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Christoph Daum kritisiert Bundestrainer Joachim Löw für dessen Kader-Entscheidungen. Schon vor der WM sei Bewährtes zu wenig hinterfragt worden.

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Christoph Daum hat Bundestrainer Joachim Löw einen unzureichenden Willen zum Umbruch in der Nationalmannschaft vorgeworfen.

"Nach großen Erfolgen ist der Trainer seinen Spielern unheimlich dankbar. Seine Spieler haben ihm zum Weltmeistertrainer gemacht", sagte Daum im CHECK24 Doppelpass auf SPORT1.

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Dabei übte er Kritik am Kader für die WM: "Bei der Nominierung für die WM in Russland gab es sehr viele Dankbarkeitsentscheidungen, die nicht durch aktuelle Leistungen zu belegen waren. Dass die Diskussion über Manuel Neuer alles dominiert hat, war ein Schlag ins Gesicht für die jüngeren Spieler."

Daum: "Blutauffrischung hätte gut getan"

Daum hätte sich gewünscht, dass Löw mehr auf die jüngere Generation setzen würde. "Warum wurde das Bewährte nicht hinterfragt? Weil er zu lange daran festhält", sagte der 64-Jährige. "Eine Blutauffrischung hätte nicht nur der Mannschaft gut getan, sondern auch dem Image des Bundestrainers."

Daum nahm Löw daher in die Pflicht: "Es müssen jetzt mal Reizpunkte gesetzt werden. Die muss auch Jogi Löw setzen. Da würde jeder sagen: Da ziehe ich den Hut vor. Im Jahr vor der WM haben wir kaum gute Spiele gemacht. Es ist versäumt worden, den Generationswechsel einzuleiten. Wenn die Kritik berechtigt ist, dann wird er sich nicht mehr halten können."

Daum hebt Sane hervor

Als ein Beispiel für die neue Generation nannte er ManCity-Flügelstürmer Leroy Sane, der bei der 0:3-Pleite gegen die Niederlande am Samstag erst in der zweiten Hälfte eingewechselt wurde. "Wenn ein Leroy Sane reinkommt, geht mir das Herz auf. Das wollen wir sehen", sagte Daum.

Misserfolge würden einer jüngeren Mannschaft auch eher verziehen, glaubt Daum. "Wir wollen nicht nur Erfolge sehen, aber eine Mannschaft, die alles gibt auf dem Platz. Das kommt im Moment nicht rüber."

Daum ergänzte: "Wir haben junge Spieler, die die Zukunft vor sich haben, und dann haben wir ältere Spieler, die die Zukunft hinter sich haben. Ganz einfach."