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Zwischen der Nationalmannschaft und dem FC Bayern geht es nicht immer harmonisch zu. Oliver Bierhoff ordnet in einem Interview vergangene Dissonanzen ein.

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Die Degradierung von Oliver Kahn zur Nummer zwei im Tor hinter Jens Lehmann vor der WM 2006 sowie der Verzicht auf Thomas Müller, Jérôme Boateng und Mats Hummels sind nur zwei Beispiele für Angelegenheiten, die in der Vergangenheit für Zoff zwischen dem FC Bayern und der deutschen Nationalmannschaft gesorgt haben.

Insbesondere Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge griffen die Verantwortlichen des DFB immer wieder verbal an. Doch Manager Oliver Bierhoff weiß derartige Attacken einzuordnen.

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"Solche Dinge kommen vor, wichtig ist, dass man nicht nachtragend ist und wieder zu einer sachlichen Diskussion findet. Ich sehe meine Aufgabe auch darin, mitunter als Prellbock für Jogi und die Mannschaft dazustehen. Ich halte die Diskussionen aus, manchmal ist ja so, dass sie das Geschäft beleben. Und am Ende kommen wir immer wieder zusammen", erklärte der ehemalige Nationalspieler der Schweizer Zeitung Blick.

Bierhoff: "Hoeneß gerne mal ein bisschen provokanter"

Insbesondere Hoeneß' Aussagen dürfe man nicht immer überbewerten. "Uli Hoeneß ist gerne mal ein bisschen provokanter unterwegs. Diese Impulsivität hat es ja auch ausgemacht mit ihm, und wir haben es vermieden, jedes seiner Worte auf die Goldwaage zu legen", ergänzte Bierhoff.

Der 52-Jährige betonte, dass man beim DFB bewusst Stärke gezeigt habe. "Es gab immer wieder mal Diskussionen, wenn Bayern versucht hat, Druck zu machen, und wir dagegenhalten mussten. Das war aber wichtig für die Sache, aber auch als Signal für die anderen Spieler und Vereine. Dass sie sahen: Der DFB knickt nicht ein vor den Bayern", führte Bierhoff weiter aus.

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Er fasste zusammen: "Am Ende müssen wir als deutscher Fußball gemeinsam vorgehen. Hin und wieder gibt es Meinungsverschiedenheiten, das lässt sich kaum vermeiden, weil die Interessen nicht immer einheitlich sind. Ich versuche dann hervorzuheben, dass wir a) mit den Spielern immer verantwortungsvoll umgegangen sind und b) die Nationalmannschaft für die Entwicklung der Spieler, auch bezüglich des Marktwerts, immer viel beigetragen hat."

Gute Kommunikation zwischen Flick und Löw

Zudem lobte er den derzeitigen Umgang zwischen Triple-Sieger und DFB, der auch durch die Personalien Hansi Flick und Joachim Löw gegeben ist, die lange zusammengearbeitet haben.

"Aktuell ist es mit den Bayern sehr entspannt, sicher auch, weil Hansi Flick als ehemaliger Assistent einen guten und korrekten Draht zu Jogi hat. Jogi sprach kürzlich sogar von einer Seelenverwandtschaft", sagte Bierhoff, befürchtete jedoch: "Dennoch halte ich für möglich, dass es im Herbst mit den vielen Spielen wieder Diskussionen gibt. Aber das werden wir gemeinsam lösen, das haben wir mit den Bayern bei einem gemeinsamen Essen besprochen."

Deutschland bestreitet Anfang September zwei Partien ín der Nations League. Am Donnerstag geht es zunächst gegen Spanien, drei Tage später ist die Schweiz der Gegner (beide Partien jeweils ab 20.45 Uhr im LIVETICKER).