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München - Nach den Pfiffen gegen Nationalspieler Timo Werner meldet sich der Geschäftsführer seines Klubs RB Leipzig zu Wort. Mit den Fans geht er hart ins Gericht.

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Timo Werner dachte eigentlich, dass das leidige Thema beendet sei. Oder besser gesagt: Er hatte es gehofft.

Doch der 21-Jährige musste mal wieder das Gegenteil erleben. Beim WM-Qualifikationsspiel der deutschen Nationalmannschaft gegen San Marino wurde er vom eigenen Publikum vor der ersten Ballberührung ausgepfiffen wurde.

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Werner kam in der 55. Minute für Lars Stindl ins Spiel und statt Applaus wie für seinen RB-Kollegen Diego Demme gab es ein gellendes Pfeif-Konzert. Auch danach gab es immer wieder Pfiffe gegen den Stürmer des Vizemeisters.

"Traurig und völlig deplatziert"

Mit Unverständnis reagierten die Verantwortlichen seines Klubs. "Timo ist ein toller Sportler und Mensch, was der Großteil auch honoriert. Solche Pfiffe gegen eigene Spieler sind traurig und völlig deplatziert, aber leider kein neues Phänomen", sagte RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff zu SPORT1.

Und dann gibt es vom 41-Jährigen die volle Breitseite gegen die Fans. "Timo hatte und hat unsere vollste Unterstützung. Die vergangene Saison hat gezeigt - wenn man sich alle Vorfälle im deutschen Fußball einmal anschaut - dass das Bild, welches von sogenannten Fans gezeichnet wird, teils verheerend ist."

Seit der Schwalbe in der Hinrunde der vergangenen Bundesligasaison gegen Schalke 04 und der späten Reue sieht sich der Stürmer dem Unmut der gegnerischen Fans ausgesetzt. Jetzt aber waren es sogar die eigenen Anhänger der DFB-Elf, die gegen ihn waren.

Beim Nationalspieler ist es nicht nur die Schwalbe, sondern vor allem die Tatsache, dass er für RB Leipzig aufläuft.

RB-Geschäftsführer nimmt Werner in Schutz

Werner habe sich "für seine Schwalbe entschuldigt, es war nicht die erste und war auch seitdem nicht die letzte in der Bundesliga", so Mintzlaff.

Auch Bundestrainer Joachim Löw war trotz des 7:0-Sieges gegen die San Marinesen außer sich: "Grundsätzlich fand ich die Stimmung in Nürnberg klasse. Die Pfiffe gegen Timo Werner habe ich aber auch gehört - und ich frage mich noch immer, warum?"

Und weiter: "Timo hat einmal einen Fehler gemacht und sich dafür entschuldigt. Er ist ein junger Nationalspieler, hat letzte Saison 21 Tore in der Liga erzielt. So ein Spieler darf nicht ausgepfiffen werden. Das gehört sich nicht!"

Und was sagte Werner selbst? "Monatelang, jahrelang wurden Schwalben gemacht", sagte er. "Und bei mir wird es so aufgebauscht - nur, weil ich bei RB Leipzig spiele. Schade."