In der ersten Runde des DFB-Pokal siegt Borussia Mönchengladbach souverän gegen den Fünftligisten FC Oberneuland
In der ersten Runde des DFB-Pokal siegt Borussia Mönchengladbach souverän gegen den Fünftligisten FC Oberneuland © Imago
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Im DFB-Pokal feiern Borussia Mönchengladbach, der 1. FC Köln und FC Augsburg Kantersiege, während RB Leipzig und Eintracht Frankfurt sich weiterkämpfen.

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Nachdem Hertha BSC am Freitag überraschend in der 1. Runde des DFB-Pokals scheiterte, gaben sich die sechs Bundesligisten in den Samstagsspielen keine Blöße.

Borussia Mönchengladbach schoss den FC Oberneuland mit 8:0 ab, während der 1. FC Köln und der FC Augsburg ungefährdete Kantersiege feierten. (Service: Ergebnisse des DFB-Pokals)

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RB Leipzig und Eintracht Frankfurt hatten in ihren Partien mehr Mühe, konnten sich am Ende aber auch durchsetzen, genauso wie der VfL Wolfsburg. Die Zweitligisten VfL Bochum und VfL Osnabrück stehen nach Siegen ebenfalls in der 2. Runde des DFB-Pokals. Greuther Fürth musste in die Verlängerung. (Der Konferenzticker zum Nachlesen)

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Gladbach in Tor-Laune

Auch ohne Trainer Marco Rose ist Borussia Mönchengladbach locker und leicht in die zweite Pokalrunde spaziert. Die Fohlenelf gewann das "Auswärtsspiel" im eigenen Stadion gegen den Regionalligisten FC Oberneuland klar mit 8:0 (5:0). Gladbach war dabei lange auf Rekordjagd, zum höchsten Pokalsieg der Vereinsgeschichte (11:1 gegen den BSC Hastedt 2018) reichte es aber nicht.

Patrick Herrmann (13./14.) sorgte mit zwei Toren innerhalb von 51 Sekunden früh für klare Verhältnisse, es war der schnellste Doppelpack der Klub-Historie seit Datenerfassung. Vor 300 Zuschauern, alles Fans im Besitz einer Allesfahrerkarte, trafen zudem Jonas Hofmann (19.), Ramy Bensebaini (25.), Nico Elvedi (35.), Florian Neuhaus (52./84.) und Ibrahima Traore (76.).

Im ersten Pflichtspiel der Saison strahlte die Borussia von Beginn an eine große Spielfreude aus, war zudem äußerst effizient, hätte am Ende aber sogar noch höher gewinnen müssen. Nicht auf der Bank saß Rose, der wegen einer Roten Karte aus der Vorsaison gesperrt war und durch ein Trainer-Trio um den ehemaligen Bundesliga-Profi Alexander Zickler vertreten wurde.

Für den Champions-League-Teilnehmer erwies sich der Underdog aus Bremen nur zu Beginn als unbequemer Gegner. "Unter sechs Gegentore wäre toll, unter zehn okay, über zehn enttäuschend", hatte FCO-Trainer Kristian Arambasic vor Anstoß gesagt. Der Außenseiter lieferte zwar einen leidenschaftlichen Kampf, kam selbst jedoch kaum über die Mittellinie hinaus.

Die Folge waren reihenweise Chancen. Ein Doppelpack von Herrmann innerhalb von nur einer Minute zerstörte schnell alle Hoffnungen der Gäste auf eine Sensation. Herrmann vertrat seine Offensiv-Kollegen perfekt: Der lange verletzte Marcus Thuram wurde nach der Pause eingewechselt, Alassane Plea und Breel Embolo standen nicht im Kader.

Unmittelbar nach der Pause hatte Onur Uzun den Ehrentreffer auf dem Fuß, verzog aber knapp. Insgesamt änderte sich nicht viel: Das Zickler-Team war den Gästen in allen Belangen überlegen und schaltete schließlich einen Gang zurück.

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FCA feiert Schützenfest

Der FC Augsburg ist ohne große Mühe in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Heiko Herrlich setzte sich gegen den niedersächsischen Oberligisten MTV Eintracht Celle nach einer konzentrierten Vorstellung locker mit 7:0 (2:0) durch.

Ruben Vargas (20.) und der starke Neuzugang Daniel Caligiuri (29.) sorgten nach kleineren Startschwierigkeiten für die beruhigende Halbzeitführung. Der eingewechselte Alfred Finnbogason (47., Foulelfmeter), Florian Niederlechner (57.), Andre Hahn (66.) und Fredrik Jensen (88., 90.) machten für den deutlich überlegenen Bundesligisten alles klar.

