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Amsterdam - Deutschland startet mit einem Sieg in die EM-Qualifikation. Nico Schulz rettet dem DFB-Team einen späten Sieg in den Niederlanden und beendet eine lange Durststrecke.

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Leon Goretzka klatschte begeistert mit Nico Schulz ab, Matthias Ginter nahm den Matchwinner vor Freude in den Schwitzkasten. Der späte Siegtreffer des Hoffenheimers sorgte für ausgelassene Feierstimmung der stark verjüngten deutschen Nationalmannschaft auf dem Rasen der Amsterdamer Johan-Cruyff-Arena.

"Ich habe alles in meinen rechten Huf gelegt und der Ball ist reingegangen", kommentierte Schulz sein Tor in der 90. Minute zum 3:2 (2:0) gegen die Niederlande bei RTL. "Der Sieg tut uns als Mannschaft sehr gut. Wir ziehen aus dem Spiel viel Selbstvertrauen." (SERVICE: Ergebnisse und Spielplan)

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Nach dem ersten Sieg beim Erzrivalen seit 23 Jahren kann die DFB-Auswahl den weiteren Aufgaben auf dem Weg zur Endrunde 2020 äußerst positiv entgegenblicken. (SERVICE: Tabellen der EM-Qualifikation)

Die starken Leroy Sane (15.), Serge Gnabry (34.) hatten der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw eine vermeintlich komfortable Halbzeitführung beschert.

Löw: "Wir haben den Glauben nicht verloren"

Matthijs de Ligt (48.) und Memphis Depay (63.) bestraften mit ihrem zwischenzeitlichen Ausgleich die lange Zeit passive Spielweise der Gäste im zweiten Durchgang, doch der Hoffenheimer Schulz ließ die Gäste nach einem schönen Spielzug der eingewechselten Ilkay Gündogan und Marco Reus unter dem Strich nicht unverdient jubeln. Ihr nächstes Qualifikationsspiel bestreitet das neuformierte Löw-Team am 8. Juni in Weißrussland.

"Die erste Halbzeit war klasse, wir das Spiel absolut unter Kontrolle gehabt. Der Treffer in der zweiten Halbzeit fiel zu einem sehr ungünstigen Zeitpunkt. Es ist ein Prozess, den so eine junge Mannschaft durchläuft. Mit einem guten Angriff haben wir die Entscheidung noch herbeigeführt. Wir haben den Glauben nicht verloren. Heute hatten wir das Spielglück, das uns in den vergangenen Spielen gefehlt hat", sagte Löw. (Die Stimmen zum Spiel)

Neuer: "Wendepunkt heute mal für uns"

Kapitän Manuel Neuer ergänzte: "Gerade in den vorangegangenen Duellen mit Holland hat es uns zuletzt oft in der Schlussphase erwischt. Ich hab dann schon gedacht, dass der Wendepunkt heute mal für uns kommt. Das ist natürlich schön, dass wir nach dieser zweiten Hälfte, in der wir zwei Gegentore bekommen."

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Löw überraschte in der Johan-Cruyff-Arena mit seiner Aufstellung. Der formstarke Marco Reus stand nicht in der Startelf, dafür machte der Bundestrainer mit Joshua Kimmich, Toni Kroos und Leon Goretzka die Mitte dicht. "Reus hat seit zwei Tagen Schmerzen im Oberschenkel. Das Risiko war zu groß", begründete Löw vor dem Anpfiff bei RTL seine Entscheidung.

Im Gegensatz zum 0:3-Debakel in der Nations League an gleicher Stelle im Oktober und dem Länderspiel gegen Serbien am vergangenen Mittwoch (1:1) nahm Löw sieben Veränderungen in seiner Anfangsformation vor - und sein Team (Durchschnittsalter: 25,1 Jahre) zeigte ein neues Gesicht.

Sane belohnt starken Start der DFB-Elf

Gnabry prüfte schon nach zwei Minuten Jasper Cillessen im niederländischen Tor. Der erste Abschluss des Münchners hatte Signalwirkung. Die Doppelspitze Sane/Gnabry stellte die Defensive der Gastgeber um Virgil van Dijk mit ihrer Schnelligkeit und ihren Laufwegen immer wieder vor große Probleme. Unterstützung erhielt das Angriffs-Duo von Goretzka.

Die Gäste belohnten sich nach einer Viertelstunde für ihren couragierten Auftritt. Kroos und Nico Schulz spielten Sane frei, der einen Ausrutscher von Gegenspieler de Ligt eiskalt zu seinem dritten Länderspieltor nutzte.

Neuer pariert zweimal glänzend

Die frühe Führung verlieh den Gästen zusätzliches Selbstvertrauen, auch wenn das hohe Pressing der Niederländer die deutschen Hintermannschaft um den neuen Abwehrchef Niklas Süle immer wieder Probleme bereitete. Auf Manuel Neuer war aber Verlass. Der zuletzt in die Kritik geratene Kapitän, der mit seinem 86. Länderspiel zu Torwart-Titan Oliver Kahn aufschloss, verhinderte mit zwei Glanzparaden gegen Ryan Babel den Ausgleich (25., 27.).

Danach bekam die deutsche Mannschaft das Spiel wieder in den Griff. Gnabry erhöhte mit seinem Traumtor von der Strafraumgrenze in den Winkel. Thilo Kehrer (39.) und Sane (40.) scheiterten danach an Cillessen. Die niederländischen Fans verabschiedeten ihre Mannschaft mit Pfiffen in die Pause.

Deutschland verschläft Wiederbeginn

Das zeigte Wirkung. Angetrieben von Frenkie de Jong erhöhten die Gastgeber den Druck, die DFB-Auswahl stand nun sehr tief. Beim ersten Gegentreffer kam Innenverteidiger de Ligt zwischen Kehrer und Antonio Rüdiger zum Kopfball, Neuer war ohne Abwehrchance.  

Oranje hielt das Tempo hoch, kombinierte nun flüssig, während die defensiv nun anfälligen Gäste nicht mehr für Entlastung sorgten. Die Folge war der Ausgleich durch Depay. Dem Spiel der Gäste fehlte in dieser Phase ein Anführer, der wieder Ordnung in die Aktionen brachte. Auch Kroos tauchte in der zweiten Hälfte ab. Nur ansatzweise befreite sich die DFB-Auswahl vom Druck der Niederländer.