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München - In einer Pressekonferenz verteidigt Bundestrainer Joachim Löw mit emotionalen und tiefgründigen Worten die Verschiebung der EM 2020 aufgrund der Coronakrise.

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Joachim Löw hat auf einer einstündigen Pressekonferenz am Mittwochnachmittag mahnende, nachdenkliche aber auch aufmunternde Worte zum richtigen Umgang in der Coronakrise gefunden.

Der Fußball, das drückten die Worte des Bundestrainers deutlich aus, hat erst einmal hintenanzustehen.

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SPORT1 fasst die wichtigen Botschaften von Löw zusammen: 

"Die Welt wehrt sich"

Löw zeigte sich gleich zu Beginn der Video-Schalte mit 20 ausgewählten Redaktionen, darunter auch SPORT1, emotional. "Corona hat die Welt fest im Griff", meinte der 60-Jährige.

Und weiter: "Die Welt hat ein kollektives Burnout erlebt. Ich habe den Eindruck, dass sich die Welt wehrt." Löw kritisierte, dass es in den vergangenen Jahren zu sehr um "Macht, Gier und Profit" gegangen sei. Nun gehe es vor allem um Entschleunigung. "Wir müssen jetzt auf die wichtigen Dinge schauen", forderte er. Sätze, mit den Löw zum Nachdenken anregt. Zudem betonte er mehrfach, dass sich er und die Nationalspieler ihrer Vorbildfunktion bewusst seien und diese auch ausfüllen wollen.

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"Jeder einzelne muss beweisen, dass wir uns wandeln können"

Löw, sowie die teilnehmenden Fritz Keller (DFB-Präsident) und Oliver Bierhoff (Direktor Nationalmannschaften und Akademie), gehen mit gutem Beispiel voran, arbeiten per Home-Office und vermeiden so gut es geht soziale Kontakte. Sie folgen damit dem Aufruf der Bundesregierung und der Gesundheitsexperten. Löw forderte dazu auf, einander zu helfen. "Es ist wichtig, dass wir aufeinander schauen und achtsam sind. Wir müssen uns an die Regeln halten", sagte er. Seine eigenen vier Wände verlasse er nur, "um etwas spazieren zu gehen oder Fahrrad zu fahren". Es ginge "aktuell nicht anders", so Löw, der zum Ausdruck bringt, auf was es jetzt ankommt: "Jeder einzelne Mensch muss nun ein Vorbild sein."

"Wir müssen noch respektvoller miteinander umgehen"

Der Bundestrainer fordert ein Umdenken in der Gesellschaft. Mehr Miteinander, statt Gegeneinander lautet seine Devise. Passend dazu: Die deutschen Nationalspieler spenden 2,5 Millionen Euro für den Kampf gegen das Coronavirus. Eine Initiative, die maßgeblich von der Mannschaft ausging. "Sie wollten ein Zeichen setzen", erklärte Bierhoff. Sowohl Bierhoff als auch Löw hätten zudem von sich aus angeboten, auf Teile ihres Gehalts zu verzichten, erklärte DFB-Präsident Keller.

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"Für diese EM hatten wir gute Lösungen parat"

Rein sportlich gesehen bedauert Löw die Absage der EM 2020. "Wir hatten gute Lösungen parat", so der Bundestrainer: "Ich habe eine Freude auf die EM gespürt und ein unsichtbares Band, das uns zusammenhält. " Löw versprühte Optimismus, denn er vermittelte den Eindruck, dass die DFB-Elf für dieses Turnier bereit gewesen wäre. Zudem habe sich die im Umbruch befindende Mannschaft "gut entwickelt". Ob die Verschiebung um ein Jahr nun ein Vorteil oder ein Nachteil sei, könne er derzeit "nicht endgültig beantworten". Aus der Krise wolle er aber einen "Schub" mitnehmen. Aber auch Löw weiß: Bis zur EM 2021 kann er den Umbruch weiter vollziehen und dabei auf Leistungsträger wie Niklas Süle (Reha nach Kreuzbandriss) und Leroy Sané (zuletzt Kreuzbandanriss) zurückgreifen.