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Nürnberg - Dank eines ungefährdeten Kantersieg bleibt Weltmeister Deutschland weiter klar auf WM-Kurs. Drei Tor-Debütanten sorgen für den Erfolg gegen San Marino.

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Die Fans erhoben sich von ihren Plätzen. Nachdem sich Weltmeister Deutschland bei seiner Pflichtaufgabe gegen San Marino leicht, locker und vor allem torhungrig präsentiert hatte, verabschiedete das Publikum in Nürnberg mit lang anhaltendem Applaus Joachim Löw und sein Team Richtung WM-Generalprobe nach Russland.

Zuvor hatte sich der viermalige WM-Champion mit dem erwarteten Kantersieg auf den Confed Cup eingestimmt. Sieben Tage vor dem Start der Generalprobe in Russland (17. Juni bis 2. Juli, LIVE im TV auf SPORT1) feierte die DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation mit dem 7:0 (4:0)-Schützenfest gegen Fußballzwerg und Tabellenschlusslicht San Marino den höchsten Heimsieg der knapp 13-jährigen Ära Löw.

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Wagner glänzt mit Dreierpack

Nach dem sechsten Sieg im sechsten Spiel führt Deutschland die Gruppe C mit der Optimal-Punktzahl 18 weiter souverän an und hat das WM-Ticket praktisch in der Tasche. (Spielplan und Ergebnisse)

Vor nur 32.467 Zuschauern im Max-Morlock-Stadion sorgten Kapitän Julian Draxler (12.), Sandro Wagner mit seinem ersten Dreierpack als Profi (17., 29., 85.), Amin Younes (38.), Shkodran Mustafi (47.) und Julian Brandt (72.) für ein Torfestival des deutschen Perspektivteams im letzten Testlauf vor dem ersten Turnierspiel am 19. Juni in Sotschi gegen Australien. Das Hinspiel in San Marino, Nummer 204 der Weltrangliste, hatte der Favorit 8:0 gewonnen. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

"Das war für uns nur ein Test. Aber gegen einen Gegner wie San Marino kann man sich Sicherheit und Selbstbewusstsein holen. Wir haben das ganz gut gemacht, deshalb bin ich zufrieden", sagte Löw nach dem Abpfiff bei RTL. Draxler meinte: "Es macht uns auf jeden Fall Spaß. Das sieht man auch auf dem Platz. Es war zwar nur San Marino, aber wir haben das Beste draus gemacht und das Publikum war zufrieden. Wir wollen den Confed Cup" gewinnen."

Demme feiert Debüt

Die Gastgeber wurden vom Start weg ihrer Favoritenrolle gerecht und brachten die Fans mit einer konzentrierten Darbietung und vielen gelungenen Aktionen hinter sich. Löw hatte sein Team gegenüber dem 1:1 im Länderspiel am vergangenen Dienstag in Dänemark auf fünf Positionen geändert. Zwischen den Pfosten stand wie angekündigt Marc-André ter Stegen, der erwartungsgemäß einen ruhigen Abend verlebte. Davor agierte Weltmeister Shkodran Mustafi nach überstandener Gehirnerschütterung in einer Dreierkette mit Joshua Kimmich und Jonas Hector. Emre Can, der dritte Neue, organisierte das defensive Mittelfeld. 

Offensiv erhielten Brandt und Younes neben Draxler, der seine Kapselreizung im linken Knie überwunden hat, eine Chance von Anfang an. Sturmspitze war wie schon in Kopenhagen der 29-Jährige Wagner. Diego Demme von RB Leizig feierte zudem noch in der 76. Minute seine Premiere im DFB-Trikot, sodass keiner der 22-Confed-Cup-Teilnehmer ohne Länderspieleinsatz ist.

Draxler und Wagner stellten dann auch in der ersten halben Stunde die Weichen auf Sieg. Zunächst nahm Frankreich-Legionär Draxler aus spitzem Winkel Maß und schlenzte den Ball ins Ziel. Für den erneut starken Mittelfeldspieler von Paris St. Germain war es der vierte Treffer im DFB-Trikot. 

Kimmich leitet Wagner-Festspiele ein

Wenig später begannen die Wagner-Festspiele. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Joshua Kimmich, dem in Dänemark mit einem spektakulären Fallrückzieher kurz vor Schluss der verdiente Ausgleich geglückt war, ließ Wagner bei seinem zweiten Länderspieleinsatz per Kopf dem tapferen Gästetorwart Elia Benedettini keine Chance.

13 Minuten später war Kimmich auch am zweiten Treffer von Wagner beteiligt. Nach einem Freistoß des Münchners legte Younes für Wagner auf, der aus kurzer Distanz keine Mühe hatte. Kurz darauf profitierte Younes bei seinem ersten Länderspieltreffer von einem Fehler der Gästeabwehr.

Mustafi setzte das Scheibenschießen kurz nach der Pause fort. Für den Arsenal-Profi, der nach einer Ecke von Draxler erfolgreich war, war es Tor Nummer zwei im Nationalteam. Auch nach der klaren Führung ließen die Gastgeber nicht nach.

Brandt verwöhnte das Publikum dann noch mit seinem ersten Länderspieltreffer, den er per Kopf erzielte. Die Fans pfiffen nur einmal, als der Leipziger Werner, der wegen Magen-Darm-Problemen in Dänemark gefehlt hatte, in der 56. Minute eingewechselt wurde. Seine Schwalbe gegen Schalke 04 in der Bundesliga haben die Zuschauer noch nicht vergessen. Nach der bereits vierten Vorlage des starken Kimmich schnürte Wagner fünf Minuten vor dem Ende seinen Dreierpack.