Mesut Özils Berater hat die Äußerungen einiger Nationalspieler und der Münchner Vereinsbosse heftig kritisiert. Manuel Neuer kann damit wenig anfangen.

von Sportinformationsdienst

Erkut Sögüt, der Berater von Mesut Özil, hat das viel diskutierte Foto des ehemaligen Nationalspielers rund acht Wochen nach dessen Rücktritts aus dem DFB-Team verteidigt und mehrere deutsche Nationalspieler angegriffen.

"Mesut hat keinen Fehler gemacht. Dabei bleibt es", sagte Sögüt dem Fußballmagazin 11Freunde. "Es ist eine Frage des Respekts, den Präsidenten zu treffen, wenn dieser darum bittet."

Er sprach damit das umstrittene Treffen von Özil und seinem Nationalmannschaftskollegen Ilkay Gündogan mit Türkeis Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan in London im Vorfeld der WM-Endrunde in Russland an.

Neuer, Kroos und Müller im Zentrum der Kritik

Die Aussagen von DFB-Kapitän Manuel Neuer, Toni Kroos und Thomas Müller, die sich nach Özils Rücktritt alle öffentlich zum Rücktritt geäußert hatten, bewertet der Berater als "mehr als enttäuschend und deplatziert". Für die Worte der drei gäbe es nur zwei Erklärungen: "Sie sind entweder naiv oder berechnend", sagte Sögüt.´

Kroos hatte in einem Interview mit der Bild-Zeitung von einem "hohen Anteil an Quatsch" in Özils Statement gesprochen. Auch Neuer, Müller sowie Bundestrainer Joachim Löw hatten sich kritisch über Özil geäußert.

Neuer reagierte auf der Pressekonferenz vor dem Münchner Champions-League-Spiel bei Benfica Lissabon kühl, als er auf die Vorwürfe Sögüts angesprochen wurde: "Ich kenne diesen Menschen nicht und weiß nicht wer das ist. Für mich gibt es da kein Thema mehr. Das ist alles, was ich dazu sagen kann."

Berater: "DFB hätte Mesut schützen müssen"

Zu Löw führte Özils Berater weiter fort, dieser verteidige sich "gegen einen Vorwurf, der nie erhoben wurde. Mesut wurde nicht im Team, sondern von der Mitte der Gesellschaft rassistisch angefeindet – da hätte ihn der DFB schützen müssen.".

Der 29 Jahre alte Özil hatte sich zwei Monate nach seinem Treffen mit Erdogan erstmals zu der Kritik an seiner Person geäußert. In einer dreiteiligen Erklärung in den Sozialen Medien hatte er schwere Vorwürfe gegen den DFB und dessen Präsidenten Reinhard Grindel erhoben und auch seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt.

Sögüt nimmt sich auch Bayern-Bosse vor

In seinem Rundumschlag nimmt sich Sögüt auch die Bayern-Bosse Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge vor.

Nach Hoeneß' Äußerungen, Özil habe seit Jahren in der Nationalmannschaft "Dreck" gespielt und wolle mit den Rassismusvorwürfen gegen den DFB von seiner Leistung ablenken, schoss Sögüt verbal heftig zurück: "Wenn hier irgendjemand ablenken will, dann sind es diese beiden. Und zwar von der Leistung ihrer eigenen Spieler, von ihrer Steuerhinterziehung, ihren unverzollten Rolex-Uhren und von der Vetternwirtschaft in ihrem Verein."