München - Nach Präsident Reinhard Grindel weist auch der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau den Rassismus-Vorwurf von Mesut Özil als völlig unbegründet zurück.

Der DFB-Integrationsbeauftragte Cacau hat die Rassismus-Vorwürfe durch den zurückgetretenen Weltmeister Mesut Özil gegen die Führungsspitze des Verbandes zurückgewiesen.

"Kritik ist nicht gleich Diskriminierung oder Rassismus. Wenn ich kritisiert werde und sage dann, das passiert nur, weil ich Brasilianer und dunkelhäutig bin, dann ist das nicht korrekt und nicht erwachsen", sagte der ehemalige Nationalspieler im Interview mit der Bild-Zeitung.

"Das Erdogan-Foto hatte eine politische Aussage, auch wenn das Mesut anders beurteilt. Als es dann im Anschluss rassistische Aussagen aus der Bevölkerung gab, muss man natürlich massiv zusammen dagegen vorgehen. Aber auf jeden Fall ist der Rassismus-Vorwurf gegen den DFB einfach falsch", sagte Cacau weiter.

Cacau äußert sich zu Grindel

Auch den Eindruck, Deutschland habe insgesamt mit einem gewachsenen Rassismus-Problem zu kämpfen, könne er nicht teilen. "Man hat das Gefühl, wenn man die Nachrichten sieht und liest, dass Deutschland ein flächendeckendes Rassismus-Problem hat. Das ist nicht der Fall", sagte Cacau in der ARD, wo er sich auch zu einem möglichen Rücktritt von DFB-Präsident Reinhard Grindel äußerte, der von einigen Politikern bereits gefordert wurde.

Ob ein solcher Schritt hilfreich wäre, sei "im Moment schwer zu sagen, weil die Diskussion dann doch sehr emotional ist", sagte Cacau.

"Der ganze Vorfall (um Özil, Anm. d. Red.) ist einmalig im deutschen Fußball. Deshalb war es für alle schwierig, sich richtig zu verhalten. Im Nachhinein ist man immer schlauer. Mit dem Wissen von heute ist klar: Der DFB muss bei diesen Themen immer konsequent bleiben, zu seinen Werten und Überzeugungen stehen", betonte Cacau in der Bild: "Denn für seine Überzeugungen leidet man auch. Und dann muss man auch mal Entscheidungen treffen, die im ersten Moment wehtun. Das ist für mich eine wichtige Lehre aus der Geschichte."

Özil war am vergangenen Sonntag als Spätfolge des umstrittenen Fotos mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan und der daraus entstandenen Diskussionen aus der Nationalmannschaft zurückgetreten. In den sozialen Medien hatte er zu einem Rundumschlag ausgeholt.

Den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel attackierte Özil scharf und sprach von Rassismus in der DFB-Führung. Grindel wies die Vorwürfe am Donnerstag zurück.

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