Eppan und München - DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke sieht der WM-Teilnahme von Manuel Neuer optimistisch entgegen, knüpft diese aber an eine klare Bedingung.

von Ljubo Herceg

17 Tage vor WM-Beginn probte Bundestrainer Joachim Löw erstmals den Ernstfall. (SERVICE: WM-Spielplan)

Im Spiel am Montagabend gegen die U20-Auswahl des DFB gelang dem Weltmeister ein standesgemäßer 7:1-Sieg.

Viel wichtiger aber: Manuel Neuer feierte nach achtmonatiger Verletzungspause sein Comeback in einem Wettkampf-Spiel - zumindest für eine Halbzeit.

Gefordert wurde Neuer in dem 30-minütigen Test aber kaum. "Die Jungs haben gegen die U20 nicht so viel zu tun bekommen. Da ging es wie gesagt eher um taktische Dinge", verriet Deutschlands Torwarttrainer Andreas Köpke in der Pressekonferenz am Dienstag.

Köpke zeigte sich optimistisch im Hinblick auf eine WM-Teilnahme des Bayern-Keepers: "Stand jetzt wird Manuel am Samstag gegen Österreich spielen. Das sind die Spiele, die er braucht. Das ist ein richtiger Test. Da wird er sicherlich auch mehr zu tun bekommen. Ich habe keine Bedenken. Ich habe ein sehr, sehr gutes Gefühl."

Neuer muss gegen Österreich spielen

Allerdings, das hatte Köpke zuvor in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung betont, ist ein Einsatz gegen Österreich am Samstag (ab 17.30 Uhr im LIVETICKER) für Neuer auch eine Grundvoraussetzung, um ein Ticket nach Russland zu bekommen.

"Ich glaube, das kann man so klar sagen: Gegen Österreich sollte Manuel spielen können", erklärte Köpke und bezog sich dabei auf das Testländerspiel der DFB-Elf in Klagenfurt am 2. Juni. "Wenn er da auch keinen Einsatz hat", so Köpke weiter, "brauchen wir über eine WM nicht zu reden."

Am Dienstagmittag erklärte Köpke jedoch schon, der Trainingsstand des Bayern-Keepers sei hervorragend. "Von der Sprungkraft, von der Bewegung her hat sich nichts geändert. Es gab keine Schonhaltung. Es war, als wäre Manu nicht weg gewesen. Jetzt geht es um das Spielverständnis, die Sicherheit mit dem Fuß zu bekommen. Er ist auf dem Wege, den wir uns alle vorstellen."

Erster Einsatz seit dem 16. September 2017

Neuer hatte zuletzt am 16. September 2017 im Bundesligaspiel des FC Bayern gegen Mainz 05 (4:0) im Tor gestanden und sich danach im Training den Mittelfuß gebrochen.

Ihm wurde bei einer Operation eine Platte eingesetzt, seitdem kämpft Neuer verbissen um sein Comeback. Für die Münchner hat er danach kein Spiel mehr bestritten.

Das Testspiel gegen die U20-Auswahl des DFB macht nun Hoffnung auf mehr, auch wenn Köpke dabei an Neuers Verantwortungsgefühl appellierte: "Er kennt seinen Körper und sein Gefühl fürs Spiel am besten, und wir haben klar verabredet, dass wir komplett offen miteinander umgehen."

Neuer kenne "seine Verantwortung gegenüber den Mitspielern, gegenüber dem Trainerstab, man kann sagen: gegenüber ganz Deutschland". Sollte Neuer selbst zweifeln, "setzen wir darauf, dass er uns selbst ein Signal gibt".

Ter Stegen ist auch Weltklasse

Neben den ganzen Diskussionen um Neuers WM-Teilnahme wollte Köpke seinen Stellvertreter Marc-Andre ter Stegen vom FC Barcelona aber nicht vergessen, vielmehr sogar stärken.

"Ich hätte absolut keine Bedenken, mit Marc in die WM zu gehen", sagte der Torwarttrainer, "und deshalb müssen wir natürlich auch in dieser Hinsicht sensibel vorgehen".

Ter Stegen dürfe "nicht das Gefühl bekommen, er sei hier nur der Notnagel". Denn Deutschland hat laut Köpke zwei Weltklasse-Torhüter: Neuer - und ter Stegen.