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Schiri-Boss Dr. Jochen Drees bewertet bei SPORT1 die strittige Elfmeter-Situation von Essen. Der VAR-Projektleiter hätte sich eine andere Entscheidung gewünscht.

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Auch im Viertelfinale des DFB-Pokals kam es zu einer äußerst strittigen Schiedsrichterentscheidung.

Beim letztlich klaren 3:0-Sieg von Holstein Kiel bei Rot-Weiss Essen hatte Referee Markus Schmidt nach einem Zweikampf zwischen Essens Dennis Grote und Kiels Finn Porath auf Strafstoß entschieden - und damit die 1:0-Führung der Gäste ermöglicht. 

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Schmidt hatte ein Foul von Grote gesehen, der zwar ungeschickt in den Zweikampf gegangen war - seinen Gegenspieler allerdings erst dann berührte, als dieser schon im Fallen war.  

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"Dafür ist der Video-Schiedsrichter da, um Fehlentscheidungen zu korrigieren, vor allem grobe Fehlentscheidungen. Das ist eine ganz krasse Fehlentscheidung, da passiert gar nix, das ist für mich ein Riesenskandal", wetterte RW-Vorstand Marcus Uhlig bei Sky.

Dr. Drees: "Dieser Aspekt ist für uns führend"

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Von einem "Skandal" zu sprechen ist Dr. Jochen Drees, seines Zeichens VAR-Projektleiter beim DFB, zwar weit entfernt - dennoch hätte er sich bei SPORT1 eine andere Entscheidung gewünscht. 

"Der Ablauf der gesamten Situation und auch das Verhalten des Kieler Stürmers gehören zur Bewertung der Gesamtsituation dazu", erklärt Dr. Drees. "Er (Porath, d. R.) löst den Kontakt mit aus, er knickt auch relativ schnell weg in dieser Situation, als es im Prinzip noch keinen relevanten Kontakt gegeben hat."

Es habe zwar unstrittig eine Berührung von Grote gegeben, doch das Verhalten des Kieler Stürmers sei entscheidend. "Dieser Aspekt ist für uns in dieser Aktion führend. Deswegen hätten wir in dem Fall präferiert, dass es zu einem Onfield-Review, also einer Betrachtung der Bilder hätte kommen - und der Strafstoß nach Ansicht dieser Bilder zurückgenommen werden sollen."

Dennoch nimmt Dr. Drees den Video-Schiedsrichter Robert Hartmann in Schutz.

Mehr Kontrollen am Monitor? Dr. Drees dagegen

"Wir haben eine Situation, wo wir auf der einen Seite kein grundsätzliches falsches Verhalten des Video-Assistenten nachweisen können", sagt Dr. Drees zwar. "Was allerdings in die falsche Richtung gelaufen ist, dass die Gewichtung dieser beiden Aspekte - das Verhalten des Verteidigers und das Verhalten des Stürmers - nicht in dem eigentlichen Sinne gelaufen ist, wie sie hätte laufen sollen. Wir hätten uns gewünscht, dass die Gewichtung des Verhaltens des Stürmers eine größere Bedeutung bekommt - und entsprechend die Folge-Aktion, also Video-Überprüfung und Rücknahme des Elfmeters."

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Das Fazit des früheren Bundesliga-Schiris: "Es ist unsere Auffassung, dass die Entscheidung hätte geändert werden müssen."

Die Forderung, die Referees häufiger an den Monitor zu schicken, erteilt Dr. Drees allerdings eine Absage. 

"Wenn man fordert, der Video-Assistent müsse öfter rausgehen, um sich die Szene noch einmal anzuschauen, dann müssen wir uns der Konsequenz bewusst sein, dass es nicht nur bei diesen Szenen so ist, und damit ein deutliches Mehr an Reviews, also der Betrachtung der Bilder am Monitor haben. Und das ist das, was wir am Anfang des Projektes gespürt haben - dass es nicht der Wunsch der Spieler, der Klubs, aber auch Fans gerecht wird. Dadurch wird das Spiel oft unterbrochen und der Rhythmus geht verloren."