Ein Unternehmensberater im Tor, davor Lehrer, Azubis und Studenten - Celle war beim Pokal-Start wohl der größte Außenseiter: Als einziger der sechs qualifizierten Fünftligisten bekam die Eintracht einen Erstligaklub zugelost - und musste dann auch noch das Heimrecht tauschen. Doch der Underdog hatte Hoffnung, war der FCA doch in den vergangenen sechs Jahren dreimal in der ersten Runde gescheitert.

Auch diesmal taten sich die bayerischen Schwaben zunächst schwer gegen die bisweilen mit sechs Mann auf einer Linie verteidigenden "Gäste". Fast folgerichtig gelang die Führung erst, als Celle einmal aufgerückt war: Vargas verwertete einen langen Ball des starken Niederlechner. Den zweiten Treffer durch den auffälligen Caligiuri, der auch für die Standards verantwortlich zeichnete, legte Vargas auf. Kurz vor der Pause traf der Schweizer Nationalspieler den Pfosten (38.).

Augsburgs Torwart Rafal Gikiewicz, neben Caligiuri der einzige Neue in der Startelf, war weitgehend beschäftigungslos. Celle mühte sich tapfer, dem engagierten Außenseiter fehlte in der Breite jedoch das technische Vermögen, um sich häufiger spielerisch durchzusetzen.

Herrlich konnte die Begegnung eine Woche vor dem Ligastart bei Union Berlin daher auch dazu nutzen, die neue Marschroute zu verankern: Im zehnten Bundesliga-Jahr, hatte der Coach betont, werde es nicht mehr reichen, allein auf schnelles Umschalten zu setzen. Stattdessen soll das Augsburger Spiel künftig von mehr Ballbesitz geprägt sein. Und Herrlich brachte in Tobias Strobl (58.) sowie Robert Gumny (72.) auch noch die anderen beiden Neuzugänge.

Die Vorentscheidung unmittelbar nach der Pause war eine Co-Produktion der kurz zuvor Eingewechselten: Nach Foul an Hahn verwandelte der zuletzt angeschlagene Finnbogason sicher. Hahn legte auch das 4:0 auf, ehe er aus der Distanz selbst traf. Jensen sorgte für den Schlusspunkt.

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Wölfe beißen sich durch

Arbeitssieg zum Vereinsjubiläum: Auf den Tag genau 75 Jahre nach seiner Gründung hat der VfL Wolfsburg im DFB-Pokal die zweite Runde erreicht. Der Bundesligist setzte sich gegen den brandenburgischen Pokalsieger Union Fürstenwalde glanzlos mit 4:1 (2:1) durch. Die Partie fand ohne Zuschauer in Wolfsburg statt, weil der Viertligist wegen der erforderlichen Hygienemaßnahmen auf sein Heimrecht verzichtete.

Der Tabellenfünfte der Regionalliga Nordost ging sogar durch einen in der elften Minute von Darryl Geurts verwandelten Foulelfmeter in Führung. Doch die Niedersachsen drehten schon in der ersten Halbzeit durch zwei Tore von Joao Victor (23. und 29.) das Spiel. Und je länger die Begegnung andauerte, desto deutlicher wurde die Überlegenheit der Norddeutschen.

Aber es dauerte exakt eine Stunde, bis Yannick Gerhardt für die endgültige Entscheidung sorgte. Kapitän Joshua Guilavogui (78.) traf zum Endstand. Einen noch höheren Erfolg verschenkte Wolfsburg durch zu viel Unordnung in seinen Aktionen, die dem Außenseiter immer wieder die Gelegenheit gab, sich rechtzeitig zu formieren. 

Die Wolfsburger waren zwar spielerisch deutlich überlegen, die Durchschlagskraft in der Offensive indes konnte VfL-Coach Oliver Glasner nicht zufriedenstellen. Immer wieder warfen sich die Amateure in die Torschüsse, zudem war Keeper David Richter mehrfach auf dem Posten. Sichtlich genervt, griff Glasner immer wieder verbal ins Spiel ein.

Dennoch konnte es sich der Österreicher erlauben, mehrere Stammkräfte, darunter auch Torhüter Koen Casteels, zu schonen. Die Wölfe sind nicht nur national gefordert, sondern könnten im Maximalfall bis zum Monatsende auch noch drei Spiele in der Europa-League-Qualifikation bestreiten. Bereits am Donnerstag geht es für den VfL international mit einem Auswärtsspiel in Tirana beim letztjährigen albanischen Pokalsieger FK Kukesi weiter.

