Toni Kroos schaffte mit seinem vierten Triumph in der Champions League Historisches. Bei der Mission WM-Titelverteidigung wird er zur Schlüsselfigur.

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Toni Kroos hat mit Real Madrid das erreicht, was zuvor noch nie einem deutschen Spieler gelang: Mit den Königlichen gewann er zum vierten Mal die Champions League und überholte somit unter anderem Fußball-Größen wie Franz Beckenbauer und Gerd Müller, die den Titel je dreimal gewannen. Schafft Kroos nun auch erstmals die WM-Titelverteidigung einer deutschen Nationalmannschaft?

Bei eben diesem Vorhaben wird Weltmeister Kroos zum wichtigsten Puzzle-Teil im System von Bundestrainer Jogi Löw: Als Taktgeber, Ballverteiler und Dirigent. Aber warum ist Kroos für die Nationalmannschaft wo wichtig? 

Beste Passquote der Champions League

Vor allem sind es seine Ruhe, seine Spielkontrolle und Verlässlichkeit, die ihn auszeichnen. Seine Passquote lag in den vergangenen Jahren konstant zwischen 93 und 95 Prozent. Mit 94 Prozent angekommenen Pässen hat er gar die beste Quote aller Spieler in der diesjährigen Champions-League-Saison. Hinzukommen seine starken Laufleistungen: Kroos läuft durchschnittlich rund elf Kilometer und hat regelmäßig über 100 Ballkontakte pro Spiel.

Die spanische Tageszeitung Marca bediente sich somit eines recht zutreffenden Vergleichs: Kroos sei wie eine Küchenmaschine, er koche alles gut und bediene wie ein Kellner. Es sei unmöglich, "ihn bei einem Ballverlust zu sehen" schreibt die AS.

Schlüsselspieler in Löws System

Löw hingegen findet noch ganz andere Worte für seinen Superstar, der den Königsklassen-Titel seit dem WM-Triumph in Brasilien dreimal gewann.

"Seit der WM 2014 ist er in seiner Spielweise und Persönlichkeit sehr gereift. Sein Wechsel zu Real Madrid hat ihn vorangebracht. Er arbeitet wahnsinnig professionell und ist unheimlich belastbar. Ein absoluter Schlüsselspieler. Egal in welcher Situation, er zeigt nie Nerven", schwärmt der Bundestrainer.

Hinzu kommt, dass Kroos, der in der Öffentlichkeit stets kontrolliert und fast schüchtern wirkt, sich mittlerweile auch mit deutlichen Worten nicht zurückhält. Wie Ende März nach der 0:1-Testpleite gegen Brasilien, nach der Kroos feststellte, dass viele Mitspieler "ihre Chancen nicht genutzt haben".

Kritik, die nicht nur ankommt, sondern auch angenommen wird – wie im Fall von Leon Goretzka, der gegen die Brasilianer enttäuschte. "Die Kritik von ihm hat mich angespornt. Toni darf das sagen", sagte der Bayern-Neuzugang auf SPORT1-Nachfrage.

Kroos' Wort wird in den kommenden Wochen im Kreise der Nationalmannschaft nicht minder wichtig sein.

Mit breiter Brust zur Nationalmannschaft

Vorerst jedoch wird sich Kroos noch ein paar Tage erholen. 43 Pflichtspiele hat der 28-Jährige in dieser Saison für Real absolviert. Auch beim 3:1-Erfolg gegen Liverpool spielte er über die volle Distanz. "Ich habe ein paar Tage, um kurz an etwas anderes als Fußball zu denken", sagte Kroos.

Mitte der kommenden Woche wird der Ex-Bayern-Star, der mit 80 Millionen Euro den höchsten Marktwert aller deutschen Nationalspieler hat, im DFB-Trainingslager in Eppan erwartet. Gut möglich, dass er beim Testspiel der gegen Österreich am 2. Juni in Klagenfurt zum Einsatz kommt.

Vorfreudig erwartet wird er schon, wie DFB-Manager Oliver Bierhoff im ZDF-Sportstudio bestätigte: "Wir freuen uns für Toni, dass er mit einer breiten Brust hierherkommt."

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