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Im Zoff um den Neubau der DFB-Akademie bleiben die Fronten verhärtet. Weitere Zeugen werden vernommen - aber selbst ein Urteil wird wohl keine Entscheidung bringen.

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Die Fronten im Rechtsstreit um den Neubau der DFB-Akademie bleiben verhärtet - der Baubeginn des geplanten "Leuchtturmprojekts" rückt immer weiter in die Ferne.

Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt schloss am Montag nach der Anhörung von vier weiteren Zeugen die Beweisaufnahme ab und wird sein Urteil am 27. Juli (9.00 Uhr) verkünden.

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Bei der rund fünfeinhalbstündigen Sitzung im Saal 5 wurde erneut deutlich, dass die juristische Auseinandersetzung zwischen der Stadt Frankfurt und dem Renn-Klub nach dem OLG-Urteil wohl vor dem Bundesgerichtshof (BGH) fortgesetzt wird.  

DFB-Präsident Reinhard Grindel hatte zwar jüngst betont, trotz der zeitlichen Verzögerung am geplanten Bauplatz auf der Anlage des Renn-Klubs im Stadtteil Niederrad festhalten zu wollen.

Druck von Stadt und DFB

Doch der Weltmeister-Verband arbeitet bereits an einem "Plan B" für das Projekt, das rund 140 Millionen Euro kosten soll. Das Gelände hätte bereits am 1. Januar 2016 übergeben werden sollen.

Die Vorsitzende Richterin Annette Boerner nutzte die Gelegenheit am Montag auch, um ein deutliches Wort an die Vertreter der Stadt Frankfurt zu richten. "Die Stadt kritisiert uns heftig. Wir stören uns daran, dass wir uns von ihnen unter Druck gesetzt fühlen. Das verbitten wir uns", sagte Boerner und reagierte damit auf Medienberichte, wonach der Prozess nicht schnell genug vorangehe.

Der Druck existiere vonseiten des DFB, erwiderte Jochen Strack, der als stellvertretender Liegenschaftsamtsleiter die Stadt vertrat. Von einer Frist des Verbandes wussten aber weder Strack noch Rechtsanwalt Stephan Nikschick etwas.

Ausstiegsklausel als Streitpunkt

Der zweite Zivilsenat des Oberlandesgerichts wird im Grundsatz darüber entscheiden, ob der Renn-Klub die Galopprennbahn räumen muss. Die Stadt hatte dem Verein gekündigt, um das Grundstück dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) zu übergeben.

Dieser hatte eigentlich längst mit den Bauarbeiten für seine Akademie beginnen wollen. Die Pferde-Freunde verweisen ihrerseits auf einen Mietvertrag mit der Stadt bis 2024. Allerdings gibt es offenbar eine Kündigungsklausel.

Der Renn-Klub pocht darauf, dass deren Auslegung falsch und rechtswidrig sei. "Dieses Kündigungsrecht ist für so globale Fälle nicht gedacht", behaupteten die Rechtsvertreter des Pferde-Vereins, dessen Berufung gegen ein Landgerichtsurteil verhandelt wurde.