Köln feiert Kantersieg

Der 1. FC Köln hat seine Pflichtaufgabe in der ersten Runde des DFB-Pokals auch ohne den wechselwilligen Torjäger Jhon Cordoba dank gnadenloser Effizienz gemeistert. Das Team von Trainer Markus Gisdol bezwang den Nordost-Regionalligisten VSG Altglienicke nach Heimrechttausch im eigenen Stadion souverän mit 6:0 (3:0) und gewann erstmals seit 190 Tagen wieder ein Pflichtspiel. 

Während die Rheinländer vor Geisterkulisse zehnmal in Serie sieglos geblieben waren, erstickten sie vor 300 Zuschauern die Sensationsträume des Berliner Pokalsiegers bereits vor der Pause im Keim. Kapitän Jonas Hector per Foulelfmeter (17.), Elvis Rexhbecaj (36., 63.), Rafael Czichos (43.), Salih Özcan (68.) und Dominick Drexler (86.) schossen den ungefährdeten Erfolg heraus, zum zwölften Mal in Serie überstand der viermalige Titelträger die erste Pokalrunde schadlos.

Gisdol hatte angekündigt, die Partie komplett "ernst" zu nehmen und alles aufzubieten, was er an Personal hat. Doch bei diesem Vorhaben machte ihm Cordoba einen Strich durch die Rechnung. Der bat seinen Trainer, nur auf der Bank Platz nehmen zu müssen, "weil er in Verhandlungen mit einem anderen Verein ist", wie Gisdol vor der Partie bei Sky verriet. Während des Spiels wärmte sich der Kolumbianer Cordoba nicht einmal auf.

Ohne den besten Torschützen der Vorsaison tat sich der Favorit zunächst schwer. DFB-Pokal-Debütant Altglienicke presste sehr hoch und zwang die Kölner zu einigen Fehlern im Spielaufbau. Patrick Breitkreuz zielte aus 16 Metern nur Zentimeter zu hoch. Auf der Gegenseite brachte Philipp Zeiger beim ersten strukturierten Angriff des Bundesligisten Benno Schmitz im Strafraum zu Fall. 

Hector hatte dann Glück, Leon Bätge hätte den unplatzierten Versuch fast mit dem Fuß abgewehrt. Die Gisdol-Elf bekam nun mehr Sicherheit ins Spiel, ohne wirklich zu glänzen. Im letzten Drittel entwickelten die "Geißböcke" erstaunlich wenig Durchschlagskraft, nutzten dafür die wenigen Chancen aber eiskalt. Hector (34.) traf zwar per Kopf nur den Pfosten, doch Rexhbecaj mit seinem ersten Pflichtspieltor für Köln und Czichos nach einer Ecke entschieden das Spiel bereits vor der Pause.

Trotz der schier aussichtslosen Lage spielte die VSG nach dem Wechsel weiter munter mit, Tolcay Cigerci (52.) und Tugay Uzan (60.) verpassten den Anschlusstreffer. In der Folge agierte auch der Favorit wieder zwingender, Rexhbecaj und Özcan trafen gegen die zunehmend entkräfteten Altglienicker und brachten Ruhe in die Partie.

Leipzig gewinnt in Nürnberg

24 Tage nach dem Halbfinale in der Champions League hat RB Leipzig im DFB-Pokal souverän die 2. Runde erreicht. Die Mannschaft von Julian Nagelsmann gewann beim biederen Zweitligisten 1. FC Nürnberg hochverdient mit 3:0 (1:0). RB war gegen den Club mit dem neuen Trainer Robert Klauß, der in den vergangenen beiden Jahren Assistent von Nagelsmann war, klar überlegen.

Amadou Haidara brachte den Erstligisten, der am 20. September gegen Mainz 05 in die Bundesligasaison startet, nach einem kapitalen Fehler von FCN-Keeper Christian Mathenia bereits in der 3. Minute in Führung. Danach verpassten es die Gäste bei vielen Chancen, für klare Verhältnisse zu sorgen, ehe der eingewechselte Yussuf Poulsen (67.) und der starke Hee-Chan Hwang (90.) doch noch erhöhten.

Man brauche gegen den "haushohen Favoriten einen extrem guten Tag", hatte Klauß gesagt, der zehn Jahre bei RB gearbeitet hatte. Doch es begann extrem schlecht: Mathenia spielte den Ball völlig unbedrängt in die Beine von Hwang, der scheiterte zunächst noch am FCN-Torwart, doch Amadou traf überlegt im zweiten Anlauf.

