Die neue DFB-Akademie soll im Frankfurter Stadtteil Niederrad entstehen
Die neue DFB-Akademie soll im Frankfurter Stadtteil Niederrad entstehen © Getty Images

Nach jahrelangem Rechtsstreit steht dem Neubau der DFB-Akademie nun nichts mehr im Weg. Der Verband entscheidet auch über den Grundlagenvertrag.

Dem Bau der 150 Millionen Euro teuren DFB-Akademie steht nichts mehr im Weg.

Wie erwartet stimmte der Außerordentliche Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Freitag in Frankfurt/Main den Plänen mit großer Mehrheit zu - spätestens Anfang 2021 soll der Umzug auf das Gelände der ehemaligen Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad erfolgen.

"Wir sind froh die Rechtssicherheit zu haben, um dieses Jahrhundertprojekt zu realisieren. Wer optimale Leistungen erwartet, der muss auch optimale Rahmenbedingungen bieten", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel im Saal "Harmonie" der Frankfurter Messe.

Ursprünglich hatte der DFB, der das Gelände im 1. Quartal 2018 von der Stadt übergeben bekommen soll, mit Kosten von 109 Millionen Euro kalkuliert. Wegen des erheblichen Anstiegs war der Bundestag einberufen worden.

Vorausgegangen war auch ein jahrelanger Rechtsstreit der Stadt Frankfurt gegen den Renn-Klub, der erst im September dieses Jahres mit einem Machtwort des Bundesgerichtshofs beendet wurde. 

Zusatzvereinbarungen für Grundlagenvertrag bestätigt

Darüber hinaus wurden die Zusatzvereinbarungen des Grundlagenvertrags zwischen DFB und der Deutschen Fußball Liga (DFL) bestätigt. Darin wird unter anderem der finanzielle Austausch zwischen Profi- und Amateurfußball geregelt.

"Der Grundlagenvertrag sichert die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Profis und Amateuren, um die wir in ganz Europa beneidet werden", sagte DFB-Präsident Reinhard Grindel. Der für die Amateure zuständige Vize-Präsident Rainer Koch ergänzte: "Der Vertrag ist gut für den DFB, für die DFL und für den Amateurfußball. Die Regelungen sind für das Miteinander von Basis und Spitze wichtig. Die von einigen Seiten immer wieder vorgebrachten falschen Anschuldigungen wollen wir mit der erneuten Abstimmung endgültig aus der Welt schaffen."

Aus dem Lager der Amateure war der Vertrag, der in seiner jetzigen Form am 1. Juli 2017 in Kraft trat und bis zum 30. Juni 2023 Gültigkeit besitzt, vereinzelt kritisiert worden.

Die Aktionsgemeinschaft "Rettet die Amateurvereine" soll beispielsweise bei der DFB-Ethikkommission sogar Beschwerde gegen die Zusatzvereinbarung eingereicht haben. Koch war es ein Anliegen, "diesen selbsternannten Rettern des Amateurfußballs entgegenzutreten". Auch der ehemalige DFB-Präsident Theo Zwanziger hatte sich in der Zwischenzeit in den Streit eingemischt.

Konkret geht es dabei um die drei Prozent der Einnahmen, die der Profifußball laut des ursprünglichen Vertrags aus dem Jahr 2001 an den DFB abgeben muss. 2013 wurden diese Einnahmen pro Jahr aber auf höchstens 866 Millionen Euro und die Abgaben der DFL auf 26 Millionen Euro festgelegt. Dabei kassieren die Profiklubs seit dieser Saison allein rund 1,5 Milliarden Euro durch den Verkauf der TV-Rechte. Im Gegenzug bezahlt der DFB 20 Millionen Euro pro Jahr als Beteiligung an den Vermarktungseinnahmen der Nationalmannschaft.  

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