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München - Bei der Hertha stockt der Wandel von einem Verein der Bundesliga-Mittelklasse zum "Big City Club". Auch weil eine Transferoffensive in diesem Sommer bislang ausbleibt.

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Die erste Saison von Hertha BSC nach dem Einstieg von Investor Lars Windhorst hat die Anhänger der "alten Dame" ernüchtert. Mit Platz zehn in der Liga verpassten die Berliner klar die europäischen Plätze, setzten sich aber zumindest im späteren Verlauf der Spielzeit von der Abstiegsregion ab.

Im DFB-Pokal war bereits im Achtelfinale Schluss. 

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Daher hatten nicht wenige Fußballfans deshalb erwartet, dass der finanziell - gerade in Anbetracht der Coronafolgen für die Konkurrenz - bestens ausgestattete Hauptstadtverein in diesem Sommer zur großen Transferoffensive blasen würde. Bislang ist davon jedoch wenig zu sehen. Erst zwei Spieler verpflichtete der Berliner Sportclub in diesem Sommer. Viel zu wenig für ein Team mit großen Ambitionen.

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Hatte die Hertha in der vergangenen Saison nicht zuletzt aufgrund der noch von Jürgen Klinsmann verantworteten Wintertransferphase noch rund 110 Millionen Euro für Neuzugänge ausgegeben, waren es in dieser Saison erst 12 Millionen Euro. Ähnlich viel wie Aufsteiger VfB Stuttgart.

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Hertha von Aufsteiger ausgestochen

Die Schwaben schnappten den Berlinern sogar ihren Wunsch-Torwart Gregor Kobel weg. So fand der bisherige Freiburger Alexander Schwolow den Weg zur Hertha. Mit Deyovaisio Zeefuik sicherten sich die Berliner zwar die Dienste eine vielversprechenden Rechtsverteidigers. Ob der 22 Jahre alte Niederländer aus Groningen jedoch sofort weiterhelfen kann, bleibt abzuwarten. 

Vor dem heutigen Saisonstart im Pokal gegen Eintracht Braunschweig (DFB-Pokal: Eintracht Braunschweig - Hertha BSC, ab 20.45 Uhr im LIVETICKER) wird Trainer Bruno Labbadia deshalb deutlich. "Ohne Kurzfristigkeit werden wir keine Mittelfristigkeit erleben", sagte der Trainer dem Tagesspiegel.

Gesucht werden weiterhin ein Stürmer, ein Flügelspieler und ein zentraler Mittelfeldspieler.

"Ein bisschen einfacher habe ich mir die Transferzeit schon vorgestellt", gestand der Hertha-Coach. "Als wir in die Vorbereitung gestartet sind, hatten wir einen klaren Plan, wen wir am liebsten für welche Position holen wollen. Davon konnten wir aus den verschiedensten Gründen so viel bisher nicht umsetzen.".

Labbadia: "Hertha noch nicht die schöne Braut"

Die Lücke zur nationalen Spitze lasse sich trotz der Windhorst-Millionen - im Herbst sollen weitere 50 Millionen Euro an die Hertha fließen - nicht so einfach schließen.

"Wir haben zwar jetzt mehr Geld zur Verfügung", sagte Labbadia. "Aber das geben die Vereine, die vor uns stehen, seit zehn Jahren aus. Das heißt, sie haben auch zehn Jahre Vorsprung, und den werden wir nicht in einem Jahr aufholen. Auch nicht in zwei. Das ist unmöglich."

Erschwerend kommt hinzu, dass Top-Spieler bei Top-Vereinen auch Top-Gehälter beziehen. "Man erschrickt, wenn man sieht, was andere Vereine zahlen. Da können wir nicht mithalten", sagte der Fußballlehrer.

"Und Hertha ist auch noch nicht die schöne Braut, zu der du von einem guten Verein der Bundesliga automatisch wechselst. Das müssen wir uns erst noch erarbeiten." Ein souveränes Weiterkommen beim Zweitligaaufsteiger wäre am heutigen Abend ein Schritt in die richtige Richtung.