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Deutschland hat sich für die EM 2020 qualifiziert. Bei der EM-Auslosung könnte ein Gruppengegner bereits feststehen, ein anderer kommt wohl doch nicht infrage.

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Deutschland hat sich am Samstag für die Europameisterschaft 2020 qualifiziert.

Doch auf wen das DFB-Team in seinen Gruppenspielen im kommenden Jahr treffen könnte - das ist höhere Mathematik.

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"Wir saßen heute Morgen zusammen und haben die ganze Geschichte auseinandergenommen. Es ist nicht so einfach", bekannte auch Bundestrainer Joachim Löw auf der Pressekonferenz am Montag. "Im Grunde ist es mir wurst. Wir können so oder so gegen starke Mannschaften kommen. Man muss jeden Gegner wie ein K.o.-Spiel nehmen. Unser Ziel muss sein, das Spiel gegen Nordirland zu gewinnen und die Gruppe vor Holland abzuschließen, unabhängig von der Auslosung."

Komplizierter Weg zur EM-Gruppe

SPORT1 gibt einen Überblick über den äußerst komplizierten Weg zur Gruppen-Zusammensetzung für die erste paneuropäische EM im kommenden Jahr.

Gemeinsam mit 18 anderen Nationen hat sich das DFB-Team bereits ein Ticket für die EM gesichert. Nach dem letzten Qualifikations-Spieltag am Dienstag steht auch die Verteilung der vier Töpfe fest, in die die Mannschaften gesetzt werden. Die 20 durch die EM-Quali qualifizierten Teams werden streng nach der "Rangliste der European Qualifiers" den Töpfen zugeordnet, die Sieger der vier (erst im März stattfindenden) Playoff-Turniere landen im vierten Topf.

Durch diese Regelung können Gruppenzweite nicht im ersten Topf landen, sondern befinden sich (je nach Quali-Abschneiden) im zweiten, dritten oder vierten Topf. Die sechs besten Gruppensieger landen in Topf 1, die restlichen vier Sieger in Topf 2 gemeinsam mit den zwei besten Gruppenzweiten. Um überhaupt vergleichen zu können, werden in den fünf Quali-Sechsergruppen die Ergebnisse gegen den Tabellenletzten bei der Berechnung gestrichen. (SERVICE: Tabellen der EM-Qualifikation)

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Deutscher Spielort hängt auch von Ungarn ab

Weitere UEFA-Vorgaben machen die Auslosung am 30. November (18 Uhr) in Bukarest allerdings zur Gehirnakrobatik. So sind die sechs EM-Gruppen mit je zwei Austragungsorten verknüpft, sodass die qualifizierten Teams automatisch in "ihrer" Gruppe landen.

Deutschland ist durch die gelungene Qualifikation in Gruppe F mit Spielort München gesetzt, außerdem bildet Budapest einen Spielort der Gruppe F. Qualifiziert sich also Ungarn, derzeit Zweiter der Gruppe E, ebenfalls für die EM, ist das Land auf jeden Fall deutscher Gruppengegner. Ob das direkte Duell in Deutschland oder Ungarn stattfindet, wird während der Auslosung bestimmt.

Sollte Ungarn sein Quali-Finale gegen Wales am Dienstag (EM-Qualifikation: Wales - Ungarn, 20.45 Uhr im LIVETICKER) verlieren und damit die direkte Qualifikation verpassen, hätte Deutschland jedenfalls drei Heimspiele in der Gruppenphase in München sicher.

Duell mit Ukraine wohl geplatzt

Weitere "Partnerländer" sind Italien und Aserbaidschan (Gruppe A), Russland und Dänemark (B), Niederlande und Rumänien (C), England und Schottland (D) sowie Spanien und Irland (E). Automatisch gesetzt ist kein Team, so kann sich beispielsweise Aserbaidschan gar nicht mehr für die Europameisterschaft qualifizieren.

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Lange Zeit sah es dank eines komplizierten Setzsystems auch so aus, dass die Ukraine ebenfalls mit Deutschland in einer Gruppe landet. Da die Ukraine als Gruppensieger (Gruppe B) aber bereits feststeht und auch Deutschland seit Samstag auf dem ersten Platz der Gruppe C liegt, ist dieses Szenario nun unwahrscheinlicher geworden. Ausgeschlossen ist es allerdings nicht. Denn noch könnten beide Teams selbst als Gruppensieger in unterschiedlichen Töpfen landen. Das ist dann der Fall, wenn nur eine von beiden Mannschaften zu den sechs besten Gruppensiegern zählt.

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Frankreich und Portugal als Gruppengegner?

Landet Deutschland also in Topf 1 und Ungarn bleibt in Topf 4, würde das DFB-Team noch Gegner aus Topf 2 und 3 zugelost bekommen. Da drei Länder in Topf 2 bereits Gastgeberländer sind, kommen die drei übrigen Teams Topf 2 und alle sechs aus Topf 3 als Gegner in Frage.

Einteilung der Lostöpfe (Stand vor dem letzten Quali-Spieltag, endgültige Zusammensetzung steht erst am Donnerstag fest, bereits qualifizierte Teams gefettet):

Topf 1: Italien, England, Deutschland, Spanien (alle Gastgeberländer), Belgien, Ukraine

Topf 2: Dänemark, Russland, Niederlande (alle Gastgeberländer), Polen, Frankreich, Kroatien

Topf 3: Österreich, Tschechien, Portugal, Schweiz, Türkei, Schweden

Topf 4: Ungarn (Gastgeberland), Finnland, Sieger Playoffs A bis D

Theoretisch könnten Deutschland und Ungarn also mit Weltmeister Frankreich und Europameister Portugal in eine Gruppe kommen. Aber auch Duelle mit Polen und Österreich wären möglich.

Zweite EM-Auslosung am 1. April?

Spiele gegen andere Gastgeberländer (außer des "Partnerlandes") sind in der Gruppenphase nicht möglich. Damit kann Deutschland in der Vorrunde definitiv nicht auf Italien, Russland, Dänemark, die Niederlande, Rumänien, England, Schottland, Spanien und Irland treffen.

Auch politisch heikle Duelle wie Russland gegen Ukraine oder Serbien gegen Kosovo könnten erst nach Abschluss der Playoffs offiziell werden. In den UEFA-Regeln ist sogar festgelegt, dass auch die Reisedistanzen innerhalb einer Gruppe für ein Land nicht zu groß werden dürfen.

Noch komplizierter wird die Lage, falls sich in einem der vier Playoff-Wege zwei Gastgeberländer befinden. Dies ist beispielsweise bei Schottland, Irland oder Rumänien möglich. In diesem Fall würde nach Ablauf der Playoffs (29. bis 31. März) eine zweite EM-Auslosung fällig. Passenderweise wäre diese für den 1. April datiert.