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Im CHECK24 Doppelpass äußert sich BVB-Chef Sebastian Kehl über die Zukunft von Edin Terzic und Erling Haaland. Beim Cheftrainer lässt er ein Hintertürchen offen.

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Nach dem 5:0-Sieg gegen Holstein Kiel im Pokal-Halbfinale hat Borussia Dortmund seine Aufwärtskurve fortgesetzt - auch wenn die schwere Verletzung von Mateu Morey die Stimmung trübt.

Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung, ist davon überzeugt, dass der BVB auch in der Bundesliga das große Ziel noch erreichen wird. "Wir haben uns wieder an die Champions-League-Plätze herangerobbt, das ist absolut unser Ziel", sagte Kehl im CHECK24 Doppelpass. Wir wissen, dass wir dafür noch einige Punkte brauchen, bin mir aber sicher, dass wir es aus eigener Hand schaffen können."

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Dass der aktuelle Cheftrainer Edin Terzic in der kommenden Saison auch wieder als Co-Trainer beim BVB ist, davon ist Kehl zwar überzeugt - er lässt allerdings ein Hintertürchen offen. 

"So ist es seit geraumer Zeit besprochen. Edin macht einen hervorragenden Job und bringt ihn und uns in eine Situation, dass viel über dieses Thema diskutiert wird. Das wollten wir aber auch, dass das Thema sich entbrennen wird, wenn wir uns in allen Wettbewerben steigern. Wir gehen gelassen damit um und haben ein sehr großes Vertrauensverhältnis. Er kennt und liebt diesen Verein und tut alles, was er nur tun kann."

Doch Kehl weiß auch, dass Terzic durch die derzeitigen Erfolge bei anderen Klubs Begehrlichkeiten weckt. "Wenn er irgendwann auf uns zukäme und mit uns sprechen wollen, dann würden wir uns dem nicht verwehren. Aber der Punkt ist nicht erreicht. Im Moment ist es ganz klar so, dass er sich auf diese Rolle fokussiert und auch betont hat, dass er sich das im Team mit Marco Rose sehr gut vorstellen kann."

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Bleibt Terzic? "Das kann nicht fruchtbar sein"

SPORT1-Experte Alfred Draxler kann sich die Konstellatoin mit Terzic unter einem Cheftrainer Marco Rose allerdings nicht vorstellen. "Einerseits wäre Terzic für einige Bundesligisten interessant, vor allem wenn er jetzt auch noch den Pokal holt. Ich kann mir aber auch von Dortmunder Seite diese Konstellation nicht nicht vorstellen. Rose bringt ja einige Co-Trainer mit. Wäre Terzic dann in de zweiten oder dritten Reihe? Und wenn es mal eine Niederlage gibt, schreit man vielleicht nach Terzic. Das kann weder für den Trainer noch für den Verein in irgendeiner Weise fruchtbar sein."

Bis zu einer endgültigen Entscheidung will Kehl aber noch bis zum Ende der Saison warten. "Es ist unsere Erwartungshaltung, sich jetzt nicht mit solchen Themen zu beschäftigen, denn wir haben noch ein bisschen was vor."

Ein zweites Thema, das die Borussia bereits seit langer Zeit beschäftigt, ist die Zukunft von Erling Haaland. Dessen Berater sprach am Samstag in einem Interview mit der AS erneut davon, dass viele Top-Klunbs hinter dem Torjäger her seine. "Ich weiß nicht, ob sie ihn sich leisten können, weil ich ihre Bilanzen nicht studiert habe. Aber ich glaube, dass sie es können. Ich glaube, sie können es alle." Die Frage sei vielmehr: "Kann Madrid es sich leisten, Haaland nicht zu kaufen? Und Barcelona?" 

Kehl bleibt bei solchen Aussagen allerdings entspannt. "Wir kennen Mino Raiola sehr gut. Deswegen überrascht uns die ein oder andere Aussage nicht. Ehrlich gesagt, gehen wir sehr gelassen mit der Situation um. Es gibt eine klare Vertragssituation, der Junge verhält sich einwandfrei, gibt jeden tag im Training Gas."

Struth kritisiert Raiola und Haaland

Angst, dass der Norweger sich von den Gerüchten ablenken lassen könnte, hat der BVB-Chef nicht. "Er ist total bei der Sache. Er identifiziert sich komplett mit dem Verein. Aber dass wir nicht blauäugig sind, ist auch klar. Wir wissen, dass wir über den wohl gehyptesten Stürmer weltweit reden und dass die Spekulationen womöglich nicht aufhören werden. Jedes kleinste Zitat wird wieder zum Leben erweckt."

Für Spielerberater Volker Struth wird entscheidend sein, ob sich der BVB für die Champions League qualifiziert. "Was soll Sebastian auch sagen? Dass man bereit ist, Gespräche zu führen?, fragt Struth im CHE2CK4 Doppelpass. "Am Ende des Tages steht und fällt es damit, wo der BVB am Ende der Saison landen wird.  Es wird alles ein bisschen entspannter sein, wenn man Champions League spielt."

Zwei Vereine scheiden allerdings im Kampf um Haaland aus, glaubt Struth: Real Madrid und der FC Barcelona. "Die Vereine, die Herr Raiola nennt, sind meines Wissens momentan nicht in der Lage, solche Summen aufzubringen."

Beim öffentlichen Anpreisen von Haaland sieht Struth Raiolas Rolle kritisch - aber auch die seines Schützlings. "Wenn ich mich bei Kroos so verhalten würde wie Raiola, würde der Toni anrufen und sagen halt mal den Ball flach."