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Der Umbruch in der Nationalmannschaft ist im CHECK24 Doppelpass das bestimmende Thema. Alexander Zorniger kritisiert den DFB und entfacht eine kontroverse Debatte.

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Die verjüngte Nationalmannschaft hat nicht zuletzt beim 3:0-Erfolg gegen Russland Hoffnungen auf einen erfolgreichen Umbruch geweckt.

DFB-Vize Rainer Koch erklärte, dass man sich dabei auch an der Konkurrenz orientieren müsse. "Die Italiener und die Holländer machen es uns vor, wie man einen Neuanfang macht, nämlich mit einer jungen Mannschaft", sagte Koch im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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Alexander Zorniger warnte allerdings vor vorschnellen Schlüssen. "Nur Tempo und nur Jugend reicht nicht. Es dauert einfach", sagte der Trainer von Bröndby IF und entfachte damit eine kontroverse Debatte über das neue Gesicht des DFB-Teams.

Zorniger prangert Umgang mit Löw an

Zorniger übte in diesem Zusammenhang Kritik an DFB-Präsident Reinhard Grindel für dessen Umgang mit Bundestrainer Joachim Löw.

"Bei mir überwiegt nach wie vor der Respekt vor der Arbeit des Bundestrainers. Nur: Der DFB hat sich in der Führungsetage nicht gut präsentiert. Reinhard Grindel hätte Joachim Löw vor der Nations League aus der Schusslinie nehmen müssen. So war vor dem Spiel gegen Frankreich schon ein großer Druck da und ein schneller Umbruch nicht möglich", sagte Zorniger.

"Alle Maßnahmen, die du als Trainer nach so einer Kack-WM triffst, sollten nicht daran orientiert sein, ein 0:0 gegen Frankreich in der Nations Leagu zu schaffen, sondern in zwei Jahren ein potenzieller Titelkandidat bei der EM zu sein - und das wisst ihr", hielt der frühere Coach des VfB Stuttgart Koch vor. Grindel hätte Löw aus der Schusslinie nehmen sollen.

"Jetzt sprechen Sie Jogi nach so einer WM etwas zu heilig", hakte da SPORT1-Experte Marcel Reif ein. Zornigers trockene Antwort: "Ich bin eben auch Trainer."

Von einem radikalen Schnitt im Kader hält auch Koch indes nichts. "Es ist wichtig für die Jungen, dass sie auch von den Weltmeistern unterstützt werden."

Gegen Russland hatte Löw die jüngste Startelf seit dem Confed Cup auf den Rasen geschickt, das Durchschnittsalter lag bei 24,5 Jahren. Mit Matthias Ginter, Jonas Hector und Manuel Neuer standen nur drei Weltmeister von 2014 von Beginn an auf dem Platz.

Rolfes: Mannschaftsstruktur aufbrechen

Ex-Nationalspieler Simon Rolfes ist von Löws eingeschlagenem Weg überzeugt und sprach sich für eine gute Mischung im Kader aus.

"Jede Mannschaft braucht Stützen. So alt sind sie alle nicht. Manuel Neuer und Toni Kroos sind für mich weiterhin Führungsspieler. Ich finde es aber gut, dass die Mannschaftsstruktur aufgebrochen wurde. Auch die Alteingesessenen müssen sich dem Konkurrenzkampf stellen", sagte der Nachwuchsleiter von Bayer Leverkusen.

Reif sah es ähnlich. "Du kannst nicht nur auf die Jungen setzen. Es sollte keine Grundsatzentscheidung sein. Man muss eine neue Mannschaft zusammenbasteln. Aber: Mit der Mannschaft, die gegen Russland gespielt haben, wirst du sicher nicht Europameister."

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