Wenn nicht, geht für uns nicht die Welt unter", sagte der Trainer von RB Leipzig in einer irritierenden Gleichgültigkeit bei RTL Nitro

Rangnicks Aussage passte so gar nicht zu den Ambitionen der Leipziger, die er noch im Sommer höchstselbst verkündet hatte. "Soweit ich weiß, qualifiziert sich der Europa-League-Sieger für die Champions League. Bis dahin ist es noch ein ganz weiter Weg und wir brauchen ein sehr gutes Fernglas, um da hinzuschauen. Aber wenn man schon dabei ist, warum nicht?, hatte er im Sommer noch verkündet. Und: "Wir nehmen den Wettbewerb ernst."

ANZEIGE: Die Europa League LIVE bei DAZN - Jetzt kostenlosen Probemonat sichern!

Davon war nicht mehr viel zu spüren - denn jetzt droht bereits das Aus in der Gruppenphase der Europa League. Durch seine dritte Gruppenniederlage hat Leipzig nur noch geringe Chancen auf den Einzug in die K.o.-Runde - und benötigt nun ausgerechnet von Salzburg Schützenhilfe. (Tabelle der Gruppe B)

Vorteil Celtic im Fernduell

Nach Salzburgs Siegtreffer durch Fredrik Gulbrandsen (74.) braucht sein Team für den Sprung unter die besten 32 mindestens einen Sieg im letzten Gruppenspiel (13. Dezember) gegen Rosenborg Trondheim. Außerdem muss Celtic Glasgow gegen Salzburg verlieren.

"Es ist schade. Wir haben die ersten 20 Minuten verschlafen. In der zweiten Halbzeit haben wir einmal nicht aufgepasst und das Tor kassiert", sagte Nationalstürmer Timo Werner und fiel danach durch einen ausgestreckten Mittelfinger auf. "Das war für den Torwart. Es war bloß ein Spaß", sagte Werner.

Mit sechs Punkten aus fünf Spielen ist Leipzig nur noch Dritter. Celtic schob sich hinter den schon fünfmal siegreichen Spitzenreiter Salzburg durch ein 1:0 in Trondheim auf Platz zwei vor. (Spielplan und Ergebnisse)

"Das ist echt scheiße. Jetzt brauchen wir Schützenhilfe von Salzburg", sagte Stefan Ilsanker. Die Österreicher schlossen die Unterstützung aber nicht aus. "Wer uns kennt, weiß, dass wir nie lockerlassen und auch in Celtic punkten wollen. Wenn es Leipzig hilft, ist es auch gut", sagte Salzburgs Hannes Wolf.

Leipzig musste kurzfristig mehrere Ausfälle wegen Verletzungen verkraften. Mit Emil Forsberg (Adduktoren), Kevin Kampl (Sprunggelenk), Marcel Sabitzer und Diego Demme (beide Wadenblessuren) fehlte das etatmäßige Mittelfeld. Das merkte man den Aktionen des Bundesligavierten auch an, im Spiel nach vorne mangelte es an Ideen und Inspiration.  (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Salzburgs Druck lässt Leipzig wanken

Salzburg machte von Beginn an viel Druck und stellte die Gäste vor Probleme. Stefan Ilsanker und Bruma kassierten schon früh Gelb mit Fouls gegen den starken Hannes Wolf. Die fälligen Freistöße durch den Ex-Bremer Zlatko Junuzovic waren aber nicht gefährlich genug. Gulbrandsen (20.) hatte die erste Großchance, scheiterte aber mit einer Direktabnahme an Leipzigs Schlussmann Yvon Mvogo.

ANZEIGE: Jetzt das Trikot von RB Leipzig kaufen - hier geht es zum Shop!

Erst nach 25 Minuten konnte sich RB vom Druck der Gastgeber etwas befreien, leistete sich nicht mehr so viele Fehlpässe und hielt den Gegner weiter vom eigenen Strafraum weg. Nun unterliefen aber auch Salzburg Unachtsamkeiten. Nach einem Fehler von Andre Ramalho steuerte Werner (43.) aufs Tor zu, setzte den Ball aber daneben.

Nach dem Wechsel blieb das Spiel intensiv, Salzburg drängte auf die Führung. Vor allem der erst 19 Jahre Hannes Wolf trieb die Gastgeber an und war von den Leipzigern nur mit Mühe zu halten. In der 60. Minute hielt Wolf aus spitzem Winkel drauf, doch Mvogo tauchte rechtzeitig ab.

Kurz darauf brachte Rangnick mit Yussuf Poulsen für den harmlosen Jean Kevin Augustin einen frischen Stürmer. Doch auch das brachte wenig Entlastung für die Gäste. Im Gegenteil: Gulbrandsen (74.) sorgte für die Entscheidung.

Dennoch wollte der Coach nichts von einer Enttäuschung wissen: "Ab der 20. Minute waren wir ebenbürtig. Angesichts der Personallage haben wir ein gutes Spiel gemacht. Um zu gewinnen, hätten wir ein sehr gutes Spiel gebraucht."