Reinhard Grindel wünscht sich für Philipp Lahm eine Rolle im DFB-Präsidium. Er selbst strebt eine erneute Kandidatur an - und kündigt eine Reaktion auf die Özil-Affäre an.

von SPORT1 , Sportinformationsdienst

Reinhard Grindel hat im Aktuellen Sportstudio den Wünsch geäußert, dass Philipp Lahm zukünftig im DFB-Präsidium mitarbeiten soll.

"Ich würde mich freuen, wenn meine Kollegen im Präsidium einverstanden sind, dass er in dieser Rolle auch zukünftig im Präsidium mit berät und dann natürlich herzlich eingeladen ist, bei sportlichen Fragen seine Erfahrung zur Verfügung zu stellen", sagte der DFB-Präsident im ZDF.

Der künftige EM-Cheforganisator Lahm gilt als potentieller Nachfolger Grindels für das höchste Amt im DFB. "Vorgezeichnet ist, dass er die Rolle, das Gesicht der Europameisterschaft zu sein, weiterführt", sagte Grindel angesprochen auf Lahms Ambitionen: "Ich habe auch ihn so verstanden, dass er sich auf diese Aufgabe zunächst einmal konzentrieren will."

Grindel kündigte desweiteren an trotz der Kritik an seiner Person und der Affäre um Mesut Özil im kommenden Jahr erneut für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen. "Man muss sich ja immer wieder um eine Wiederwahl bemühen, das werde ich tun. Und dann muss man mal gucken, ob die Unterstützung dann auch da ist", sagte Grindel. 

Änderung beim Integrationsbotschafter?

Nach dem wochenlangen Theater um die Fotos der Nationalspieler Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recap Erdogan im Vorfeld der WM in Russland will Grindel Änderungen. So soll in Zukunft ein Nationalspieler ohne Migrationshintergrund Integrationsbotschafter des DFB werden.

"Wenn da einer ohne Migrationshintergrund deutlich in die Gesellschaft und den Fußball hineinwirkt und sagt, 'das Thema ist wichtig, da müssen wir uns kümmern', das wäre auch eine Initiative, um für eine bessere Grundlage zu sorgen für unsere Vereine vor Ort, wo Integration funktionieren muss", sagte Grindel.

Grindel wegen Özil irritiert

Im Umgang mit der Causa Özil räumte Grindel erneut Fehler ein. "Dass wir Mesut mehr hätten verteidigen müssen, habe ich immer gesagt", meinte er und kündigte an, im Falle von rassistischen Anfeindungen gegen Spieler künftig "klare Kante zeigen" und sich "in Einzelfällen vor Einzelspieler stellen" zu wollen.

In einem Interview mit der Bild-Zeitung wiederholte Grindel allerdings auch seine Kritik an Özil wegen dessen gescheiterter Aussprache mit Bundestrainer Joachim Löw. Er habe allerdings "zu keinem Zeitpunkt" diesbezüglich Druck machen wollen. "Ich habe nur gesagt, dass ich es aus dem Fußball so kenne: Wenn man eine Mannschaft verlässt oder einen Verein wechselt, dass man darüber mit seinem Trainer spricht", sagte er.