© SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Imago/Picture Alliance
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München - Draxler wird Kapitän. Kimmich bleibt gesetzt. Trapp glänzt. Wagner macht Lust auf mehr. Ein Löw-Experiment scheitert. Die Erkenntnisse aus dem Dänemark-Spiel.

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Beim Härtetest gegen Dänemark vor dem Confed Cup (17. Juni bis 2. Juli, LIVE im TV auf SPORT1) hat Bundestrainer Joachim Löw ein etwas anderes DFB-Team ins Rennen geschickt.

Das 1:1 brachte viele Erkenntnisse. SPORT1 gibt einen Überblick:

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- Draxler wird Kapitän

Julian Draxler hat das DFB-Team im Bröndby-Stadion erstmals als Kapitän auf den Platz geführt. Eine große Ehre, aber auch eine große Aufgabe für den Offensiv-Star von Paris Saint-Germain.

Löw will, dass der 23-Jährige seine jugendliche Art endgültig ablegt, in eine Führungsrolle wächst und vorangeht. Aus diesem Grund soll Draxler auch beim Confed Cup die Binde tragen.

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"Ich habe vor, dass er Kapitän ist, wenn er spielt. Es kann aber auch sein, dass er mal eine Pause bekommt", sagte Löw, der den früheren Schalker und Wolfsburger für dessen Auftritt gegen Dänemark lobte: "Er hat die Mannschaft angetrieben. Er hat Verantwortung übernommen und gute Aktionen gehabt."

- Kimmich bleibt DFB-Dauerbrenner

Anders als im Verein ist Joshua Kimmich in der Nationalmannschaft absolut gesetzt.

Gegen Dänemark absolvierte der Defensiv-Allrounder zum 13. Mal in Folge eine Partie über die komplette Spieldauer - und zahlte das große Vertrauen von Löw mit einem spektakulären Fallrückzieher in den Schlussminuten zurück.

Der 22-Jährige will den Confed Cup nutzen, um sich auch bei Bayern-Trainer Carlo Ancelotti für mehr Spielminuten zu beweisen. In der abgelaufenen Spielzeit kam er nur auf 20 Startelf-Einsätze.

- Auf Trapp ist Verlass

Trotz des offenbar länger als geplanten Ausfalls von Manuel Neuer hat Löw keine Probleme auf der Torwart-Position.

Klar, der an einer Fußverletzung laborierende Welttorhüter ist eine Klasse für sich, aber Kevin Trapp hat gegen Dänemark eindrucksvoll gezeigt, dass er eine hervorragende Alternative zu Neuer darstellt. 

Ohne die drei Top-Paraden des PSG-Keepers gegen Yannick Vestergaard, Yussuf Poulsen und Kasper Dolberg hätte das DFB-Team verloren.

Und: Löw hat ja auch noch Marc-Andre ter Stegen (FC Barcelona) und Bernd Leno (Bayer Leverkusen). Der Bundestrainer wird es nach Trapps Vorstellung garantiert schwer haben, eine Nummer eins für den Confed Cup zu wählen.

- Wagner macht Lust auf mehr

Ist der "beste deutsche Stürmer", wie Sandro Wagner sich selbst einstufte, auch endlich eine Option für Löw? In diesem Sommer ja - und möglicherweise sogar darüber hinaus.

Das Debüt des Hoffenheimers hat jedenfalls Lust auf mehr gemacht. Wagner bewegte sich gut, bot sich immer wieder an und kam auch zu der einen oder anderen Chance.

Nach seiner Auswechslung fehlte es dem deutschen Spiel vorne an Gefahr.

Knüpft Wagner bei der Mini-WM in Russland an diesen Auftritt an, wäre er neben Mario Gomez eine gute Option für die Neuner-Position - und würde so Löws taktisches Repertoire erweitern.

- Experiment Dreierkette scheitert

Ein Experiment von Löw ist gegen Dänemark gründlich in die Hose gegangen.

Der 57-Jährige bot eine Dreierkette, bestehend aus Niklas Süle (FC Bayern), Matthias Ginter (Borussia Dortmund) und Antonio Rüdiger (AS Rom), auf.

Letzterer patzte vor dem Gegentor entscheidend, aber auch Süle und Ginter hinterließen einen verunsicherten Eindruck. Kein Wunder, dass Löw nach dem Seitenwechsel auf eine Viererkette mit Allzweckwaffe Kimmich als Rechtsverteidiger umstellte.

"Es gab mehr Plus als Minus", bewertete Löw die Leistung seiner Mannschaft im ZDF: "Das Engagement war sehr gut, alle haben läuferisch auch sehr viel abgerufen. Im taktischen Bereich müssen wir noch ein bisschen einstudieren, aber da haben wir auch noch Zeit."

Der Confed Cup (LIVE im TV auf SPORT1) beginnt für das DFB-Team am 19. Juni gegen Australien.