Reinhard Grindel und Joachim Löw stehen nach dem frühen WM-Aus und der vorzeitigen Vertragsverlängerung unter Beschuss. Nun äußert Sachsens Fußball-Boss Kritik.

Sachsens Fußball-Präsident Hermann Winkler hat die vorzeitige Vertragsverlängerung mit Bundestrainer Joachim Löw scharf kritisiert.

"Normalerweise zählt erst Leistung, dann Vertrag, dann ordentliche Entlohnung. Warum diese Vertragsverlängerung gemacht werden musste, erschließt sich uns nicht", sagte der 55-Jährige dem ARD-Magazin Fakt.

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) mit Präsident Reinhard Grindel hatte mit Löw bereits vor der WM in Russland bis 2022 verlängert. Nach dem historischen Vorrunden-Aus bekräftigte Grindel, die Zusammenarbeit fortführen zu wollen. Auch Löw hat sich inzwischen zum Verband bekannt.

Löw laut Winkler für Fehleranalyse nicht geeignet

Winkler hält Löw für die von Grindel geforderte Fehleranalyse nicht für geeignet. Auch den Zeitpunkt der Vorlage am 24. August stellte er infrage. "Das ist so, also ob ich all meine Freunde zur Grillparty einlade. Wohl wissend, dass die alle im Urlaub sind. Also, das kann ich nicht machen. Wir wollen nicht veralbert werden", sagte der CDU-Politiker.

Winkler appellierte an den DFB, wieder stärker auf die Belange der Amateure und der Fußball-Basis zu achten.

"Das Präsidium sollte auf die Vereine hören, die es repräsentiert. Wenn wir das einfließen lassen und nicht nur auf bestimmte Beraterkreise hören, dann kommen wir zu einer guten Analyse. Dann ist die Verbindung wieder da", sagte er. Ansonsten werde "die Schere zwischen Profisport oder WM-Teilnehmern und Amateursport" noch größer.