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Joachim Löw ist mit den Auftritten des DFB-Teams in 2019 zufrieden. Bei der EM 2020 erwartet er Fußballfeste - und sieht keinen Grund für Überheblichkeit wie 2018.

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Am Weihnachtsfest sehnt sich Joachim Löw wie Millionen andere Menschen auch nach Ruhe und Besinnlichkeit. "Ich freue mich an Weihnachten auf ein bisschen Zeit mit der Familie und Freunden. Das ist mir sehr wichtig", sagte der Bundestrainer im Interview mit dem SID: "Da geht es dann auch mal um Dinge, die nichts mit Fußball zu tun haben."

Bevor Löw das auch für ihn persönlich richtungsweisende EM-Jahr in Angriff nimmt, nutzt er die anstehenden Feiertage zum Krafttanken und zur Reflexion. Welche Schulnote die Nationalmannschaft für das Spieljahr 2019 verdient habe? "Ich würde eine 2 geben", verriet Löw nach leichtem Zögern: "Unter wirklich schwierigen Voraussetzungen, unterschiedlichen Konstellationen und großen Herausforderungen hat es die Mannschaft am Ende doch sehr gut gelöst."

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Joachim Löw mit Ergebnissen der DFB-Elf zufrieden

Für die Bestnote haben "vor allem Kontinuität und Konstanz gefehlt", ergänzte Löw. Der Bundestrainer begründete dies mit den zahlreiche Verletzungen wie die von Offensivstar Leroy Sané und Abwehrchef Niklas Süle. "Jede Mannschaft, die irgendwann mal einen großen Titel gewinnen will, braucht Automatismen", betonte Löw: "Da sind wir ein bisschen im Hintertreffen."

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Mit den reinen Ergebnissen ist der Bundestrainer aber "zufrieden". Als Gruppensieger löste die DFB-Auswahl ihr Ticket für die paneuropäische EM im kommenden Sommer, insgesamt verlor das neu formierte Team nur einmal (2:4 gegen die Niederlande). Er spüre "eine große Energie und einen guten Teamgeist", sagte Löw, "und man spürt Lust auf Erfolge und gute Spiele."

Aber ist die Mannschaft für Löw schon titelreif? So wie das Weltmeisterteam von 2014? Der 59-Jährige antwortet darauf nicht direkt mit "nein", aber aus seinen Worten ist genau das herauszuhören. "Wir brauchen noch Zeit", "wir müssen realistisch sein", "andere Mannschaften sind uns einen Schritt voraus" - Löw sieht Deutschland bei der EURO vor allem als ambitionierten Herausforderer von Frankreich, Niederlande, England und sogar Italien.

Löw freut sich auf Fußballfeste

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Es sei zwar "auch unser eigener Anspruch, das Maximum zu erreichen", sagte Löw. Aber dieses Maximum - sprich den Titel - könne man vielleicht noch nicht im kommenden Sommer erwarten. Löws langfristiger Plan mit Sané, Süle und Co. zielt auf die WM 2022 ab. Um dann aber noch im Amt zu sein, muss Löw das DFB-Team bei der EM mindestens bis ins Viertelfinale führen. 

Die Hammerlose für die Vorrunde mit Weltmeister Frankreich und Titelverteidiger Portugal sieht Löw auch mit ein paar Wochen Abstand euphorisch. "Die Gruppe zieht wirklich alle in ihren Bann", sagte Löw, der in München Fußballfeste erwartet: "Solche Partien wollen die Fans sehen." 

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Durch die namhaften Gegner besteht zudem kaum die Gefahr, wie beim blamablen WM-K.o. 2018 in Russland aus Überheblichkeit früh auszuscheiden. Als eine Lehre aus dem WM-Debakel will Löw sein Team vom Start weg in Endspielstimmung bringen. "Bei einem Turnier sind alle Spiele K.o.-Spiele", betonte er. Selbst wenn der dreimalige Europameister zuerst gegen einen vermeintlich schwächeren Gegner antreten müsste, "würde ich sagen: 'Aufgepasst, es ist das erste Spiel!'"

Weitaus weniger Gedanken macht sich Löw über seinen bevorstehenden 60. Geburtstag am 3. Februar. "Für mich spielt das keine große Rolle, ich weiß auch noch gar nicht, ob ich feiere oder nicht", sagte Löw. Der körperlich noch immer sehr fitte Bundestrainer gab zu, das ihn die runde Zahl zum Nachdenken bringe. "60? Das war früher das Rentenalter! Die Zeiten haben sich geändert, aber 60 ist schon etwas anderes als 50 oder 40, das gebe ich zu", sagte Löw. Aber "in ein tiefes mentales Loch", ergänzte er schmunzelnd, "werde ich wahrscheinlich nicht fallen".