München - Nach dem WM-Aus der deutschen Nationalmannschaft gesteht Sami Khedira, dass der DFB den Wirbel um die Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit Erdogan "nicht ruhig bekommen" habe.

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Sami Khedira hat nach dem Scheitern der deutschen Nationalmannschaft in der WM-Vorrunde eingeräumt, dass der DFB die Erdogan-Affäre unterschätzt habe.

"Das war ein Riesen-Thema und wurde unterschätzt, ja", sagte der Weltmeister von 2014 in der Bild.

Wirbel um Özil und Gündogan "nicht ruhig bekommen"

Die türkischstämmigen Nationalspieler Mesut Özil und Ilkay Gündogan hatten vor der WM für Wirbel gesorgt, indem sie dem umstrittenen türkischen Präsidenten Trikots ihrer jeweiligen Klubs schenkten und für gemeinsame Fotos posierten - die dann von Erdogans Partei AKP veröffentlicht wurden.

Özil und Gündogan zogen viel Kritik auf sich, Özil auch deshalb, weil er sich zu dem Thema nicht mehr äußerte - was auch innerhalb der Mannschaft für Unverständnis gesorgt haben soll. Auch der DFB und allen Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff gerieten wegen des Umgangs mit der Affäre in die Kritik.

Khedira - der als Vertrauter von Özil und Gündogan gilt - hat nun deutlich gemacht, dass das Thema das Team belastet hat - übt dabei aber keine direkte Kritik an den Verantwortlichen: "Ich bin aber auch kein Krisen-Manager, der sagt, wie man damit genau umzugehen hat. Aber man hat das Thema nicht ruhig bekommen. Doch auch das möchte ich nicht als Ausrede für unser Ausscheiden gelten lassen."

Khedira lässt Zukunft offen 

Der Mittelfeldspieler sprach sich ungeachtet des frühen Ausscheidens für die Fortsetzung der Arbeit von Bundestrainer Joachim Löw aus. "Er sollte bleiben, er hat jahrelang tolle Arbeit geleistet. Ich würde mir wünschen, dass Jogi weitermacht", sagte der 31-Jährige. 

Über seine eigene sportliche Zukunft in der Nationalmannschaft ist der Profi von Juventus Turin noch unschlüssig: "Ich muss erst alles aufarbeiten. Eine solche Entscheidung möchte ich nicht aus der Emotion heraus treffen."

Khedira ist von seiner eigenen Leistung bei der Weltmeisterschaft in Russland selbst am meisten enttäuscht. "Ich habe nicht die Leistung gebracht, die notwendig gewesen wäre und die ich selbst von mir erwartet hätte. Das muss ich mir vorwerfen. Meine Mitspieler und ich werden völlig zu Recht so hart kritisiert", sagte der ehemalige Stuttgarter.