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Frankfurt am Main - Oliver Bierhoff stellt in Frankfurt die DFB-Maßnahmen für eine erfolgreiche Zukunft vor. Der Abstand zur Weltspitze sei nicht so groß wie es bei der WM den Anschein hatte.

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Der DFB hat die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft gestellt. Die entsprechenden Maßnahmen präsentierte eine Direktion um Oliver Bierhoff, Direktor Nationalmannschaften und Akademie, und sein Team am Mittwoch in der Commerzbank Arena in Frankfurt vor.

Unter dem Motto "Zurück an die Weltspitze" erklärte Bierhoff vor allem, wie man sich zukünftig der Suche von Talenten, ihrer Förderung und Entwicklung widmen will. Nicht nur von Spielern, auch der von Trainern.

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Der Abstand zur Weltspitze, so erklärte Bierhoff, sei nicht so groß, wie man ihn im vergangenen Sommer wahrgenommen habe. Damit spielte der Europameister von 1996 auf das blamable Vorrunden-Aus der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2018 in Russland an.

Zurück zur Bolzplatzmentalität

Das Bierhoff-Team, zu dem unter anderen Joti Chatzialexiou (Sportlicher Leiter der Nationalmannschaften) und Meikel Schönweitz (Cheftrainer der U-Nationalmannschaften) zählten, machte klar, dass im deutschen Fußball eine Richtungsänderung notwendig sei. Ganz konkret bedarf es einer Ausbildungsreform, so Bierhoff.

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Interessant: Der DFB hat vor, Talenten in ihrer Entwicklung wieder mehr Freiraum zu geben. So wolle man wieder mehr Dribblings und technische Elemente fördern. "Wir brauchen wieder mehr Bolzplatzmentalität”, gab Bierhoff als Devise aus. Man möchte wieder mehr Kreatives und Unterschiedliches zulassen. Chatzialexiou ergänzte: "Fußball ‚Made in Germany‘ soll wieder Ausdruck von Weltklasse sein."

Durchaus selbstkritisch räumte das Gremium ein, in der Vergangenheit in den U-Bereichen, auch auf Landes- und Regionalebene, zu selektiv bei der Auswahl von Talenten gewesen zu sein. Man habe auch „in vielen Altersklassen nicht mehr altersgerecht ausgebildet”, sagte Chatzialexiou und ergänzte, dass die DFB-Analysen ergeben hätten, dass „mindestens ein Drittel unserer Talente nicht optimal gefördert werden”.

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Schönweitz sagte, dass man seitens der DFB-Ausbildung in der Vergangenheit "überprofessionell" gewesen sei. Was er damit meinte: Zu viel Input auf zu vielen Ebenen – etwa für die Spieler.

EM 2024 als Fernziel

In Rahmen zahlreicher Vereinsbesuche ließen sich Bierhoff und sein Team auch erklären, warum etliche Bundesligisten vermehrt ausländische Talente verpflichten, statt auf Eigengewächse zu setzen. Bierhoff betonte aber auch, dass deutsche Spieler vor allem „noch besser werden müssen”, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern.

Der 50-Jährige selbst machte klar, dass er fortan nicht mehr bei "jedem Spiel oder Training" der A-Nationalmannschaft dabei sein werde. Für ihn sei es fortan wichtiger, seine Direktion "zu managen und zu orchestrieren", erklärte Bierhoff. Der Erfolg der DFB-Elf stünde aber weiterhin über allem, so der Ex-Profi.

Bis wann sollen die Reformen greifen und bis wann soll der Sprung "zurück an die Weltspitze" gelingen? Auf SPORT1-Nachfrage sagte Bierhoff, dass man in fünf bis sechs Jahren mit Ergebnissen rechne. Ganz konkret habe man die EM 2024 in Deutschland im Blick.

Eine wichtige Änderung verriet Tobias Haupt. Der Leiter der DFB-Akademie teilte mit, dass die Fußball-Lehrer-Ausbildung reformiert wird. Sowohl im Inhalt, da man analysiert habe, dass man derzeit nicht gemäß den Kompetenzen ausbilde, die heutzutage gefragt seien. Auch in der Ausbildungsdauer gibt es Änderungen. So wird die Anzahl der Präsenzzeiten während der laufenden Bundesliga-Saison für die Absolventen um 50 Prozent reduziert, in der Ausbildung um 25. Dadurch verlängert sich die Lehrgangs-Dauer von neun auf elf Monate.