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München - U21-Trainer Stefan Kuntz schlägt für die Zukunft im deutschen Fußball Alarm. Bei den Talenten sei der DFB "sowas von abgeschlagen".

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Die deutsche Nationalmannschaft gab zuletzt kein gutes Bild ab.

Vor allem nach dem 0:6 gegen Spanien mussten sich die Spieler und Joachim Löw Kritik gefallen lassen.

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Doch nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft macht Sorgen, erklärte U21-Trainer Stefan Kuntz.

"Wir sind sowas von abgeschlagen", sagte Kuntz im Podcast kicker meets DAZN mit Blick auf die Einsatzzeiten deutscher Talente in den Vereinen im Vergleich zu denen anderen Topnationen. Der DFB sei "komplett im Hintertreffen".

Kuntz unterhält sich nicht mehr mit Löw

Während es in der Vergangenheit durchaus regelmäßige Abstimmungen zwischen Kuntz und Bundestrainer Löw darüber gab, welche Spieler in der U21 und welche im A-Team auflaufen, sei das nun "gar nicht mehr der Fall. Aus diesem Grund unterhalten sich der Jogi und ich nicht mehr, weil die Masse an Toptalenten nicht da ist."

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Es herrsche auch kein persönlicher Austausch mit dem in der Kritik stehenden Löw.

"Der Jogi ist seit 14 Jahren Bundestrainer und hat in jedem Turnier Halbfinale oder Finale erreicht (2018 nicht, Anm. d. Red.) - angenommen also, es wäre so: Was soll ich denn sagen? 'Ich hatte das auch schon mal, damals habe ich so und so reagiert'?", meinte der 58-Jährige, der das 0:6 aufgrund der EM-Qualifikation der U21 am gleichen Tag selbst nicht gesehen hat.

Kuntz, der von Benedikt Höwedes als Löw-Nachfolger ins Spiel gebracht wurde, ergänzte: "Nein, nein. Wir verstehen uns kollegial, aber ich denke, dass Jogi schon ein paar Leute um sich herum hat, mit denen er da ernsthaft im Austausch ist und die ihm näher stehen als ich zum Beispiel."

Kuntz schlägt für die Talenteentwicklung in Deutschland vor, womöglich "nicht nur Sprintwerte und Dribblings" in Betracht zu ziehen. "Vielleicht gibt es auch so was wie 'Soft Skills'", meinte Kuntz: "Zum Beispiel einen Matchplan zu verfolgen, individuell auch eigenständige Entscheidungen auf dem Platz treffen zu können, wenn der Matchplan mal nicht greift, oder eine gewisse Form von Disziplin zu haben."