Salzburg - BVB-Coach Peter Stöger geht mit seiner Truppe hart ins Gericht. Timo Werner nimmt seinen Fehlschuss nicht krumm, Zenit-Coach Mancini spricht von Beerdigung. Stimmen

RB Leipzig steht nach dem 1:1 bei Zenit St. Petersburg zum ersten Mal in der jungen Klubgeschichte im Viertelfinale der UEFA Europa League. Coach Ralph Hasenhüttl ist stolz auf seine Truppe, während Zenit-Trainer Roberto Mancini von einer Beerdigung spricht.

Borussia Dortmund scheidet nach einer blamablen Leistung im Achtelfinal-Rückspiel der Europa League gegen den FC Salzburg überraschend aus. Andre Schürrle legt nach der Pleite den Finger in die Wunde. Peter Stöger hält eine Brandrede.

SPORT1 fasst die Stimmen aus der Mixed Zone und von Sky zusammen:

FC Salzburg - Borussia Dortmund 0:0

Andre Schürrle (Borussia Dortmund): "Wir haben uns heute den Schneid abkaufen lassen. Wir konnten nicht das umsetzen, was wir wollten. Wir waren nicht mutig genug, hatten zu wenig Energie und zu wenig Chancen herausgespielt. Zudem waren wir in den Zweikämpfen zu langsam. Am Ende kannst du so nicht gewinnen. Wir haben den Kampf in zwei Spielen nicht angenommen."

...über die Qualität der Mannschaft: "Natürlich haben wir ein Top-Team, Top-Spieler. Aber wenn man das nicht richtig einsetzt, bringt die ganze Qualität nichts."

SPORT1 zeigt die Auslosung der UEFA Europa League am Freitag ab 13.00 Uhr im LIVESTREAM und LIVETICKER.

...über die starkte Leistung von Roman Bürki: "Wir konnten froh sein, dass Roman uns so lange im Spiel gehalten hat. Er ist ein super Torwart."

...über die Pfiffe nach dem Aus: "Bei so einer Leistung sind die Pfiffe und die Enttäuschung der Fans mehr als verständlich."

Peter Stöger (Trainer Borussia Dortmund): "Die erste Halbzeit war richtig schlecht. Salzburg dagegen war aggressiv wie zu erwarten war. Wir waren einfach zu behäbig, da braucht man sich nicht wundern, wenn man zu keiner Chance kommt. Salzburg ist nach zwei Spielen verdient weiter."

...über die Auswechslungen von Marco Reus und Mario Götze zur Pause: "Marco hatte ein bisschen Probleme im Oberschenkel und mit Mario war ich überhaupt nicht zufrieden. Wir haben uns eine spielerische Linie erwartet, Positionen anzuspielen, Bälle in die Tiefe zu spielen, Laufwege zu machen hinter die Kette. Das ist ja tatsächlich überhaupt nicht passiert. Wenn das überhaupt nicht passiert und gar nicht umgesetzt wird, muss man halt anderen Jungs eine Chance geben. Darum der Doppeltausch."

...über die vorhandene Qualität des BVB-Kaders, die aber nicht abgerufen wurde: "Wenn du mit dem Selbstverständnis in so ein Spiel reingehst und glaubst, dass auf dieser Wiese Hacke und Spitze geht, und du nimmst den Kampf, die Arbeit nicht an. Dann kannst du nicht im Europapokal gewinnen. Und auch nicht in der Meisterschaft. Es gibt ja nur zwei Möglichkeiten: Erstens du spielst die vorhandene spielerische Qualität aus, dann muss aber die Pass-Sicherheit stimmen und die Situationen müssen zu Ende gespielt werden. Und wenn das nicht funktioniert, dann die zweite Möglichkeit: Über Fleiß, über Laufarbeit und Zweikämpfe das abzudecken. Der erste Bereich wurde heute nicht erfüllt, und der zweite nicht angenommen."

...über die vielen hohen Bälle in der zweiten Hälfte: "Haben Sie etwa in der ersten Halbzeit Spielerisches gesehen?"

Nachfrage von SPORT1: Nein, aber die Qualität ist doch vorhanden?

"Das sagen Sie. Wir reden viel über Qualität. Qualität ist aber das, was ich auf dem Platz sehe. Ich sage jetzt keine Namen oder sonst was. Qualität ist das, was ich Woche für Woche sehe. Ich sehe uns nicht stabil. Und ich sehe uns nicht so gut aufgestellt. Wir haben in einer schwierigen Phase übernommen und das versucht irgendwie zu reparieren, zu korrigieren. Da sind wir nun mittendrin. Nur leicht geht das nicht.

