München - Der ehemalige Nationalspieler Mike Hanke kritisiert das DFB-Trainergespann für dessen Personalpolitik. Auch Leroy Sane habe darunter gelitten.

von SPORT1

Im neuen SPORT1-Podcast "Generation Fußball" übt der ehemalige deutsche Nationalspieler Mike Hanke Kritik am Trainerstab des DFB und dessen Vorliebe für einen ganz speziellen Spielertyp. 

In Bezug auf die Nicht-Berücksichtigung von Leroy Sane bei der Weltmeisterschaft in Russland sieht Hanke Parallelen zu seiner Zeit im DFB-Team, als der heutige Bundestrainer Joachim Löw noch Assistent von Vorgänger Jürgen Klinsmann war.

"Das Trainerteam hat mich mitgenommen, weil ich die Schnauze gehalten habe", spielt Hanke auf den damaligen Konkurrenzkampf mit Kevin Kuranyi vor der Heim-WM 2006 an (Die Diskussion über die WM und ihre Folgen beginnt in Minute 27)

Der frühere Schalke-Stürmer wurde von Klinsmann und Löw trotz einer starken Bundesliga-Spielzeit (30 Spiele, 10 Tore) nicht für das Sommermärchen-Turnier nominiert.

Obwohl er selbst eine lediglich "ordentliche Saison" spielte, wie Hanke zugibt (31 Spiele, 8 Tore), durfte er anstelle von Kuranyi mit zur WM-Endrunde. Hanke lief letztlich nur als Joker im Spiel um Platz 3 auf.

Hanke kann Sane-Ausbootung nicht verstehen

Als "absolut unverständlich" bezeichnet Hanke nun Löws Entscheidung auf den besten Nachwuchsspieler der Premier League verzichtet zu haben. "Ich hätte ihn 1000 mal mitgenommen. So einen Straßenfußballer brauchst du in deinem Team", so Hanke weiter.

Weil Sane sich jedoch womöglich nicht mit einem Bankplatz zufrieden gegeben hätte, habe Löw wohl auf ihn verzichtet, vermutet der 12-malige Nationalspieler.

Die Nicht-Nominierung Sanes verstand auch der zweite Podcast-Gast Ansgar Brinkmann nicht: "Wer Sane zu Hause lässt, hat den Fußball nie geliebt", fand der frühere Kult-Profi.

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Hanke wundert sich über DFB-Personal

Auch die Personalpolitik innerhalb des DFB-Stabs sorgte für Hanke bereits zu seiner aktiven Zeit für Verwunderung: "Da sind Leute rumgelaufen, die habe ich noch nie vorher gesehen. Und dann haben die auf einmal die Taktik-Analyse gemacht. Das war schon kurios."

Dass der Fußball jedoch in seiner Gesamtheit komplexer geworden sei und deshalb heutzutage zusätzliches Personal benötigt werde, sei nachvollziehbar.

Kritik übte Hanke auch an Löws Entschluss, Manuel Neuer trotz seiner Verletzungs-Vorgeschichte bei der WM zur Nummer 1 zu machen: "Neuer ins Tor zu stellen, war eine absolute Fehlentscheidung. Ter Stegen ist ihm ebenbürtig und hat eine Riesen-Saison gespielt."

Der Podcast "Generation Fußball" ist ab sofort immer montagabends ab 19 Uhr auf SPORT1.de und YouTube sowie als reine Audio-Ausgabe auf den Plattformen Spotify und Apple Podcasts sowie auf SPORT1.de abrufbar.