London - Der FC Arsenal agiert im Halbfinal-Hinspiel der UEFA Europa League 80 Minuten in Überzahl, bringt aber nur ein Tor zustande. Atletico kontert kurz vor Schluss.

Für den scheidenden Teammanager Arsene Wenger sowie die deutschen Weltmeister Mesut Özil und Shkodran Mustafi ist mit dem FC Arsenal der Triumph in der Europa League in weite Ferne gerückt.

Die Londoner kamen im Halbfinal-Hinspiel gegen Atletico Madrid trotz über 80-minütiger Überzahl nur zu einem 1:1 (0:0) und gehen nun als Außenseiter in das Rückspiel am kommenden Donnerstag. (Spielplan und Ergebnisse)

"Es ist enttäuschend. Wir waren über 90 Minuten klar dominant. Wir haben so viele Torchancen kreiert, das schafft sonst kaum eine Mannschaft gegen Atletico. Wir haben leider nicht das Ergebnis geholt, dass wir uns gewünscht haben. Auch ein 1:0 wäre peinlich genug gewesen. Wir haben ein dummes Tor gekriegt. Wir müssen jetzt nach Madrid und genau so spielen wie heute. Wir hoffen natürlich auf ein Tor, dann ist das Spiel offen", sagte Arsenals Mittelfeldstratege Granit Xhaka bei SPORT1.

SPORT1 überträgt das Rückspiel in Madrid am kommenden Donnerstag ab 19 Uhr LIVE im TV.

Xhaka: Wollen Wenger "das Finale schenken"

Im 102. und letzten Europacup-Heimspiel von Wenger, der nach fast 22 Jahren bei den Gunners am Saisonende zurücktritt, erzielte Alexandre Lacazette das 1:0 (61.), der französische Nationalspieler Antoine Griezmann traf kurz vor Schluss zum überraschenden Ausgleich (82.). Bereits nach zehn Minuten hatte Atleticos Sime Vrsaljko die schnellste Gelb-Rote Karte in der Geschichte des Wettbewerbs gesehen. Das Finale in Lyon findet am 16. Mai (ab 19 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) statt.

"Die Kulisse der Fans war Gänsehaut pur", sagte Xhaka über die besondere Atmosphäre bei Wengers letztem Heimspiel auf europäischer Bühne. "Wir wollten ihm natürlich ein gutes letztes Heimspiel liefern und wollen ihm unbedingt noch das Finale schenken."

Arsenal begann mit den Weltmeistern Özil und Mustafi in der Startelf direkt mit viel Schwung. Erst scheiterte Stürmer Lacazette am Außenpfosten (6.), nur eine Minute später parierte Atletico-Torwart Jan Oblak einen Kopfball des Franzosen glänzend.

Simeone muss auf die Tribüne

Wenig später wurde Madrid gleich doppelt geschwächt, als nach Vrsaljkos Platzverweis dessen Trainer Diego Simeone so heftig reklamierte, dass er von Schiedsrichter Clement Turpin auf die Tribüne geschickt wurde. (Das Spiel zum Nachlesen im TICKER)

Auch danach war es ein Spiel auf ein Tor, Arsenal kam zu weiteren guten Chancen durch Jack Wilshere (18.), Danny Welbeck (21.) und Nacho Monreal (31.).

Erst gegen Ende der ersten Hälfte hielten die Gäste, die am Donnerstag ihr 115-jähriges Vereinsbestehen feierten, besser dagegen. Nach 37. Minuten prüfte Griezmann Arsenal-Türhüter David Ospina erstmals.

Lacazette erlöst Gunners - aber Griezmann kontert

Doch auch nach der Pause dominierte Arsenal - vergaß aber zunächst das Toreschießen. Auch nach dem Kopfballtreffer von Lacazette erinnerte die Begegnung eher an eine Handballspiel: Madrid, Titelträger von 2010 und 2012, verteidigte am eigenen Strafraum.

Griezmann traf dann nach einem Konter, begünstigt durch eine Fehlerkette der Hausherren.

Nicht auf dem Platz standen bei Arsenal die früheren Dortmunder Henrikh Mkhitaryan (Knieverletzung) und Winterzugang Pierre-Emerick Aubameyang, der nicht in der Europa League spielberechtigt ist.

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