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Nach der Entscheidung von Joachim Löw sind DFB-Spitze und Manuel Neuer über dessen Verbleib erfreut. Ein Ex-Nationalspieler sieht Löw unter Druck. Reaktionen.

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Seit Dienstag ist klar: Joachim Löw bleibt Trainer der deutschen Nationalmannschaft - trotz der Enttäschung bei der WM 2018 in Russland.

Das teilte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag mit. Löw äußerte sich dankbar, auch Manuel Neuer freut sich auf die weitere Zusammenarbeit.

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Joachim Löw (Bundestrainer): "Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das der DFB weiterhin geschlossen in mich setzt, und ich spüre trotz der berechtigten Kritik an unserem Ausscheiden auch generell viel Rückhalt und Zuspruch. Auch meine Enttäuschung ist nach wie vor riesig. Aber ich möchte nun auch mit ganzem Einsatz den Neuaufbau gestalten. Ich werde gemeinsam mit meinem Team analysieren, Gespräche führen und zum Start der neuen Saison die richtigen Schlüsse ziehen. Das alles braucht Zeit, wird aber alles rechtzeitig bis zum Start in die neue Länderspielsaison im September geschehen."

Reinhard Grindel (DFB-Präsident): "Wir sind alle der festen Überzeugung, dass wir mit Jogi Löw einen Bundestrainer haben, der sehr genau analysieren, die richtigen Schritte einleiten und unsere Mannschaft zurück in die Erfolgsspur führen wird. Wenige Tage nach einem solchen Turnier-Aus eine umfassende Analyse einzufordern, wäre allerdings verfrüht. Der Bundestrainer und Oliver Bierhoff sollen sich jetzt die notwendige Zeit nehmen, um das Turnier sportlich aufzuarbeiten und dem Präsidium vor dem Länderspiel am 6. September gegen Frankreich, in dem wir in der Nations League gleich gefordert sind, eine umfangreiche Analyse vorzustellen."

Oliver Bierhoff (Nationalmannschaftsdirektor): "Mich freut es sehr, dass es mit Jogi Löw an der Spitze unserer Nationalmannschaft weitergeht. Wir haben gestern lange zusammengesessen, und ich habe bei ihm die volle Energie gespürt weiterzumachen. Nach 14 Jahren erfolgreicher Arbeit müssen wir nun einen Neuaufbau starten und werden uns jetzt konkret Gedanken darüber sowie über weiterführende strukturelle Veränderungen machen."

Manuel Neuer (Nationalmannschaftskapitän): "Ich freue mich, dass wir mit Jogi Löw unseren lange Zeit erfolgreichen Weg fortsetzen können. Und ich habe das Vertrauen, dass wir gemeinsam wieder zu unserer Stärke finden."

Hans-Joachim Watzke (Geschäftsführer Borussia Dortmund): "Jeder, der die Szene seit vielen Jahren kennt, konnte riechen, dass es genau so kommen wird. Ich hatte den Eindruck, dass es gar keine Entscheidung innerhalb des DFB gab, sondern dass man darauf gesetzt hat, dass sich Löw dann so entscheidet. Das sportlich zu bewerten, ist nicht unsere Aufgabe."

Thomas Hitzlsperger (Ex-Nationalspieler, in der ARD): "Es ist richtig, dass er weitermacht, weil er was den Fußball, das taktische Verhalten angeht, auf der Höhe der Zeit ist. Er hat Dreierkette gespielt, Viererkette, offensiven und defensiven Fußball. Da hat er wirklich die Mannschaft auf ein ganz hohes Niveau gebracht. Er weiß, dass er unter brutaler Beobachtung steht - und dieser Beobachtung setzt er sich aus. Das ist mutig, das ist auch klar. Er muss jetzt liefern. Die Ergebnisse müssen stimmen, die Herangehensweise muss stimmen, weil er jetzt sehr, sehr kritisch beäugt wird."

Lothar Matthäus (Rekordnationalspieler, bei Sky): "Es besteht kein Grund, dass Jogi Löw aussteigt aus seinem Vertrag, wenn er sich weiter so stark fühlt, auch psychisch, diese Mannschaft zu führen, auch neue Ziele vorzubereiten und vor allem: den Umbruch in die Wege zu leiten."