Hwang von RB Salzburg war im Team von Nagelsmann der einzige Zugang in der Startelf. Sieben Akteure hatten auch im Halbfinale in Lissabon gegen Paris St. Germain (0:3) begonnen. Beim Club begannen die Zugänge Pascal Köpke, Tom Krauß und Sarpreet Sing - ohne Wirkung zu erzielen. 

Der FCN fand kein Mittel gegen den abgeklärten Erstligisten, der dem Club über weite Strecken in allen Belangen überlegen war. Einziges Manko bei RB war die Chancenverwertung: Dani Olmo und der quirlige Hwang hätten treffen müssen. Doch zweimal reagierte Mathenia stark, einmal rettete der Ex-Leipziger Krauß auf der Linie.

Auch nach der Pause sah Mainz-Coach Achim Beierlorzer als Beobachter einen guten Start von RB. Bei einem Schuss des eingewechselten Emil Forsberg hatte Mathenia erhebliche Probleme (47.). Danach nahm RB etwas das Tempo heraus - ohne in Gefahr zu geraten. Poulsen nach Vorarbeit von Hwang sorgte schließlich für die Entscheidung, und der Neuzugang legte schließlich selbst noch nach.

In der Schlussphase feierte bei den Leipzigern zudem Benjamin Henrichs sein Debüt. Der dreimalige Nationalspieler, ausgeliehen vom französischen Erstligisten AS Monaco, wurde in der 83. Minute eingewechselt.

Bochum erreicht 2. Pokal-Runde

Der VfL Bochum ist nach einem standesgemäßen Sieg gegen den Außenseiter FV Engers 07 in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Die Bochumer bezwangen im leeren Ruhrstadion die fünftklassigen Gäste mit 3:0 (1:0). Beide Klubs hatten sich aufgrund des zu leistenden Aufwands auf einen Heimrechttausch verständigt.

VfL-Trainer Thomas Reis hatte vor einer Woche nach der 0:3-Pleite im Testspiel bei Schalke 04 gewarnt: "Solche Fehler dürfen wir uns gegen den FV Engers nicht erlauben." Die Worte fanden offenbar Gehör bei seinem Team, das von Beginn die Spielkontrolle übernahm und verdient durch Spielmacher Robert Zulj in Führung (23.) ging.  Nach der Pause erhöhten Simon Zoller (53.) und Milos Pantovic (65.).

Die Gäste aus der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar waren über weite Teile der Partie am eigenen Strafraum beschäftigt und kamen kaum gefährlich vor das Bochumer Tor.

Osnabrück zittert sich weiter

VfL Osnabrück hat sich in der ersten Runde des DFB-Pokals zum Sieg gezittert. Die Niedersachsen gewannen beim Oberligisten SV Todesfelde aus Schleswig-Holstein vor 500 Zuschauern mit 1:0 (0:0). Der VfL konnte somit im ersten Pflichtspiel unter dem neuen Trainer Marco Grote rund eine Woche vor dem Zweitliga-Auftakt einen Erfolg feiern.

Sebastian Klaas erzielte den späten Führungstreffer (77.) für Osnabrück, nachdem Christian Santos den Ball mit der Hacke vorgelegt hatte. Todesfelde hatte bis dahin im heimischen Joda-Sportpark lange gut dagegen gehalten.

Todesfelde machte als einziger Klub unterhalb der Regionalliga trotz der Corona-Pandemie von seinem Heimrecht Gebrauch. Der Klub hatte sich die Teilnahme am DFB-Pokal im Landespokalfinale gegen den Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck gesichert. 

Fürth dreht Partie - und dann in der Verlängerung auf

Die SpVvgg Greuther Fürth hat ein weiteres Erstrunden-Aus im DFB-Pokal mit viel Mühe vermieden. Die Franken besiegten nach Heimrechttausch im eigenen Stadion den westfälischen Oberligisten RSV Meinerzhagen erst nach Verlängerung mit 6:1 (1:1, 0:0).

Sebastian Ernst (71.), Julian Green (98.), Marco Meyerhöfer (103., 105.) und Dickson Abiama (113., 118.) trafen spät für den Favoriten gegen einen am Ende überforderten und erschöpften Gegner.

Dabei war die dicke Überraschung lange möglich: Der drei Klassen tiefer angesiedelte Westfalenpokalsieger hatte vor dem Seitenwechsel deutlich mehr Spielanteile als die favorisierte Mannschaft von Trainer Stefan Leitl und ging durch Kapitän Sven Wurm (50.) nach einer Ecke verdient in Führung.

Der Rückstand wurde zum Weckruf für die Franken, die allerdings acht Tage vor dem Ligastart gegen den VfL Osnabrück Überstunden einlegen mussten.

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Mit Material des Sport-Informations-Dienstes (SID)