Lars Stindl, Sandro Wagner und Timo Werner (v.l.) drängen sich beim Confed Cup auf
Lars Stindl, Sandro Wagner und Timo Werner (v.l.) drängen sich beim Confed Cup auf © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/iStock
Lesedauer: 3 Minuten

Sotschi - Mario Gomez hat Konkurrenz bekommen im Angriff des DFB-Teams. Sandro Wagner, Lars Stindl und Timo Werner nutzen den Confed Cup zur Eigenwerbung.

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Noch vor ein paar Wochen schien Mario Gomez allein auf weiter Flur.

Dem einzigen zentralen Angreifer von internationalem Format im deutschen Fußball gönnte Bundestrainer Joachim Löw jedoch Urlaub statt einer Nominierung für den FIFA Confederations Cup. Stattdessen nahm er Sandro Wagner, Lars Stindl und Timo Werner mit nach Russland - ein Trio fast völlig frei von internationalen Meriten.

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"Der Maßstab ist immer die absolute Weltklasse, also Messi und Ronaldo", hatte Löw seinen Spielern vor der Reise mitgegeben. "Mit denen müssen sich unsere Spieler messen.“

Fünf Länderspiele wirkt das gar nicht mehr so hoch gegriffen. Stindl und Werner haben jeweils zwei Turniertreffer markiert und wetteifern gleichauf mit eben jenem Ronaldo um den Titel des Torschützenkönigs.

Wagner und Co. machen Druck

Wagner brachte sich mit einem Dreierpack gegen San Marino und einer starken ersten Hälfte gegen Australien ins Gespräch. 

"Dass sie die Etablierten wie Mario Gomez oder Thomas Müller ein bisschen unter Druck setzen, finde ich gut", sagt Miroslav Klose, der sich im Trainerstab von Joachim Löw besonders um die Stürmer kümmert.

"Wir unterhalten uns viel. Charakterlich haben sie wirklich alles so erfüllt, wie wir uns das vorgestellt haben. Und man sieht  einfach das Talent dieser Spieler, dass sie in so kurzer Zeit so viel umsetzen können. Das finde ich fantastisch."

Wagner stuft Klose dabei als "Gegenpart von Gomez" ein. "Der ist fast sein Bruder. Spielerisch genauso, und er bewegt sich fast gleich wie Mario. Er hat die Größe. Bei Ballbesitz kann man ihn anspielen so wie Mario.“

Klose: "Stindl ist ein unglaublich schlauer Spieler"

Stindl sei dagegen ein "unheimlich schlauer Spieler, der sich zwischen den Linien bewegt und sich seine Räume sucht. Er kann den Ball sehr gut halten und abschirmen, so dass die anderen Spieler nachrücken können.“

Denkt Klose an Timo Werners Entwicklungsstand mit seinen 21 Jahren, gerät er ins Schwärmen. 

"Er hat so eine Schnelligkeit und Dynamik dabei, in die Tiefe zu gehen", findet der WM-Rekordtorjäger. "Als ich in seinem Alter war, habe ich gerade meine Zimmermannslehre abgeschlossen." An die spätere Weltkarriere war da noch nicht zu denken. So wenig wie heute daran zu denken ist, dass ein Spieler in der Generation Werner eine Zimmermannslehre anfängt.

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Klose sieht Gomez noch im Vorteil

Mit den drei Angreifern ist Klose hochzufrieden: "Das sind drei völlig verschiedene Spielertypen. So wie wir die jetzt in Szene gesetzt haben, hat jeder seine Chance bekommen und auch getroffen. Sie setzen unsere Vorgaben wirklich sehr gut um."

Genug um Gomez' Position im WM-Kader des kommenden Jahres ernsthaft zu gefährden? "Natürlich kann man nicht sagen, dass das schon auf dem gleichen Niveau ist", meinte Klose auf SPORT1-Nachfrage.

"Mario hat über Jahre konstant Leistung gebracht. Da müssen sie hinkommen. Sie fangen ja jetzt erst an. Von Sandro mal abgesehen sind die anderen auf einem guten Weg. Jung Konstanz reinzubringen, ist nämlich nicht so einfach."

Der Zimmermann von einst weiß aus eigener Erfahrung, wovon er da spricht.