München - Heute Mittag stellt Bundestrainer Jogi Löw seine Analyse zum WM-Debakel vor. Eine Veranstaltung, die Uli Hoeneß skeptisch sieht.

von Florian Plettenberg , Florian Mesner , Jana Wosnitza

64 Tage nach dem blamablen WM-Aus stellt Bundestrainer Jogi Löw heute um 12 Uhr seine Analyse zum Debakel in Russland vor (LIVE im TV in Bundesliga Aktuell Spezialim Youtube-LIVESTREAM und im LIVETICKER).

In der Münchner Allianz Arena benennt er außerdem den Kader für die beiden Länderspiele gegen Frankreich (6.9./Nations League) und Peru (9.9./Testspiel).

Eine Veranstaltung, die vor allem Uli Hoeneß skeptisch sieht: "Ich halte überhaupt nichts davon, vor den Medien jetzt so eine Alibi-Veranstaltung zu machen, um den tollen Hecht zu spielen."

Hoeneß: "Erstmal Ruhe bewahren"

Was der Bayern-Präsident meint: "Ich glaube nicht, dass da viel rauskommt. Jogi Löw wäre ja unklug, wenn er jetzt alles in der breiten Öffentlichkeit diskutiert. Wenn es was zu diskutieren gab, hat er das mit den Verantwortlichen des DFB schon längst gemacht und wird mit den Wichtigsten, den Spielern, darüber reden."

Fußball-Deutschland erwartet am Mittwoch Antworten darauf, wie Löw den DFB-Motor wieder anwerfen will. Welche Maßnahmen, vor allem personeller Natur, der Bundestrainer ergreifen wird, um Deutschland für die EM 2020 flott zu machen.

Vorschlag Hoeneß: "Man muss jetzt erstmal Ruhe bewahren. Das Allerwichtigste ist aber aus meiner Sicht, dass die Mannschaft wieder mehr arbeitet, mehr kämpft und sich nicht mehr dem Schicksal ergibt – wie es, aus meiner Sicht, in Russland war. Wenn man gegen einen zweitklassigen Gegner wie Südkorea in 90 Minuten fast keine Torchance herausspielt, obwohl jeder wusste, dass es um Sein oder Nichtsein geht, dann ist das meiner Meinung nach ein Alarmzeichen." 

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Hoeneß: Bayern-Spieler verschonen

Etliche Veränderungen im DFB-Kader vorzunehmen, davon hält der Bayern-Präsident indes nur wenig. Man könne hingegen die Spieler, "die da gespielt haben" daran erinnern, "was sie eigentlich tun müssen", so Hoeneß.

Zwar erwartet auch der 66-Jährige in den kommenden Jahren neue Gesichter in der Löw-Elf, jedoch "werden auch genügend Spieler dabeibleiben und die müssen anders spielen als sie es in Russland gemacht haben".

Einen Rat jedoch hat Hoeneß: Bayern-Spieler sollten von den Löwschen Maßnahmen verschont bleiben. Der Weltmeister von 1974: "Die Nationalmannschaft wird dann wieder gut, wenn der FC Bayern gut ist. Daran müssen wir arbeiten."

Ob Löw das auch so sieht?

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