Leipzig - Timo Werner führt RB Leipzig im Achtelfinal-Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg zum Sieg. Doch ein Traumtor lässt RB bangen - auch Werner hadert.

von Maximilian Lotz , Jochen Stutzky , Sportinformationsdienst

Seine fast zweimonatige Durststrecke vor heimischen Publikum beendete Timo Werner eindrucksvoll - dennoch wurde die Freude etwas getrübt.

Denn trotz Werners Glanzleistung beim 2:1 (0:0)-Erfolg im Achtelfinal-Hinspiel gegen Zenit St. Petersburg muss RB Leipzig wegen eines späten Gegentreffers um den Einzug ins Viertelfinale der UEFA Europa League bangen.

"Es ist schade, dass wir wieder so ein Gegentor bekommen haben. Wir waren über weite Strecken die bessere Mannschaft, wir haben das Spiel dominiert und verdient die zwei Tore gemacht. So ein Gegentor ist einfach bitter, gerade in diesem Wettbewerb ist das sehr ärgerlich", haderte Werner bei SPORT1 mit dem Freistoßtor von Domenico Criscito (86.). (Das Spiel im TICKER zum Nachlesen)

Zuvor hatte der Nationalspieler mit einem gekonnten Hackenpass Brumas Führungstreffer mustergültig serviert (56.), später erzielte er per Lupfer sein erstes Tor in einem Heimspiel seit dem Rückrundenstart am 13. Januar gegen Schalke (3:1).

Werner erleichtert nach Ende der Torflaute

"Vorher habe ich eine Chance schon sehr kläglich vergeben, deswegen musste das fürs Gewissen sein. Den nächsten werde ich querlegen", erklärte Werner sein Erfolgserlebnis, das dem Vizemeister dennoch beste Chancen auf den Viertelfinaleinzug ermöglicht. (SERVICE: Das Achtelfinale der UEFA Europa League)

Entsprechend optimistisch fielen die Prognosen für das Rückspiel am kommenden Donnerstag in St. Petersburg (ab 19 Uhr im LIVETICKER, Highlights ab 23 Uhr im TV auf SPORT1) aus.

SPORT1 überträgt das Achtelfinal-Rückspiel in der UEFA Europa League des BVB beim FC Salzburg am Donnerstag ab 21.05 Uhr LIVE im TV auf SPORT1Ausführliche Highlights der übrigen Spiele wie Arsenal gegen Milan sind ab 23.00 Uhr zu sehen.

"Ich traue uns zu, dass wir dort das Spiel offen gestalten. Wenn der Gegner kommen muss, werden wir unsere Räume bekommen. Ich gehe davon aus, dass wir ein Tor brauchen werden. Zu null zu spielen ist ja nicht so unser Ding, deswegen werden wir nach vorne unsere Qualität brauchen. Ich bin zuversichtlich und habe keine Angst vor dem Rückspiel", sagte RB-Trainer Ralph Hasenhüttl bei SPORT1. (Die Stimmen zur Europa League)

"Fünf Minuten bis zum Traumergebnis"

An der Vorstellung seines Teams im Hinspiel hatte der Österreicher wenig auszusetzen - abgesehen von der Schlussphase: "Das war eines unserer besseren Heimspiele, wir haben den Gegner fast über 90 Minuten dominiert, für das Traumergebnis haben fünf Minuten gefehlt. Wir schaffen es einfach nicht, international zu null zu spielen. Dennoch nehmen wir viel Positives mit."

Vor der Saison-Minuskulisse von 19.877 Zuschauern war Leipzig die klar überlegene Mannschaft und beendete mit dem Sieg seine Flaute von vier Pflichtspielen ohne Sieg.

Hasenhüttl hatte zunächst überraschend auf Marcel Sabitzer verzichtet und den offensiveren Bruma gebracht. Der Portugiese machte über die Flügel viel Dampf und hatte unfreiwillig die erste Chance des Spiels. Sein Schuss (9.) wurde gefährlich abgefälscht und strich nur knapp am Lattenkreuz vorbei. 

Nationalspieler Werner, in der Liga zuletzt in sechs Spielen in Folge ohne Torerfolg, präsentierte sich auffallend engagiert, ließ im Passspiel aber zunächst die nötige Präzision vermissen. In der 21. Minute hatte der 22-Jährige die Führung auf dem Fuß, zog mit rechts aber knapp übers Tor.

Forsberg scheitert am Innenpfosten

Für den Höhepunkt im ersten Durchgang sorgte Spielmacher Emil Forsberg, der einen Freistoß an den Pfosten drehte. Kurz vor der Pause leitete Forsberg per Freistoß eine schön Finte ein, doch Werner kam im Abschluss nicht richtig hinter den Ball und vergab.

Der viermalige russische Meister agierte überraschend passiv, der italienische Star-Trainer Roberto Mancini hatte den Tabellenvierten der russischen Liga sehr defensiv eingestellt. 

Spätes Gegentor schmerzt

Zum zweiten Durchgang bot sich ein unverändertes Bild. Leipzig blieb am Drücker, hatte als einziges Team Chancen. Der aufgerückte Abwehrchef Dayot Upamecano (49.) verpasste die Führung per Kopfball, Jean-Kevin Augustin (51.) traf nur das Außennetz. 

Nach dem Treffer der Hausherren hätte Werner kurz darauf das beruhigende 2:0 erzielen müssen, doch der zehnmalige Nationalspieler schloss zu hastig ab. Erst jetzt bemühten sich auch die Gäste um Offensivszenen, doch Leipzig blieb wachsam und hielt die Russen weit von seinem Strafraum entfernt.

In der 77. Minute erhöhte Werner auf 2:0, ehe Zenit kurz vor Schluss zum Auswärtstor kam.