Leipzig - RB Leipzig gewinnt das Hinspiel der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League gegen Craiova. Das späte Gegentor macht Trainer Ralf Rangnick keine Sorgen.

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Die Spieler haderten mit sich, doch Trainer Ralf Rangnick machte gute Miene zum späten Schock.

Bis in die Nachspielzeit führte RB Leipzig im Hinspiel der dritten Qualifkationsrunde der Europa League mit 3:0 gegen Universitatea Craiova, dann traf Ivan Martin zum Anschluss (90.+3).

"Das war ein kleiner Schönheitsfehler", sagte RB-Kapitän Willi Orban: "Das 3:0 wäre verdient gewesen."

Rangnick wollte sich jedoch nicht lange mit den negativen Aspekten des Spiels aufhalten. "Ich bin mit dem Auftritt meiner Mannschaft über weite Strecken sehr zufrieden. Es hätte schon nach einer halben Stunde 2:0 oder 3:0 stehen können oder müssen", sagte der Coach. "Natürlich wäre es besser gewesen, wenn das Gegentor nicht gefallen wäre. Die Jungs ärgern sich noch mehr als ich darüber. Wenn wir aber im Rückspiel so auftreten wie heute, dann mache ich mir unabhängig vom Gegentor keine allzu große Sorgen, bei allem Respekt für den Gegner."

Gegen den rumänischen Pokalsieger Universitatea Craiova gewann RB verdient mit 3:1 (1:0), ging dabei aber höchst verschwenderisch mit seinen Chancen um. Dennoch reist RB in der kommenden Woche mit einem Vorteil zum Rückspiel in die osteuropäische Provinz (ab 18.30 Uhr im LIVETICKER).

Playoffs gegen Braga oder Lugansk

Innenverteidiger Ibrahima Konate (25.) köpfte die klar überlegenen Sachsen nach einer Ecke in Führung. Neuzugang Matheus Cunha (77.) und der eingewechselte Yussuf Poulsen (87.) erhöhten kurz vor dem Ende. Der Kroate Martic (90+3.) erzielte aus Sicht der Gäste ein möglicherweise wertvolles Anschlusstor.

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Bei einem Weiterkommen gegen Craiova müsste RB für den Einzug in die Gruppenphase noch Sorja Lugansk/Ukraine oder Sporting Braga/Portugal (Hinspiel: 1:1) in den Playoffs ausschalten. In der zweiten Runde hatte sich Leipzig gegen den schwedischen Vertreter BK Häcken durchgesetzt.

Die WM-Fahrer Timo Werner und Poulsen saßen zunächst ebenso auf der Bank wie Spielmacher Emil Forsberg, der die Vorbereitung zuletzt wegen der Geburt seines ersten Kindes unterbrochen hatte. Auch Neuzugang Nordi Mukiele sowie Marcel Sabitzer fehlten in der Startelf.

Dennoch hatte RB vor 16.648 Zuschauern klare Qualitätsvorteile. Der Bundesligist war von Beginn an die bestimmende Mannschaft und kam früh zu besten Chancen. Bruma (5.), Cunha (9.) und Stefan Ilsanker (20.) vergaben diese aber aus kurzer Distanz leichtfertig. 

Craiova bleibt harmlos

RB zog in der gegnerischen Hälfte ein sicheres Kombinationsspiel auf, Craiovas Abwehr ließ sich von einfachen Pässen in die Tiefe häufig viel zu einfach überrumpeln. Beim überfälligen Führungstor nach einer Ecke hatten die Rumänen Konate aus den Augen verloren und sträflich allein gelassen. Nichtsdestotrotz musste sich Leipzig die mangelnde Chancenverwertung ankreiden lassen.

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Mit der Führung im Rücken ließ der Leipziger Druck der ersten halben Stunde nach. RB zog sich etwas zurück, stand defensiv aber gefestigt und geriet nicht in Bedrängnis. Leipzig-Schlussmann Yvon Mvogo erlebte einen äußerst entspannten Arbeitstag.

Cunha und Poulsen treffen spät

Die Dominanz der Anfangsphase ließ Leipzig nach dem Seitenwechsel zunächst vermissen. RB tat sich deutlich schwerer, gegen die dichte rumänische Abwehr ein Durchkommen zu finden. Rangnick reagierte mit der Einwechslung der spielstarken Offensivspieler Forsberg und Sabitzer - und hatte damit Erfolg. 

Die Maßnahme wirkte als Weckruf. Sabitzer sorgte über die rechte Seite für gefährliche Vorstöße, Forsberg überzeugte im Zentrum. Die Leipziger Standards blieben gefährlich, Konate verpasste nach einer Ecke aus wenigen Metern seinen zweiten Treffer (69.).

Kurz darauf sorgte Cunha bei nun starkem Regen für den erlösenden zweiten Treffer. Poulsen schraubte das Ergebnis verdient weiter in die Höhe, dann verkürzte Martic gegen unkonzentrierte Leipziger.