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Deutschlands Probleme mit dem favorisierten System von Joachim Löw sind offesichtlich. Ein Wechsel muss her, kommentiert SPORT1-Chefreporter Florian Plettenberg.

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Mit einer Dreierkette wollte Joachim Löw nach dem WM-Debakel in Russland und dem Abstieg aus der Nations League den Umbruch einleiten.

Zugegeben: Mit diesem System kam man nahezu problemlos durch die EM-Quali, die Gegner waren allerdings Estland, Weißrussland und Nordirland. Gegen die Niederlande, das einzige Schwergewicht, spielte man 3:2 und 2:4.

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Mit der Dreierkette gewann Deutschland nicht gegen Argentinien, auch nicht gegen Spanien oder die Schweiz. Der erste Sieg im siebten Nations-League-Anlauf gegen die Ukraine war einer Einzelaktion von Antonio Rüdiger und einem Torwartfehler zu verdanken.

Der CHECK24 Doppelpass mit Reiner Calmund, Daniel Baier und Marcel Reif am Sonntag ab 11 Uhr im TV auf SPORT1

Falsche Karosserie für den DFB-Motor

Löws System ist nicht revolutionär. Es sorgt weder für Begeisterung, noch für Spielwitz. Aber wie auch? Es bei diesen Terminplänen perfekt einzustudieren, ist kaum möglich.

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Eine Dreierkette, die im Spiel gegen den Ball zur ultradefensiven Fünferkette mutiert, ist die falsche Karosserie für diesen DFB-Motor, der von der Bayern-Achse angetrieben werden muss.

Löw sollte wieder auf Dominanz setzen. Kontern kann man gegen größere Gegner immer noch.

Die DFB-Auswahl ist mit viel Offensiv-Talent gesegnet. Weltklasse in der Defensive ist nicht vorhanden. Warum dann fünf statt ausreichender vier Defensiv-Spezialisten anstelle eines weiteren Spielers im Mittelfeld?

Nach dem 3:3 gegen die Türkei sagte der Bundestrainer: "Am System liegt es nicht."

Löw weicht von seinem Plan nicht ab 

Die Systemfrage liegt aber auf dem Tisch! Weltmeister Bastian Schweinsteiger machte das Thema ebenfalls auf: "Es ist schön und gut, dass der Bundestrainer verschiedene Systeme testen will. Aber wenn es auf eine Europameisterschaft zu geht, will eine Mannschaft wissen, wie sie genau spielt."

Zuletzt gab es auch Kritik von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus. Löw weicht von seinem Plan aber nicht ab.

Er hat versucht, der Mannschaft schnelles Umschaltspiel einzuimpfen. Die Idee macht Sinn, denn vorne hat man mit Leroy Sané, Serge Gnabry und Timo Werner exzellente Konterspieler.

Das Trio kann aber auch in einem 4-2-3-1-System agieren – wie beim FC Bayern! Mit diesem System holten die Münchner das Triple, Löw wurde damit Weltmeister.

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Keine Zeit zum Einspielen

Die Dreierkette muss auch deshalb weg, weil bis zur EM ein Problem nicht verschwinden wird: die fehlende Zeit zum Einspielen.

Dass Löw von seinem Kurs nicht abweichen will, ist riskant. Denn trägt dieses System keine Früchte, könnte es nach der EM über die Zukunft des Bundestrainers entscheiden.