In der zweiten Hälfte gab es diese Qualität nicht, denn wir hatten nur vier Torchancen. Dann muss man eben andere Möglichkeiten (Anm. d. Red: hohe Bälle) bringen. Deswegen war für mich klar - es wird nicht besser - und die Aggressivität der Salzburger bleibt gleich. Und wenn es eben nicht spielerisch geht, muss ein anderer Plan her. Den haben wir ausgepackt und dann hatte ich zumindest das Gefühl, da sind elf Spieler auf dem Platz, die versuchen das Spiel zu gewinnen. Das hatte ich so im ersten Durchgang gar nicht."

...über die Mentalität seiner Spieler (bei Sky): "Es geht möglicherweise auch um Charaktere und Persönlichkeiten, man kann zwar aus jedem ein bisschen was rausholen, aber ich kann Leute ja nicht komplett umkrempeln."

Marco Rose (FC Salzburg): "Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft und übers Weiterkommen. Das haben wir uns aber auch erarbeitet."

...über seinen Wunschgegner: "Bisher habe ich mich immer zurückgehalten. Jetzt aber habe ich ein Wunschlos: Ich will nach London (Anm. d. Red: Arsenal ist gemeint)."

Zenit St. Petersburg - RB Leipzig 1:1

Ralph Hasenhüttl (Trainer RB Leipzig): "Wir sind stolz, dass wir es geschafft haben, ins Viertelfinale einzuziehen. Aber wir hätten es viel früher entscheiden können. Wir hatten genügend Chancen. Aber bei uns gibt es Spannung immer inklusive, manchmal mehr als eigentlich erträglich."

...über das 1:1 kurz vor dem Halbzeitpfiff: "Wir haben gut begonnen und gleich gezeigt, dass wir ein Tor schießen wollen. Nachdem wir es hatten, haben wir leider aufgehört Fußball zu spielen und den Gegner stark gemacht. Und das darf uns in so einem Spiel nicht passieren."

Roberto Mancini (Zenit St. Petersburg): "Ich mache mir trotz des Europa-League-Ausscheidens keine Gedanken über meine Zukunft. International waren wir in dieser Saison besser als im Vorjahr und hatten es mit vielen starken Klubs zu tun. Gegen ein Top-Team wie Leipzig fehlte letztlich das Quäntchen Glück, um weiterzukommen."

SPORT1 zeigt die Auslosung der UEFA Europa League am Freitag ab 13.00 Uhr im LIVESTREAM und LIVETICKER.

..über die Meisterschaft: "Es sind noch acht Partien bei zehn Punkten Rückstand zu spielen. Vor einer Beerdigung muss aber erst ein Toter da sein. Darum sollten wir darüber nicht voreilig urteilen."

...über Kokorins Verletzung und Auswechslung: "Es gibt noch keine Diagnose. Morgen wissen wir mehr."

Timo Werner (RB Leipzig): "Was wir erreicht haben, ist etwas ganz Großes: Wir sind eine der letzten acht Mannschaften in der Europa League. Wir haben bis zum Ende gekämpft und uns heute das Weiterkommen verdient."

...über den verschossenen Elfmeter: "Wenn man in so einer Phase einen Elfmeter verschießt, ist das natürlich nicht gut, aber es passiert. Den nächsten mache ich wieder rein! Die Hauptsache ist, dass wir weitergekommen sind."

Emil Forsberg (RB Leipzig): "Harte und enge Spiele sind im Europapokal normal. Ich bin nun seit drei Jahren ein Teil von RB Leipzig und ich freue mich zusammen mit der Mannschaft, dem Verein und der Stadt. Es ist einfach nur fantastisch. Wir schreiben hier Geschichte."

Peter Gulasci (RB Leipzig): "Vor allem in der ersten Halbzeit wurde von beiden Mannschaften sehr guter Fußball gespielt. Nach unserem Führungstor ist es ein wenig abgeflacht. Aber wir sind weitergekommen - das ist die Hauptsache!"

...über einen Wunschgegner: "Gegen wen wir im Viertelfinale antreten, ist mir egal - die letzten acht Teams dieses Wettbewerbs sind alle gut." (Spielplan/Ergebnisse)

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